Anderen als Vorbild dienen

Max Koch ist bester Azubi in ganz Deutschland

Max Koch (Mi.) mit Juniorchef Patrick Schimmel (r.) und seinem „Vorgänger“ und Meister Jan Richter. Urkund und Medaille weisen ihn als Besten seines Jahrgangs aus. Foto: Michael Schütz
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Max Koch (Mi.) mit Juniorchef Patrick Schimmel (r.) und seinem „Vorgänger“ und Meister Jan Richter. Urkund und Medaille weisen ihn als Besten seines Jahrgangs aus.

Max Koch ist der beste Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik Deutschlands.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Max Koch ist der Beste seines Jahrgangs. Im Sommer schloss er seine Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik bei der Remscheider Firma SMS Sicherheitstechnik ab. Ein halbes Jahr früher als eigentlich vorgesehen. Vor allem aber als bester Azubi in ganz Deutschland. Inzwischen hat es den 21-Jährigen aus dem Bergischen nach Berlin verschlagen, wo er einen von 24 Plätzen für ein duales Studium bei der Feuerwehr ergattern konnte. Ausgewählt wurde er dafür unter rund 1000 Bewerbern.

Nach Berlin wäre Max Koch in normalen Jahren auch ohne sein Studium gefahren. Die bundesbesten Azubis werden gewöhnlich in der Hauptstadt geehrt, inklusive Treffen mit dem Bundespräsidenten. Dass das coronabedingt diesmal nur per Livestream stattfinden konnte, er Frank-Walter Steinmeier also nur digital traf, nimmt Max Koch gelassen: „Man soll sich über das freuen, was man bekommt“, sagt er. „Und nicht über das ärgern, was einem entgeht.“

„Er ist jemand, der sich immer hohe Ziele steckt.“
Juniorchef Patrick Schimmel über seinen Ex-Azubi

Ein Satz, der irgendwie ganz gut zu ihm passt. Max Koch ist offensichtlich jemand, der sich seine Chancen sucht. Und sie dann auch nutzt. Nach dem Abi auf einem wirtschaftlichen Berufskolleg, Abschluss mit 1,6, sei ihm klar gewesen, dass er etwas Handfestes machen will, sagt er. Als bei seinen Eltern eine Alarmanlage installiert wurde, weckte das sein Interesse. „Ich fand das ganz cool“, erinnert er sich. Also machte er sich auf die Suche nach Ausbildungsbetrieben – und landete so bei SMS Sicherheitstechnik in Remscheid.

Dabei erwies sich das Unternehmen als „Wiederholungstäter“. Bereits 2014 stellte SMS den besten Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik in Deutschland. Jan Richter, inzwischen Meister, bildete nun zusammen mit Juniorchef Patrick Schimmel den nächsten Bundesbesten aus. Die Verantwortung für den wiederholten Erfolg weisen die beiden in großen Teilen von sich: „Das ist ja nicht nur dem Betrieb zu verdanken“, sagt Patrick Schimmel. Max Koch sei ein sehr ambitionierter Auszubildender gewesen. „Er ist jemand, der sich immer hohe Ziele steckt.“

Dazu gehöre es auch, bei jeder Projektarbeit, jeder Prüfung alles zu geben, sagt der frisch gebackene Geselle. „Dafür braucht man Disziplin und Leidenschaft.“ Mit seinem Werdegang, sagt Koch, möchte er auch anderen Jugendlichen ein Vorbild sein, ihre Chancen im Handwerk zu suchen. „Allein was ich menschlich in dieser Zeit gelernt habe, kann mir niemand mehr nehmen.“

Zudem sei sein Ausbildungsberuf hoch interessant. „Man ist jeden Tag woanders, jeden Tag in einem anderen Umfeld.“ Und neben der körperlichen Arbeit gehöre Planung, Beratung und Programmierung zum Job. „Das macht ihn abwechslungsreich.“

Dass Koch trotzdem nicht in seinem erlernten Beruf bleibt, hat mit einer weiteren Leidenschaft zu tun, die sich während seiner Ausbildung entwickelte. Über die Arbeit, zu der neben Einbruchmelde- und Überwachungsanlagen auch Brandmelder gehören, habe er immer wieder Kontakt zu Feuerwehren gehabt, berichtet Max Koch. Erst trat er in die Freiwillige Feuerwehr ein, dann hörte von einem bisher einmaligen dualen Studium in Berlin.

Dort absolviert er nun parallel eine feuerwehrtechnische Ausbildung und ein Studium im Bereich Brandschutz und Sicherheitstechnik an der Beuth Hochschule. In dreieinhalb Jahren könnte Max Koch, wenn alles reibungslos läuft, Brandoberinspektor sein. Und einen Bachelor of Engineering in der Tasche haben.

Danach würde er erst einmal gerne Dienst auf einer Wache schieben, berichtet Koch. „Später könnte ich mir dann vorstellen, in den vorbeugenden Brandschutz zu gehen.“ Das wäre dann quasi eine Rückkehr zu seinen beruflichen Wurzeln. Nicht nur deswegen sagt er: „Ich habe meinen Weg gefunden und würde niemals einen anderen gehen.“

Hintergrund

Elektroniker/-in für Informations- und Telekommunikationstechnik ist einer von rund 130 verschiedenen Ausbildungsberufen im Handwerk. 2019 schlossen die deutschen Handwerksbetriebe mehr als 138 000 neue Ausbildungsverträge ab, im gleichen Jahr bestanden fast 90 000 Azubis ihre Gesellenprüfung. Die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen liegt seit Jahren konstant über 20 000 pro Jahr.

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