Gäste aus 25 Staaten der Erde

Klimaschützer übernehmen die Stadt

Die Future Clean Architects: Leonie Brand, Peter Ruschhaupt, Francesca Brunner, Dr. Peter Schniering, Pau Farres und Antoine Koen (v. l.) planen das „The ARC Festival 2022“ in Remscheid.
+
Die Future Clean Architects: Leonie Brand, Peter Ruschhaupt, Francesca Brunner, Dr. Peter Schniering, Pau Farres und Antoine Koen (v. l.) planen das „The ARC Festival 2022“ in Remscheid.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
    schließen

Es geht um mehr Tempo: Am 22. und 23. Juni erwartet Remscheid Gäste aus 25 Staaten der Erde.

Von Axel Richter

Remscheid. Wie werden wir schneller? Beim Einsatz von grünem Wasserstoff? Beim grünen Flugbenzin? Bei der grünen Zementherstellung? Diese Frage nach Effizienz und Schnelligkeit steht über allem, wenn Remscheid am 22. und 23. Juni mit dem „The ARC Festival 2022“ ein weiteres Mal zum Treffpunkt der internationalen Klimaschutz- und Technologie-Szene wird.

Cheforganisator Dr. Peter Schniering erwartet dazu Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 25 Staaten, dazu Vertreter der Europäischen Kommission, des Auswärtigen Amtes, der Vereinten Nationen sowie die erfolgreichsten europäischen Start-ups im Bereich Klimatechnologie. „Damit veranstalten wir Europas ambitioniertestes Festival in diesem Bereich“, sagt der Remscheider nicht ohne Stolz.

Schniering ist Unternehmer, Mitgeschäftsführer der Schumacher Precision Tools GmbH in Reinshagen und Chef der Future Clean Architects gGmbH mit Sitz an der Hindenburgstraße. Die haben vor allem ein Ziel: technische Innovationen vorantreiben, die dazu beitragen, die weltweiten Emissionen von klimaschädlichen Gasen zu reduzieren. Und zwar in großen Mengen. Schniering spricht von Sprunginnovationen. Er weiß: Wer statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, tut das Richtige. Das Weltklima rettet er dennoch nicht.

Die Zement- und Betonindustrie, die internationale Schiff- und Luftfahrt, die Stahlproduktion zählen zu den größten Emittenten klimaschädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan. Sie müssen „grüner“ werden. Und das schnell, sagt Peter Schniering: „Mit diesem Ziel bringen wir die besten Köpfe zusammen. Hier bei uns in Remscheid.“

Die lokale Perspektive ist dem Unternehmer wichtig. Nicht nur, weil in seiner Heimatstadt Remscheid mit ihren vielen stahlverarbeitenden Industriebetrieben viel fossile Energie verbrannt wird. „Hier bei uns in Remscheid wird auch das produziert, was wir für die Energiewende dringend brauchen“, sagt Schniering: „Werkzeuge zum Beispiel oder auch Rohrsysteme für die Wasserstoffwirtschaft. Ohne sie schaffen wir die Energiewende nicht. Das heißt, der Klimawandel und die Notwendigkeit der Klimaanpassung eröffnen dem Mittelstand zugleich große Potenziale.“

So wird Remscheid nachhaltiger

Nach dem ersten Remscheider Klimaforum im vergangenen Jahr wird das Festival 2022 noch einmal größer. Auf fünf Bühnen erwarten die Future Clean Architects 45 Sprecher. Experten sind das aus aller Welt, weshalb auf der Veranstaltung nahezu ausschließlich Englisch gesprochen wird. Die Speaker treten im Teo Otto Theater auf, in der Gründerschmiede, in der Stadtbücherei, im Rathaus und in den Räumen der Stadtsparkasse. In Workshops soll zudem Tempo für rasche Veränderungen aufgenommen werden. Zum Beispiel in Nigeria, Kenia und anderen Volkswirtschaften, die stark wachsen. Auch sie werden zu Gast sein, um sich über technische Lösungen zur emissionsfreien Produktion von Zement und Stahl auszutauschen.

Schniering und seinem achtköpfigen Team ist die Vorfreude auf ihr Forum anzumerken. „Wir übernehmen die Stadt“, sagen sie mit einem Lächeln: „In friedlicher Absicht natürlich.“ Apropos Frieden. Der Krieg in der Ukraine sei auf der einen Seite ein riesiger Rückschlag für den Klimaschutz. Auf der anderen Seite ein Beschleuniger alternativer Energien. Was auch immer, eines dürfe er nicht zur Folge haben, sagt Peter Schniering: „Dass wir beim Klimaschutz an Tempo verlieren.“

Future Clean Architects

Nicht in New York, Berlin oder Paris trifft sich die internationale Elite im Bereich Energie und Klimaschutz, sondern in Remscheid. Eingeladen ist sie von den Future Clean Architects, einer unabhängigen Denkfabrik. Gegründet wurde sie 2020 von Dr. Peter Schniering. Peter Schniering baute sein Abitur am Gertrud-Bäumer-Gymnasium. An der Uni Bonn promovierte er zur Klimapolitik, seither arbeitet er unter anderem für das Weltwirtschaftsforum und die Vereinten Nationen. Er ist zudem Mitgeschäftsführer bei Schumacher Precision Tools.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

An welcher Stelle steht dieses Eckhaus?
An welcher Stelle steht dieses Eckhaus?
An welcher Stelle steht dieses Eckhaus?
Corona: Inzidenz in Remscheid vierthöchste in NRW
Corona: Inzidenz in Remscheid vierthöchste in NRW
Corona: Inzidenz in Remscheid vierthöchste in NRW
Kinderärzte befürchten Anstieg von Erkrankungen durch Schulbeginn
Kinderärzte befürchten Anstieg von Erkrankungen durch Schulbeginn
Kinderärzte befürchten Anstieg von Erkrankungen durch Schulbeginn
Eventgarden: Michael Schulte begeistert zum Auftakt
Eventgarden: Michael Schulte begeistert zum Auftakt
Eventgarden: Michael Schulte begeistert zum Auftakt

Kommentare