Corona

Krisenstab zeigt sich beunruhigt von Lage auf der Intensivstation

Blick in die Intensivstation des Lungenfachkrankenhauses Bethanien. Es gilt als wichtiger Partner für Remscheid. Foto: Michael Schütz
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Blick in die Intensivstation des Lungenfachkrankenhauses Bethanien. Es gilt als wichtiger Partner für Remscheid.
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Von 30 Intensivbetten im Sana-Klinikum sind 29 belegt

Remscheid. Das Infektionsgeschehen in Remscheid verliert nur vorübergehend an Tempo. Zwar ging die 7-Tage-Inzidenz nach einem Minus von 22,2 Fällen am Vortag am Donnerstag noch einmal um 32,6 Fälle auf eine Inzidenzzahl von 258,7 zurück. Allerdings wird sie am Freitag wieder auf 275 steigen. Die nächtliche Ausgangssperre, die seit Dienstag vergangener Woche gilt, zeigt mithin noch keine Auswirkungen, die sich in Zahlen messen lässt.

„Wir brauchen Geduld“, sagt Thomas Neuhaus, Leiter des Corona-Krisenstabes. Dass die Maßnahmen greifen, steht für ihn außer Frage. Mit dem am Donnerstag auch vom Bundesrat verabschiedeten Bundesinfektionsschutzgesetz erwartet er ab der nächsten Woche zudem einige Neuregelungen.

Auch Kitas müssen schließen - Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen

Die Kindergärten und -tagesstätten dürften wieder in den Notbetrieb wechseln. Aktuell sind sie grundsätzlich geöffnet, lediglich gilt der Appell, die Kinder daheim zu behalten. Mit dem neuen Gesetz werden die Kitas ab einer Inzidenz von 165 geschlossen. Das Land kann Notbetreuung ermöglichen, doch steht die nur Eltern zu, die in systemrelevanten Berufen arbeiten. Ebenfalls wird es mit dem Infektionsgesetz zu einer Angleichung der nächtlichen Ausgangssperre kommen. Statt ab 21 Uhr dürfte sie künftig ab 22 Uhr gelten.

Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich derweil weiter zu. Das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) schaltete die Corona-Ampel für die Intensivstation des Sana-Klinikums am Donnerstag auf Gelb. Das heißt, die Station ist nur noch begrenzt aufnahmebereit. Das Robert-Koch-Institut meldete dazu diese Zahlen: Von 30 Intensivbetten, die das Klinikum vorhält, waren 29 belegt. 10 davon mit Covid-Patienten, wovon 8 künstlich beatmet werden mussten.

„Die Zahlen beunruhigen mich“, sagt Neuhaus. Dennoch sei die intensivmedizinische Versorgung im Bergischen gesichert. Dank der Kliniken in den Nachbarstädten. Zwar zeigt die Ampel des Divi-Intensivregisters auch für das städtische Klinikum Solingen und das Helium Klinikum Wuppertal die Farbe Gelb, dennoch ist die Lage entspannter. Laut Robert Koch sind in Solingen von 81 Intensivbetten 62 belegt, und auch die Wuppertaler Kliniken haben noch Kapazitäten frei: Von 147 Intensivbetten sind 124 belegt.

Neuinfektionen

Die britische Virusvariante gilt als Treiber der Infektion. 898 Fälle werden aktuell nachgewiesen.

Quarantänefälle gibt es an der Hauptschule Hackenberg, am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg sowie an den Kitas Fürberg, Am Holscheidsberg, St. Engelbert und Klausen.

Standpunkt: Geduld aufbringen

michael.albrecht@rga.de

Kommentar on Michael Albrecht

Geduld ist eine Tugend, lautet eine alte Weisheit, die Kindern gerne unter die Nase gerieben wurde, wenn sie zu zappelig wurden. Früher auf jeden Fall. Diese Tugend wird nun seit gut 14 Monaten eingefordert. Es bleibt auch nichts anderes übrig, als geduldig zu sein. Ungeduld ist in einer Pandemie ein ganz schlechter Ratgeber. Das zeigt sich gerade in der dritten Welle. Haben nicht die Ungeduldigen Anfang März schnelle Lockerungen durchgesetzt, obwohl die Wissenschaftler immer wieder warnten vor zu schneller Öffnung? Das wollten viele nach zwölf Monaten Pandemie nicht mehr hören. Aber die Ungeduld war ein schlechter Ratgeber. In der dritten Welle explodieren die Infektionszahlen wieder, und die Intensivstationen sind erneut am Limit. Das gilt nicht nur für die Bettenzahl, sondern auch für Ärzte und Pflegekräfte, denen nach der zweiten Welle im Winter keine Pause vergönnt ist. Deshalb sollte in den kommenden Wochen die Geduld wieder zur Tugend erhoben werden. Das sollte doch möglich sein angesichts des beschleunigten Impftempos.

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