Teo Otto Theater

Klimaschutz: UN-Preisverleihung auf der Theaterbühne

Auf dieser Bühne werden die Preisträger des „Global Calls“ gekürt: Dr. Peter Schniering (4.v.l.) besichtigte gestern mit den UN-Vertretern Vanessa Völkel (4.v.r.), Theresa Rueth, Lea Spörcke, Daniele Gelz sowie Leonie Brand, Peter Ruschhaupt (beide FCA) das Teo Otto Theater. Begrüßt wurden die Gäste von Sven Graf (li.), künstlerischer Theaterleiter. Foto: Michael Schütz
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Auf dieser Bühne werden die Preisträger des „Global Calls“ gekürt: Dr. Peter Schniering (4.v.l.) besichtigte gestern mit den UN-Vertretern Vanessa Völkel (4.v.r.), Theresa Rueth, Lea Spörcke, Daniele Gelz sowie Leonie Brand, Peter Ruschhaupt (beide FCA) das Teo Otto Theater. Begrüßt wurden die Gäste von Sven Graf (li.), künstlerischer Theaterleiter.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Remscheid richtet den „Global Call 2021“ aus – Über 300 Bewerbungen zu Klimaprojekten sind weltweit eingegangen.

Remscheid. Knapp 300 Bewerbungen aus 71 Ländern, verteilt über alle fünf Kontinente, sind beim „Global Call 2021“ eingegangen. Der weltweit ausgelobte Umweltpreis der Vereinten Nationen (UN) wird am 26. Oktober (17 Uhr) im Teo Otto Theater verliehen. Dass dieser hochkarätige Wettbewerb seinen Abschluss in Remscheid findet, ist Dr. Peter Schniering zu verdanken. Der Geschäftsführer von Schumacher Precision Tools, Experte für internationale Klima- und Energiepolitik, hat es geschafft, als einer der Köpfe des Think Tanks Future Cleantech Architects (FCA) die Gewinnzeremonie in seine Heimatstadt zu holen.

FCA arbeitet bei der Ausrichtung eng mit der UNIDO, der UN-Organisation für industrielle Entwicklung zusammen. Besonders ist dabei, dass unter der Regie des UNIDO-Büros für Investitionsförderung und Technologietransfer (ITPO) Bonn drei UN-Organisation eng kooperieren. Am Donnerstag sah sich eine achtköpfige Delegation das Theater an, sprach mit der Verwaltungsspitze und traf sich in der Gründerschmiede zu einem Brainstorming. Nach heutigem Stand werden am 26. Oktober etwas über 200 geladene Gäste dabei sein, wenn die Preise in vier Kategorien übergeben werden.

Ausgezeichnet werden Ideen, die innovative Lösungen in der Klimatechnologie und im Landmanagement präsentieren. Diese sind dringend erforderlich. „Die Menschheit steht unter einem enormen Zeitdruck in den kommenden neun Jahren. 2030 droht uns eine eisfreie Arktis. Und das wird nur das kleinste Problem sein“, betonte Schniering am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. „Wir müssen deshalb enorm schnell Mittel finden, um die negativen Folgen des Klimawandels zu bekämpfen, und diese möglichst flächendeckend zum Einsatz bringen.“

Nach dem Bewerbungsschluss am 2. August konnten die Initiatoren am Donnerstag zufrieden berichten, dass sich die gewaltige Resonanz ausgewogen über alle vier Teilbereiche erstreckt: „Dekarbonisierung wachsender urbaner Lebensräume“, „Saubere und effiziente Energieerzeugung und -speicherung“, „Kreislaufwirtschaft und industrielle Prozesse“ sowie „nachhaltiges Landmanagement“. Bevor die sechsköpfige, internationale Jury eingreift, treffen die Organisationen eine Vorauswahl. Louise Baker (UNCCD), Andrea Camponogara (UNFCCC), Alois Mhlanga (UNIDO) sowie Abimbola Olufore, Prof. Rolf Steltemeier und Xiaolei Zhao (Leiter der UNIDO ITPOs in Nigeria, Deutschland und Shanghai) fällt schließlich die Aufgabe zu, die Allerbesten rauszufiltern.

Preisgelder gibt es nicht, stattdessen winkt Auftritt beim COP in Glasgow

Gesucht sind Innovationen, die nachhaltig und skalierbar, heißt: großflächig anwendbar sind. Peter Ruschhaupt (FCA) hat bei der ersten Sichtung der Eingänge festgestellt, dass sich mehrere Ideen um dezentrale Photovoltaik mit Batterieversorgung drehen.

Pro Kategorie sind mehrere Gewinner denkbar. Preisgelder werden nicht ausgeschüttet. Den Siegern winkt etwas viel Lukrativeres, die große Bühne. Bei der COP, der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow erhalten die Ausgewählten des „Global Calls“ Anfang November die Gelegenheit, ihre Innovationen dem Fachpublikum vorzustellen. „Diese Chance, sich vor den Augen der ganzen Welt zu präsentieren, lässt sich nicht in Geld aufwiegen. Das ist ein Ritterschlag“, stellt Vanessa Völkel (UNIDO ITPO Deutschland) fest. Wer sich im Bereich Landmanagement durchsetzt, dem wird eine ähnliche Ehre zuteil. Er kann sich auf der Agritechnica in Hannover, der Weltleitmesse für Landtechnik, im März 2022 zeigen.

FCA und UNIDO ist bewusst, dass in Zeiten der Pandemie nicht jeder Preisträger für die Verleihung einfliegen wird. Dafür sind ein professionelles Live-Streaming geplant, aufgenommen mit mehreren Kameras im Theater, sowie Videoeinspielungen auf Großleinwänden, bei denen die Gewinner in kleinen Filmen ihre Projekte visualisieren.

„Noch gibt es keine offizielle Einladung für die Gäste, aber das Interesse ist schon jetzt enorm hoch“, erklärt Dr. Peter Schniering. Mit Vanessa Völkel wird er durch die Verleihung moderieren. Schniering motiviert, dass er sowohl in der Stadtverwaltung wie auch bei den Theaterverantwortlichen viel Enthusiasmus verspürt, die weltweit agierenden Organisationen bei der Umsetzung zu unterstützen, mithin Remscheid ins Rampenlicht zu hieven.

Hintergrund

Die Future Cleantech Architects (FCA) mit Sitz in der Hindenburgstraße 37 organisieren mit drei Fachbereichen der UN den „Global Call 2021“ im Teo Otto Theater. Dies sind die UNIDO ITPO Germany (Investitionen und Technologien für eine nachhaltige industrielle Entwicklung), UNFCC (Klimarahmenkonvention der UN) sowie UNCCD (Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung).

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