Kottenbutteressen

Lüttringhausen: Kreisverkehr und Neubaugebiet machen Fortschritte

Der Heimtbund-Vorsitzende Bernhard Hoppe, stehend am Pult, begrüßte die Gäste im Jugendfreizeitheim in der Richard-Pick-Straße.
+
Der Heimtbund-Vorsitzende Bernhard Hoppe, stehend am Pult, begrüßte die Gäste im Jugendfreizeitheim in der Richard-Pick-Straße.

In ausgesprochen harmonischer Atmosphäre fand das traditionelle Kottenbutteressen des Heimatbundes Lüttringhausen statt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Bei der Veranstaltung zum Jahresauftakt, die zuletzt coronabedingt ausfallen musste, spricht der Bürgerverein stets Themen an, die das Dorp bewegen. Mutete das in der Vergangenheit teils so an, als ob Politik und Verwaltung antreten würden, um sich die Leviten lesen zu lassen, wurden in diesem Jahr vor allem gemeinsame Ziele und Kooperationsbereitschaft betont.

So sprach auch Bernhard Hoppe, seit August der neue Vorsitzende des Heimatbundes, in seiner Begrüßung von einem „verstärkten Austausch“ - mit Verwaltung und Politik aber auch innerhalb von Lüttringhausen und mit den anderen Stadtteilen. „So lassen sich gleichartige Probleme leichter lösen.“ Einer seiner Vorschläge: Um die großen Feste, die die Stadtteile prägen, wiederzubeleben sollen sich Marketingrat und Heimatbund in Lüttringhausen, die beiden Lenneper Vereine und die IG Hasten absprechen, um dann gemeinsam mit der Stadt zu reden.

Dass man dem Heimatbund zuhört, zeigt ein Blick auf die Gästeliste beim Kottenbutteressen. Neben dem Oberbürgermeister und gleich drei Dezernenten waren zwei Bundestags- und zwei Landtagsabgeordnete zu Gast, die Vorstandsvorsitzenden beider lokaler Geldinstitute, der Geschäftsführer der Stadtwerke und auch noch zwei Bezirksbürgermeister, weil neben dem Lüttringhauser Ortsvorsteher Jürgen Heuser auch Lenneps Markus Kötter gekommen war.

Die klassische Kottenbutter besteht aus geräucherter Mettwurst auf Schwarzbrot, diesmal gab es auch eine vegane Version.

Wie eine erfolgreiche Kooperation funktionieren kann, dafür ist die geplante neue Stadtteilbibliothek sicherlich ein gutes Beispiel. Vor 15 Jahren wurde die Bücherei im Dorp durch viel bürgerschaftliches Engagement gerettet, vor drei Jahren entstand just beim Kottenbutteressen die Idee für den Umzug in die Alte Feuerwache - nun konnten Lütteraten und Stadtverwaltung die ersten konkreten Pläne für den Umbau vorstellen, der im Laufe des Jahres beginnen soll.

„Die moderne Bibliothek möchte, dass man dort Zeit verbringt“, sagte Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin Kommunales Bildungszentrum, bei der Vorstellung des Konzepts eines Dritten Ortes - und kündigte unter anderem einen Büchereigarten an. „Mittlerweile kann man sich fast gar nicht mehr vorstellen, dass geplant war, die Bibliothek zu schließen“, sagte Martin Kalhöfer, 1. Vorsitzender der Lütteraten.

Stadtdirektor Sven Wiertz überreichte den Lütteraten ein Stofftier von Grisu, der kleine Drache als Maskottchen, um die Verbindung zwischen Feuerwehr und Kinderliteratur aufzugreifen, und hatte zudem noch eine gute Nachricht im Gepäck: Rund die Hälfte der 1,2 Millionen Umbaukosten werden wohl durch Fördermittel gedeckt.

Auch bei anderen langjährigen und langwierigen Lüttringhauser Projekten und Themen gab es Fortschritte zu berichten. Baudezernent Peter Heinze stellte die Planungen für den Kreisverkehr Eisernstein, für den die Stadt vor wenigen Tagen ein Zuwendungsbescheid über 1,5 Millionen Euro Fördermittel erreicht hatte, und den aktuellen Stand bei Neubaugebiet Am Schützenplatz vor. Rund 120 Interessenten hatten sich dort auf die 17 Grundstücke beworben. „Das zeigt auch, wie beliebt Lüttringhausen ist“, betonte Heinze. Am Mittwoch wird öffentlich gelost, wer ein Baugrundstück bekommt.

Aber natürlich kamen auch noch offene Baustellen zu Sprache, die meisten arbeitete Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in einem Grußwort gleich selber ab. Darunter der FC Klausen, der voraussichtlich bald der letzte Remscheider Fußballverein sein wird, der noch auf Asche kickt, und der notwendige Umbau des Schulzentrum Klausen. Vor allem aber griff er dankbar Bernhard Hoppes Idee von verstärkter Kooperation auf: Notwendig sei ein „Dreiklang“ aus Ehrenamt, Politik und Verwaltung, so der OB: „Wenn wir auch in Zukunft zusammenarbeiten, ist mir um Lüttringhausen, um Remscheid nicht bange.“

Hintergrund

Der Heimatbund Lüttringhausen ist ein Bürgerverein mit etwa 800 Mitgliedern, er richtet unter anderem den Lüttringhauser Weihnachtsmarkt und die X-Mas-Party aus. Seit kurzem hat der Verein eine eigene Geschäftsstelle in der Gertenbachstraße 9, hier findet jeden Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr eine Sprechstunde statt.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Einbruch in Sparkassenfiliale: Schließfächer mit Sparbüchern aufgehebelt
Einbruch in Sparkassenfiliale: Schließfächer mit Sparbüchern aufgehebelt
Einbruch in Sparkassenfiliale: Schließfächer mit Sparbüchern aufgehebelt
Vorderrad abgerissen: Zwei Schwerverletzte bei Unfall
Vorderrad abgerissen: Zwei Schwerverletzte bei Unfall
Vorderrad abgerissen: Zwei Schwerverletzte bei Unfall
Wasserrohrbruch im Allee-Center - keine Fäkalien
Wasserrohrbruch im Allee-Center - keine Fäkalien
Wasserrohrbruch im Allee-Center - keine Fäkalien
Alte Johanneskirche könnte Kita werden
Alte Johanneskirche könnte Kita werden
Alte Johanneskirche könnte Kita werden

Kommentare