Kabarett im „Neuen Lindenhof“

Kremenholler Kleinkunstpreis: Alte Bekannte mit neuen Witzen

Hingucker des Abends war die Showtanzgruppe „Dancelicious“, ansonsten gehörte die Bühne Kleinkünstlern, die keine Unbekannten sind am Kremenholl.
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Hingucker des Abends war die Showtanzgruppe „Dancelicious“, ansonsten gehörte die Bühne Kleinkünstlern, die keine Unbekannten sind am Kremenholl.

Der Kremenholler Comedy- und Kleinkunstpreis ist nach zweijähriger Corona-Pause zurück.

Von Monika Meurs

Remscheid. „Dieser Abend wird ein Feuerwerk voller zauberhafter Momente, satirischem Kabarett, begeisternder Comedy und Kleinkunst, die ganz groß ist.“ Was Helmut Sanftenschneider als Moderator ankündigte, blieb keine leere Versprechung. Nach zweijähriger Corona-Zwangspause war der nunmehr achte Kremenholler Comedy- und Kleinkunstpreis (KCK) im „Neuen Lindenhof“ zurück, als „BestOfKCK“-Edition.

Der Initiativkreis Kremenholl als Veranstalter hatte hierzu ein paar alten Bekannte zurück auf die Bühne geholt: Vera Deckers, Özgür Cebe und Erasmus Stein waren bereits bei früheren Ausgaben der KCK dabei, heute sind sie bundesweit auf den Kleinkunstbühnen der Republik unterwegs. Vera Deckers zum Beispiel war schon bi Nightwash, TV Total und Ottis Schlachthof zu Gast. Während Özgür Cebe lange bei Radio Einslive zu hören war. Und derzeit mit seinem fünften Solo-Programm durch die Lande tourt.

Cebe gewann beim KCK 2012 den ersten Preis. Und übrigens ein Jahr später den ersten Preis beim Rösrather Kabarettfestival, kaum 40 Kilometer von Remscheid entfernt. Mit seinen amüsanten Ausführungen zur „eigenen Toxizität als Endgegner von Alice Schwarzer und ihren Anhängerinnen“ heimste er Applaus ein. Er streifte Themen wir Kinder und Kreuzfahrt mit Jesus und berichtete, dass er im Plattenbau groß wurde, „wo es viele Ausländerfamilien gab, die zum Beispiel Schultz hießen“.

Vera Deckers, Multitalent auf den Theaterbühnen landauf und landab, führte die Vorzüge der 80er-Jahre an. Etwa die von Schulterpolstern - die würden doch wenigstens schlanke Hüften machen. Und auch die These, dass Lügen ein Zeichen von Intelligenz seien, belegte die redegewandte Kabarettistin sozusagen im Wortumdrehen.

Derweil musste sich Zauberkünstler und Comedian Erasmus Stein den Ruhm auf der Bühne teilen - mit Zuschauerin Marlies, die zum unerwarteten und heimlichen Star des Abends wurde. „Ich quassel sie alle tot“, hatte der Preisträger von 2014 angekündigt, bevor er Marlies als Assistentin aus dem Publikum rekrutierte. Auf der Bühne angekommen legte sie eine entwaffnend souveräne und erfrischend natürliche „Mitarbeit“ in Sachen Zwangsjacken-Handhabung und Kartentricks ab. Die Lacher waren auf ihrer Seite.

Moderiert wird der KCK traditionell von Helmut Sanftenschneider, dem Partner und künstlerischen Berater des Initiativkreis Kremenholl, der mit seinen Moderationen und Zwischenspielen so etwas wie der vierte Teilnehmer ist. Zum Beispiel mit einem Anti-Sommerhit „Esther friert“ - inklusive der Feststellung, dass Frauen nicht so gut isoliert sind. Hingucker des Abends waren aber andere: die Showtanzgruppe „Dancelicious“.

Das Publikum war voll des Lobes: „Das war ein toller Abend auf hohem kabarettistischem Niveau. Wir haben uns abgerollt“, sagten Karina und Thorsten Maikron - wohl stellvertretend für viele. Fazit von Gabriele Leitzbach vom veranstaltenden Initiativkreis: „Alle haben es genossen und gingen mit einem Lachen auf den Lippen. So soll es sein – und so geht Spaß.“

Hintergrund

Der Initiativkreis Kremenholl fördert die Stadtteilkultur gemeinsam mit Schulen, der Bürgerschaft, mit Erziehern, Kirchen, politischen Vertretern und dem Stadtmarketing. Informationen dazu und zu geplanten Veranstaltungen gibt es im Netz.

www.ik-kremenholl.de

Neustart: Am Kremenholl wird endlich wieder gelacht

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