Klosterkirche

Konrad Beikircher: Es war nicht sein bester Abend

Konrad Beikircher ist ein gerngesehener Gast in der Klosterkirche. Diesmal tat er sich allerdings etwas schwer. Foto: Michael Schütz
+
Konrad Beikircher ist ein gerngesehener Gast in der Klosterkirche. Diesmal tat er sich allerdings etwas schwer.

Kabarettist Konrad Beikircher in der Klosterkirche.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der Kabarettist Konrad Beikircher ist ein gerne gesehener Gast in der Lenneper Klosterkirche. Auch er selbst komme immer wieder gerne nach Lennep, erklärte er bei seinem Gastspiel am Sonntagabend, und wie immer vermeide er bei seinen Besuchen in der Klosterkirche das Wort „Remscheid“.

Nachdem er das volle Haus mit fast 100 Gästen mit „Liebe Gemeinde“ begrüßt hatte, stand „Beikirchers Schiff ahoi“ auf dem Programm, Texte, die sich mit so manchen Problemen und Sonderbarkeiten auf einer Kreuzfahrt auseinander setzen und satirisch beleuchten.

Der 75-jährige Beikircher, dessen Stimme nach wie vor kräftig ist, tat sich schwer, den roten Faden des Themas stringent zu verfolgen. Er bog immer wieder ab, um über die Eigenarten der rheinischen Sprache zu reden oder seine Abneigung gegen das Gendern dem Publikum nahezubringen. Auch gestand der Kabarettist, dass er die Zeit, als es noch darum ging, politisch nicht korrekt sein zu müssen, sehr geschätzt habe, und untermalte dies mit einem Beispiel, das an dieser Stelle nicht abzudrucken ist, weil es das N-Wort enthielt. Nicht alle im Publikum wollten ihm da folgen.

Beikircher berichtete von seiner ersten Kreuzfahrt, auf der er als Künstler gebucht war. Diese Kreuzfahrt ging nach Grönland. „Macht ja auch Sinn“, fand er, „Grönland ist rechtsrheinisch.“ Schilderungen über das Briefing auf der MS Europa schlossen sich an. „Angesichts des hohen Alters der Gäste auf diesem Schiff heißt es nicht ‚Motorschiff’ sondern ‚Mumienschiff’“. Anekdoten über den einstigen Heldentenor Peter Hofmann, die Sinnlosigkeit von Sektempfängen in der Antarktis und die Frage, was denn eigentlich eine Kreuzfahrt sei („Eine schwimmende Geschlossene“), vervollständigten die ersten Hälfte des Programms, in deren Verlauf das eigentliche Motto des Abends viel zu wenig bedacht wurde.

In der Pause konnte man einige irritierte Blicke mancher Gäste ausmachen. Es schlossen sich an: Unterschiede zwischen Süß- und Salzwasserkreuzfahrten, Einblicke in die verschiedenen Kreuzfahrtmöglichkeiten – solche für Biker und auch welche für Wacken-Heavy-Metal-Fans mit Schlamm an Deck –, was geschieht, wenn man Baileys trinkt („Seitdem habe ich Gedächtnisstörungen.“), und was es eigentlich wirklich bedeutet, wenn „Mann über Bord“ gerufen wird.

Bei seinem letzten Besuch in der Klosterkirche (Anfang Dezember 2019) konnte sich Beikircher seinem Leib- und Magenthema widmen: Das Leben und die Sprache des Rheinländers an und für sich. Das war stark und sehr menschlich. Man hat ihn schon besser erlebt als am Sonntag in der Klosterkirche.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Zwei weitere Todesfälle
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Zwei weitere Todesfälle
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Zwei weitere Todesfälle
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut

Kommentare