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Kreißsaal: Mit Zwillingsgeburt ins Jahr 2021

Glückliche Gesichter im Sana: (v.l.) Dr. Thomas Büsser, Lukas Siegert, Katharina Keil (Schwester), Dr. Ziane Charfi (Oberarzt Kinderklinik) und Katharina Siegert mit Mia und Mick. Foto: Sana
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Glückliche Gesichter im Sana: (v.l.) Dr. Thomas Büsser, Lukas Siegert, Katharina Keil (Schwester), Dr. Ziane Charfi (Oberarzt Kinderklinik) und Katharina Siegert mit Mia und Mick.

Das gab’s noch nie im Sana: Neujahrsbabys Mia und Mick Siegert erblickten um 2.02 und 2.22 Uhr das Licht der Welt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Welch ein Start ins neue Jahr im Kreißsaal des Sana-Klinikums. Zwei Neujahrsbabys erblickten im Doppelpack das Licht der Welt, geboren mit einer für Zwillinge kaum zu überbietenden Symbolkraft um 2.02 und 2.22 Uhr. Nach neun Stunden nächtlicher Spontangeburt wiegten die glücklichen Eltern Katharina und Lukas Siegert ihren Nachwuchs in den Armen.

Mia Leana und Mick Luis sind die ersten Remscheider Neubürger in 2021. Ärzte wie Hebammen müssen sehr lange zurückdenken, um sich an Zwillinge zum Jahresauftakt und dann auch noch mit einer normalen Entbindung zu erinnern. Dr. Thomas Büsser, leitender Oberarzt in der Geburtshilfe der Frauenklinik, hat jedenfalls in den über 25 Jahren seiner langen Berufslaufbahn noch nie einen solch erinnerungswürdigen Jahresauftakt erlebt. Gestern Morgen trat Büsser seinen 24-Stunden-Dienst an. Beim „Privileg des Urknalls der Menschwerdung“, wie er es gerne formuliert, war Büsser zwar in der Nacht nicht dabei, freut sich aber sehr, dass die zarten Babys wohlauf sind. Mia kam als Erste, wog 2510 Gramm bei der Geburt und war 49 Zentimeter groß, Mick brachte 2480 Gramm auf die Waage bei 51 Zentimetern Größe.

In den kräftezehrenden Stunden begleitet von den Hebammen Julia Fontein und Katharina Kolodziej sowie Oberärztin Gabriele van Aalst waren die Siegerts am Ende überglücklich. „Wir fühlen uns bestens aufgehoben in einem tollen Team“, lobt Vater Lukas, 34 Jahre alt.

Nach 38 Wochen und vier Tagen Schwangerschaft wird die 29-jährige Mama mit ihren beiden Zwergen nach Radevormwald Anfang kommender Woche zurückkehren. Ein turbulentes Jahresende liegt hinter dem Ehepaar. Ihnen gelang eine doppelte Punktlandung. Denn zum 1. Januar haben sie in Rade angesichts des Familienzuwachses eine neue, größere Wohnung bezogen. Papa Lukas ist Vermögensberater bei der Sparkasse Wuppertal in der Filiale Katernberg, die gelernte Mediendesignerin Katharina strebt ihren Masterabschluss im Lehramtsstudium an und wird danach Mediendesign und Deutsch an einem Berufskolleg unterrichten.

„Wir fühlen uns bestens aufgehoben in einem tollen Team.“
Lukas Siegert, Zwillingsvater

1289 Geburten stehen 2020 in der Statistik des Sana-Klinikums. Das ist ein hohes Niveau, gleichwohl waren es im Jahr davor mit 1374 und in 2018 mit 1354 mehr. „Dabei lagen wir bis Mitte 2020 noch über dem Schnitt des Vorjahres“, berichtet Dr. Thomas Büsser. Die leichte Delle, die danach an der Burger Straße auftrat, hat einen Grund: die Corona-Restriktionen. Väter durften zwar immer bei der Geburt dabei sein, gleichwohl war ihnen und weiteren Verwandten acht Wochen lang im Sommer untersagt, Mutter wie Kind nach der Entbindung zu besuchen. Das Sana priorisierte den Patientenschutz, verhängte vorübergehend einen Lockdown für die Papas und bekam die Folgen zu spüren. Werdende Mütter wanderten in Kliniken ab, die die Besuchsrechte nicht so strikt auslegten. Dr. Thomas Büsser spricht von nachvollziehbaren Trennungsängsten: „Das Bonding ist bei einem so einschneidenden Ereignis für eine Familie einfach ungeheuer wichtig.“ Nachdem das Sana seine restriktiven Besuchszeiten für junge Eltern zurückgenommen hatte, kletterten die Geburtszahlen wieder. Und gegen Ende des Jahres hieß es gleich mehrfach: Doppelt hält besser.

Zwei Zwillingsgeburten verzeichnete das Sana im Dezember, mit den Siegerts kam jetzt eine dritte hinzu. „Und ein weiteres Zwillings-Pärchen ist noch in der Pipeline, das wäre dann die vierte binnen kurzer Zeit“, meint Thomas Büsser. 

Corona wird Geburtenzahlen beflügeln

Von den niedergelassenen Ärzten weiß Dr. Thomas Büsser, dass Corona durchaus einen positiven Einfluss auf die Geburtenzahlen in Remscheid haben wird. Seitdem das öffentliche Leben runtergefahren wurde, die eigenen vier Wände zum Rückzugsort geworden sind, gewinnt Familienplanung an Bedeutung. „Ich gehe davon aus, dass wir ab Frühjahr eine Zunahme der Geburten um fünf bis sieben Prozent verzeichnen werden.“

Standpunkt: Ein Zeichen des Aufbruchs

Von Andreas Weber

Eigentlich war diese Lokalseite anders geplant. Doch die frohe Kunde aus dem Sana-Klinikum war einfach zu schön, zu ermutigend, um in diesen bisweilen unendlich bedrückenden Zeiten nicht damit aufzumachen. Das Neujahrsbaby hat, wenn es denn eines am 1. Januar gibt, neben der Silvesterbilanz seinen festen Platz in der ersten RGA-Ausgabe des neuen Jahres.

andreas.weber@rga-online.de

Diesmal fällt die Berichterstattung über die Nr. 1 in Remscheid eine Nummer größer als gewohnt aus. Aus nachvollziehbarem Grund. Nicht nur, weil eine Zwillingsgeburt zum Start ins neue Jahr im Kreißsaal des Sana auch für Mediziner und Hebammen etwas ganz Besonderes ist, sondern auch, weil hinter dieser Entbindungsgeschichte auch die simple Erkenntnis steht: Corona ist nicht nur Leid und manchmal Tod. 

Wir befinden uns auch in Zeiten, in denen der Alltag weitergeht und täglich Leben geschenkt wird. Im Sana-Klinikum war dies vergangenes Jahr 1289 Mal der Fall. Und jedes dieser Neugeborenen steht für Aufbruch. An Corona werden sie später einmal nur durch die Erzählungen ihrer Eltern erinnert werden. Wie Mia und Mick Siegert. 

Die Stadt Remscheid bereitet sich weiterhin darauf vor, die beiden Kinderarzt-Praxen, die zum Jahresende geschlossen werden sollen, zu übernehmen. Entsprechende Beschlüsse fasste der Stadtrat einstimmig.

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