Allee-Center

Kosmetik-Kette sendet positives Signal

Im Allee-Center herrscht coronabedingt weiterhin Einbahnstraßen-Verkehr. Trotzdem steigen die Besucherzahlen wieder an. Archivfoto: Doro Siewert
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Im Allee-Center herrscht coronabedingt weiterhin Einbahnstraßen-Verkehr. Trotzdem steigen die Besucherzahlen wieder an.

Zwei Läden im Allee-Center schließen – Gespräche mit möglichen Real-Nachfolgern

Von Sven Schlickowey

Das Bekleidungsgeschäft Taifun hat an diesem Montag nicht mehr geöffnet, nahezu zeitgleich wurde bekannt, dass Runners Point in absehbarer Zeit dicht machen wird – im Allee-Center steigt die Zahl der Leerstände auf etwa ein halbes Dutzend. Mit dem Standort hat das, zumindest in diesen beiden Fällen, nichts zu tun. Trotzdem mache es die aktuelle Situation nicht gerade einfacher, neue Mieter zu akquirieren, sagt Center-Manager Nelson Vlijt: „Die Krise hat starke Auswirkungen auf die Wirtschaft. Und natürlich auch auf den Einzelhandel.“

Entsprechend gering ist in vielen Branchen derzeit die Bereitschaft zu investieren. „Wir sind weiterhin im Gespräch mit potenziellen Partnern“, sagt Vlijt. Doch wirklich Aussicht auf Erfolg habe das aktuell vor allem im Bereich Lebensmittel – als Ersatz für den Real im Untergeschoss, der bekanntlich Ende des Jahres schließt. „Ansonsten kann ich momentan nur mit einer Wunschliste arbeiten“, so der Centermanager. Und auf der stehen vor allem Fachgeschäfte für Spielzeug, Sportartikel und Familienbedarf.

Das Hauptaugenmerk sei derzeit ohnehin auf das Untergeschoss gerichtet: „In der Krise hat sich erneut gezeigt, wie wichtig die Nahversorgung ist.“ Man stehe mit möglichen Real-Nachfolgern im Kontakt, doch das brauche Zeit: „Das ist ein längerer Prozess, bei dem vieles ineinander greift.“

Fest stehe aber bereits, dass der Übergang nicht ganz nahtlos verlaufen werde. Weil die Real-Fläche für einen Lebensmittelmarkt nach heutigen Maßstäben zu groß sei, müsse sie – nach dem Rückbau durch den bisherigen Mieter – umgestaltet werden, so der Center-Manager: „Es wird eine Bauphase geben, darauf müssen sich die Kunden einstellen.“

Derweil kehrt in das Center trotz Corona ein Stück Normalität zurück. Die Besucherzahlen lägen inzwischen nur noch rund 20 Prozent unter denen vor der Krise, sagt Vlijt. Nachdem sie zwischenzeitlich um fast 80 Prozent eingebrochen waren. „Richtig schwer haben es weiterhin die Gastronomie-Betriebe.“ Und nach wie vor stehe eher das zielgerichtete Einkaufen als das Shopping-Erlebnis im Vordergrund.

„In der Krise hat sich erneut gezeigt, wie wichtig die Nahversorgung ist.“
Center-Manager Nelson Vlijt

Ziel sei es, dass sich im Juni die Öffnungszeiten aller Geschäfte wieder angeglichen haben, berichtet Nelson Vlijt. Aktuell haben noch nicht alle geöffnet, andere haben eingeschränkte Öffnungszeiten. Das sei zum Teil auf Kurzarbeit zurückzuführen. „Und darauf, dass einige Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung vor großen Herausforderungen stehen.“ Zwar seien die Mieter des Centers eigentlich verpflichtet, bestimmte Öffnungszeiten einzuhalten, doch in der Krise sei vieles anders: „Das müssen wir als Solidargemeinschaft überstehen“, sagt Vlijt. „Was nützt es, in einer solchen Situation blind auf irgendwelche Verträge zu schauen?“

Bei den beiden aktuellen Schließungen – Taifun und Runners Point – spielt Corona aber ebenso wenig eine Rolle wie der Standort Remscheid. Die Laufschuh-Kette schließt auf Geheiß des Eigners Foot Locker komplett. Und die Taifun-Schließung ist Teil der Restrukturierung der Muttergesellschaft Gerry Weber, bestätigt deren Pressesprecherin.

Das Allee-Center habe weiterhin seine Stärken, sagt Nelson Vlijt und zählt die Anbindung zur Innenstadt und die hoher Besucherfrequenz als Beispiele auf. „Das sind Themen, die potenzielle Mietpartner nach wie vor zu schätzen wissen.“ Wie es gehen kann, zeigt die Kosmetik-Marke Rituals, die Anfang Mai, also mitten in der Krise, im Center eröffnete. „Die sind trotz der Lage positiv gestartet und sehr zufrieden“, berichtet Vlijt. „Das ist in dieser Situation natürlich ein super Signal.“

Hintergrund

Der Real ist bislang der flächenmäßig größte Mieter im Center, über 5000 Quadratmeter stehen im Untergeschoss zur Verfügung, um Lebensmittel und Non-Food-Artikel zu verkaufen. Um dort erneut einen Lebensmittelhändler anzusiedeln, muss die Fläche geteilt werden. Zum Vergleich: Edeka gibt die Größe seiner Märkte in der Regel mit „600 bis 1500 Quadratmeter“ an, nur die großen E-Center hätten „bis zu 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche“.

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