Glaube

Kommunion und Konfirmation werden erst im Herbst gefeiert

Philipp Müller, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Radevormwald chattet mit seinen Konfirmanden. Foto: Philipp Müller
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Philipp Müller, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Radevormwald chattet mit seinen Konfirmanden.

Pfarrer halten mit den Jugendlichen digital Kontakt.

Von Melissa Wienzek

Remscheid/Radevormwald. Auf den Übergang ins kirchliche Erwachsenenalter müssen die Jugendlichen nun noch länger warten. Wegen der Corona-Krise werden die Konfirmation in den evangelischen Gemeinden und die Kommunion in den katholischen Gemeinden verschoben. Eigentlich würden in den kommenden Wochen zahlreiche junge Christen in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Daraus wird nichts – auch wenn Gottesdienste seit dem 1. Mai wieder erlaubt sind. Die Gemeinden hoffen nun, dass sie im Spätsommer oder im Frühherbst die Feiern nachholen können. Und dann steht schon der nächste Jahrgang in den Startlöchern.

Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster ist auch noch skeptisch, was den Herbst-Termin angeht. „So, wie es sich derzeit abzeichnet, können wir wohl auch dann nicht ganz normal feiern. Wahrscheinlich wird uns das Thema noch eine ganze Weile begleiten.“ Beim Kommuniongang müsse geholfen werden. Wie eine solche Zeremonie unter den gängigen Auflagen vollzogen werden könnte, müsste dann noch besprochen werden. Die Gemeinden der Pfarrei St. Suitbertus könnten die Kinder vielleicht in kleinen Gruppen oder per Videostream vorbereiten, überlegt der Stadtdechant. In der katholischen Pfarrei waren allein 74 Kinder angemeldet, die nun am Himmelfahrtstag nicht ihre Kommunion empfangen können.

Wie viele Konfirmanden im evangelischen Kirchenkreis Lennep genau betroffen sind, kann Superintendent Hartmut Demski nicht sagen. Da die angeschlossenen Gemeinden in Remscheid aber allein um die 35 000 Mitglieder haben, dürfte die Zahl hoch sein.

Radevormwalder Pfarrer feiert Gottesdienste via WhatsApp

Alle Konfirmationen sind in die zweite Jahreshälfte verlegt. Es findet kein regulärer Vorbereitungsunterricht statt. Aber man habe sich etwas einfallen lassen, um mit den Jugendlichen Kontakt zu halten, sagt Demski. „Ich finde es wirklich bemerkenswert, was da für kreative Ideen und virtuelle Möglichkeiten entstanden sind.“ Zum Beispiel die „Konfi-App“. Pfarrer Volker Lubinetzki aus Wermelskirchen setzt diese ein – und habe bereits gute Erfahrungen gemacht. Die App funktioniert wie ein Chatprogramm: Die Konfirmanden und ihr Pfarrer können sich austauschen. Der Clou: Hier ist direkt die Bibel eingebunden.

Auch Pfarrer Philipp Müller von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Radevormwald überlegt, die „Konfi-App“ für seinen nächsten Jahrgang einzusetzen. Mit seinen aktuellen 40 Konfirmanden tauscht er sich via WhatsApp aus. Sie seien ganz begeistert dabei. Eigentlich wären die Jugendlichen bereits vergangene Woche Sonntag konfirmiert worden. „Gerade die Zeit kurz davor wäre eine ganz intensive Phase mit ihnen gewesen“, bedauert Müller. „Das macht schon traurig.“ Die Jugendlichen seien dennoch im Sonntagsgottesdienst vorgekommen – virtuell. „Die Konfis haben uns vorab kleine Videos geschickt, was ihre Mutmacher in dieser Zeit sind. Diese wurden dann in die Predigt aufgenommen.“

Pfarrer Müller feiert zudem in regelmäßigen Abständen mit den Jugendlichen Whats-App-Gottesdienste. „Ich lade sie ein, um 17 Uhr am Handy oder am Tablet zu sein, und schicke dann eine die Kirchenglocken-App rum.“ Es gibt eine Begrüßung, ein Gebet – alles per Chat. Die Jugendlichen antworteten mit „Amen“. „Dann lade ich sie zum Beispiel dazu ein, Liedverse zu teilen, die für sie eine Bedeutung haben“, erzählt er. Oder man mache sich im Gruppenchat Gedanken über Bibeltexte. Selbst das „Vater unser“ wird gemeinsam geteilt: Jeder tippt reihum eine Zeile davon ein.

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