Bewerber fehlen

Mehr Jugendliche erreichen: Konferenz gegen Azubi-Mangel

Mehr als 65 Teilnehmer konnte IHK-Präsident Henner Pasch (l.) im BZI begrüßen. Die Konferenz suchte nach Wegen, mehr Jugendliche für Ausbildungen zu begeistern.
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Mehr als 65 Teilnehmer konnte IHK-Präsident Henner Pasch (l.) im BZI begrüßen. Die Konferenz suchte nach Wegen, mehr Jugendliche für Ausbildungen zu begeistern.

Lehrer, Ausbilder und andere Fachleute tauschen sich im BZI aus.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. „Die Gretchenfrage lautet: Was müssen wir tun, um die jungen Menschen zu erreichen“, sagt Alexander Lampe, der Geschäftsführer des BZI. Und genau diese Gretchenfrage hat an diesem Freitag mehr als 65 Teilnehmer zu einer Ausbildungskonferenz in dem Remscheider Bildungszentrum zusammengebracht. Immer mehr Unternehmen in der Region haben Probleme, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen, es fehlen die Bewerber. Und die Konferenz sucht nach Lösungen.

70 Jahre BZI: Von der Lehrwerkstatt zum Bildungszentrum

Das soll in erster Linie ein Auftakt sein, sagt Lampe: „Wir wollen das zukünftig wiederholen.“ Denn mit einem Treffen sei das Thema sicherlich nicht erledigt. Stattdessen gelte es nun, ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten, umzusetzen und später gegebenenfalls anzupassen. „Allein gelingt uns das allen nicht“, ist Alexander Lampe überzeugt. „Die Klaviatur, die man spielen muss, ist zu vielfältig.“

So könne die Generation Z erreicht werden

In drei Workshops näherten sich die Teilnehmer dem Thema, einer drehte sich um die Generation Z, junge Menschen also, die etwa zwischen der Jahrtausendwende und dem Jahr 2012 zur Welt gekommen sind. „Diese Generation ist kritischer, emotionaler aber auch selbstbewusster“, weiß Lampe. Dazu gehöre auch, dass ihre Vertreter viel weniger bereit seien, es hinzunehmen, wenn Zugesagtes nicht eintritt. „Da sollte die Image-Broschüre schon im wahren Leben umgesetzt sein.“

Die Generation Z erreiche man nur mit ehrlicher Kommunikation, habe der Workshop erarbeitet. Und das beginne bereits mit der Berufsbezeichnung, meint der BZI-Geschäftsführer: „Ein Schmied ist halt ein Schmied. Und kein Verfahrenstechnologe Metall.“

Die Berufsorientierung funktioniert nicht mehr

Zu der Konferenz gekommen waren neben Vertretern von IHK und Arbeitgeberverband, den Gesellschaftern des BZI, Personal- und Ausbildungsleiter von Firmen aus dem gesamten Städtedreieck, Lehrkräfte von verschiedenen Schulen und Vertreter der Stadt Remscheid. Eingeladen hatte das BZI. Durchaus auch aus Eigennutz, wie Alexander Lampe einräumt: Gehen die Ausbildungszahlen zurück, hat auch das Bildungszentrum weniger zu tun.

Ausbildung: Zahl der Bewerber weiter gesunken

Der Grund, dass die Bewerberzahlen zurückgingen, liege vor allem in der Demografie, hatte IHK-Präsident Henner Pasch in seiner Einleitung erklärt. Doch Corona habe das Thema deutlich verschärft. Zwei Jahrgänge von Schulabsolventen seien teilweise verschwunden, sagt Lampe: „Was nicht mehr funktioniert, ist die Berufsorientierung.“ Das gelte auch fürs BZI selber: „2018 und 19 hatten wir 1200 Schülerinnen und Schüler hier zur Orientierung, zuletzt war es gerade noch die Hälfte.“ Wo die jungen Menschen abgeblieben sind, sei ungeklärt: „Meine Befürchtung ist ja, die machen nichts.“

Also müsse man mehr tun, um die Schülerinnen und Schüler zu aktivieren, ist Lampe überzeugt. „Das muss fünf, vielleicht sogar zehn Jahre früher ansetzen als heute.“ Auf jeden Fall gehöre das Thema ins öffentliche Bewusstsein. Und verdiene auch eine entsprechende Finanzierung. „Wir hatten ja die Idee, mit allen Schulen in Remscheid etwas zu machen. Aber das scheiterte daran, dass die Finanzierung nicht geklärt ist.“

Hintergrund

Das 1952 als „Gemeinschaftslehrwerkstatt der Remscheider Eisen- und Metallindustrie“ gegründete BZI bietet heute neben überbetrieblicher Ausbildung auch verschiedene Weiterbildungen an.

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