Lennep

Klosterkirche schließt für Sanierung

Die Klosterkirche in Lennep.
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Die Klosterkirche in Lennep.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Stadt investiert 1,3 Millionen Euro in das Gebäude. Alle Schließungszeiten und Details. Auch die Klosterschänke ist betroffen.

Remscheid. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt der neue Vorsitzende des Vereins Kulturzentrum Klosterkirche, Torsten Kohl, dem nächsten Monat sowie dem ersten Quartal 2023 entgegen. Denn dann wird die Kulturstätte im Herzen von Lennep schließen müssen - zum Glück aber nur sporadisch. Zwischenzeitlich sind Veranstaltungen möglich.

Torsten Kohl ist neuer Vorsitzender des Vereins.

Denn nach rund 30 Jahren lässt die Eigentümerin, die Stadt Remscheid, das altehrwürdige Gemäuer sanieren. Dafür wurden laut Stadtkämmerer Sven Wiertz (SPD) 1,3 Millionen Euro in den Doppelhaushalt 2021/2022 eingestellt. „Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass sie so viel Geld in die Hand nimmt. Denn danach haben wir wieder ein Bauwerk, das dem modernsten Stand der Technik entspricht“, sagt Torsten Kohl. So könne auch der 503 Mitglieder starke Verein wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Aber: Die Sanierung und die damit verbundene Schließung bedeuteten auch: keine Einnahmen.

Erste Schließung - auch für Klosterschänke und Minoritensaal

Bereits vom 4. bis 15. Juli bleibt die Tür zum Kulturzentrum für erste Arbeiten geschlossen. Das ist für den Verein verkraftbar, denn in dieser Zeit finden ohnehin keine Kulturveranstaltungen statt. Allerdings kann in diesem Zeitraum kann auch nicht fremdvermietet werden. Denn der Minoritensaal ist auch ein beliebter Hochzeits- und Tagungsort. Und in der Schänke bleibt ebenso die Küche kalt.

Der nächste Termin ist dann wieder „Weltklassik am Klavier“ am 17. Juli mit Alexey Lebedev.

Zweite Schließung ab Januar

Die zweite Schließung dauert dann erheblich länger: nämlich fast drei Monate, vom 2. Januar bis 17. März. Bedeutet: drei Monate keine Kulturveranstaltungen, drei Monate keine Vermietungen, drei Monate keine Einnahmen.

Klosterschänke kann eher wieder öffnen

Auch die angeschlossene Gastronomie, die Klosterschänke, müsse in diesem zweiten Zeitraum schließen, allerdings nicht so lange, sagt Kohl. „Für uns ist es auf der einen Seite zwar schade, dass der Umbau nicht in Coronazeiten erfolgen konnte. Aber wir können auch verstehen, dass die Stadt nicht in der Situation war, die Arbeiten eher durchzuführen“, zeigt der neue Vereinsvorsitzende Verständnis. Er wurde zuletzt bei der Mitgliederversammlung als Nachfolger von Wolfgang Moritz bestimmt.

Man habe glücklicherweise mit einem Jahr Vorlaufzeit ein wenig planen können. Aber nur ein wenig. Denn Spielpläne werden früh festgezurrt, Kulturmanagerin Andrea Preker ist ohnehin regelmäßig mit dem Verschieben beschäftigt - auch wegen Corona. Es mussten nun Kulturveranstaltungen im ersten Quartal 2023 reduziert werden. „Wir hoffen, diese später nachzuholen.“

Sanierung der Klosterkirche: Was wird gemacht?

Was wird genau gemacht? Laut Stadtkämmerer und Kulturdezernent Sven Wiertz (SPD) handelt es sich in erster Linie um verschiedene Anpassungen im Bereich des Brandschutzes. Zudem werden die gesamte Haustechnik sowie die Außenfassade überarbeitet. Auch die Künstlergarderobe soll neu gestaltet werden.
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„Die Arbeiten sind erforderlich, um den dauerhaften Betrieb der Einrichtung nach den heute anerkannten Regeln der Technik sicherzustellen“, betont Wiertz. Dies betrifft insbesondere den Brandschutz, ein stets heikles Thema bei allen Gebäuden, und die grundlegende Überarbeitung der Haustechnik. Für den Brandschutz werde ein neues Konzept erarbeitet und umgesetzt, das unter anderem auch die künftige Nutzung der Versammlungsräume und die Abschottung der Brandabschnitte im Gebäude betreffe.

Die Haustechnik umfasst neben Maßnahmen für den Bereich von Heizung, Lüftung und Sanitär insbesondere die grundhafte Erneuerung der Elektrotechnik, das heißt, der Verteilungen- und Unterverteilungen im Hause, der Leitungsverbindungen und der Beleuchtungsmittel. Hier möchte die Stadt auf energiesparende und moderne LED-Leuchten umstellen.

Insbesondere diese Arbeiten an der Elektrotechnik können nicht ohne Einschränkungen für den Betrieb durchgeführt werden, da in bestimmten Bauphasen das gesamte Gebäude stromlos geschaltet wird. „In der Bauplanung wurde von Beginn an geprüft, diese Zeiten so kurz wie möglich zu halten, um betriebliche Schließungszeiten zu reduzieren“, betont der Kämmerer.

Verein hofft auf neue Spielzeit - Ticket-Nachfrage bisher mau

Für Torsten Kohl ist nun eines wichtig: „Wir hoffen, dass der Betrieb mit Beginn der neuen Spielzeit wieder anläuft.“ Denn noch sei die Nachfrage nach Tickets sehr mau.

Bilanz 2021

Die Pandemie hat auch die Lenneper Kulturstätte hart getroffen. 2021 schloss der Verein mit einem Gewinn von 7391 Euro ab − und kam so gerade eben mit einem blauen Auge davon. 2020 lag der Gewinn noch bei 73.679 Euro. Geholfen hatte hierbei vor allem der „Notfallfonds Kultur“ der Stadt. Von Januar bis heute konnten nur 50 Prozent der Veranstaltungen stattfinden.

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