Aktionen und Projekte

Kirche will klimaneutral und klimagerecht werden

Superintendentin Antje Menn (links) und ihre Stellvertreterin Annette Cersovsky stellten gestern das Themenjahr des Kirchenkreises Lennep „Kirche für Klima“ vor. Geplant sind zahlreiche Projekte und Aktionen, deren Ziel die Klimaneutralität im Kirchenkreis ist. Archivfoto: Axel Richter
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Superintendentin Antje Menn (links) und ihre Stellvertreterin Annette Cersovsky stellten gestern das Themenjahr des Kirchenkreises Lennep „Kirche für Klima“ vor. Geplant sind zahlreiche Projekte und Aktionen, deren Ziel die Klimaneutralität im Kirchenkreis ist. Archivfoto: Axel Richter

Kirchenkreis Lennep stellt sein Themenjahr unter das Motto „Kirche für Klima“ – Los geht es am 5. September

Von Sabine Naber

Remscheid. Mit ihrem Themenjahr, das unter der Überschrift „Kirche für Klima“ steht, will der Kirchenkreis Lennep die Bewahrung der Schöpfung und damit den Klimaschutz in den Mittelpunkt stellen. „Das ist uns ja als Auftrag gegeben. Und ein Wandel ist nötig, um unseren geschenkten Lebensraum zu schützen“, betonte Superintendentin Antje Menn gestern Vormittag im Haus der Kirche.

Mit Aktionen, Projekten und Informationen wird die Klimaneutralität im Kirchenkreis angestrebt. In einem ersten Projekt werden die kircheneigenen Gebäude unter die Lupe genommen. Start wird Ende Oktober sein, wenn eine Woche lang rund 70 Heizungsanlagen durch Fachleute einem Check unterzogen werden. „Wir haben die wichtigsten Gebäude für diese Bestandsaufnahme herausgesucht. Die Ergebnisse werden in einer zentralen Datenbank erfasst. Am Ende gibt es dann Handlungsempfehlungen für die Presbyterien“, fasst es Pfarrerin Annette Cersovsky, die Koordinatorin des Vorbereitungsteams für das Themenjahr, zusammen.

Bei einem zweiten großen Projekt geht es um Klima-Gerechtigkeit. Mit der Betonung darauf, dass unser Handeln in den Ländern des globalen Nordens unmittelbare Folgen für die Länder des globalen Südens hat“, so sieht es Pfarrer Matthias Schmid, RIO Rheinischer Dienst für Internationale Ökumene. Seit mehreren Jahren besteht eine trilaterale Partnerschaft des Kirchenkreises Lennep mit Christen aus der Diözese Kigeme in Ruanda und Mitgliedern der Christlichen Kirche in Nordzentral Java (GKJTU) in Indonesien.

Klimaneutralität soll in Gottesdiensten und Andachten Thema sein

„Für Klimaprojekte dort hat die Kreissynode einen Betrag von 28 000 Euro für internationale Projekte bereitgestellt. Im kommenden Jahr werden wir unsere dortigen Partner zu uns einladen, um zwei oder drei Wochen lang intensiv mit ihnen zusammenzuarbeiten.“ In Indonesien sei man beispielsweise schon weit damit gekommen, Biogas durch Dung zu gewinnen. In Ruanda bereite die Bodenerosion durch die Abholzung große Probleme. „Wir hoffen, uns gegenseitig voranzubringen“, bringt es Schmidt auf den Punkt.

Auch in den Gottesdiensten und Andachten sollen diese ersten Schritte hin zur Klimaneutralität ein Thema sein. Bewusst ist der offizielle Start des Themenjahres auf den 5. September gelegt worden, den ökumenischen Tag der Schöpfung. Beim Hochwasser vor wenigen Wochen war in Remscheid hautnah spürbar, was Klimawandel für jeden einzelnen bedeuten könnte - deshalb gibt es erste Konzepte, was zu tun ist.

Natürlich ist auch an die Kinder gedacht worden. Die Kindertagesstätte der Stadtkirchengemeinde auf dem Hasten und eine weitere in Wermelskirchen haben den Gedanken aufgegriffen und ebenfalls ein Themenjahr daraus gemacht. „Unser Jugendreferent Rolf Haumann arbeitet gerade daran, auch in den Jugendfreizeiten während der Herbst- und Osterferien das Thema, unter anderem durch Videoprojekte und dem Umgang mit Müll, in den Mittelpunkt zu stellen“, weiß Pfarrerin Cersovsky.

Mit Partnern gemeinsame Projekte entwickeln

Mit Partnern will man gemeinsam Projekte entwickeln und umsetzen. „Um das zu gewährleisten haben wir Fachleute als Kooperationspartner gewinnen können, die mit Vorträgen, Ortsbegehungen oder begleitenden Veranstaltungen das große Thema Klimaschutz nachvollziehbar und verständlich machen“, ist man sich einig. Seine Unterstützung zugesagt hat bereits Wolfgang Putz, ehemals Leiter des Umweltamtes der Stadt. Auch die Naturschule Grund sitzt mit im Boot. Konkrete Umsetzungsvorschläge und Ideen für Kirchengemeinden und Arbeitsbereiche des Kirchenkreises sollen Lust machen, sich auf den Weg zu begeben und die eigene Gemeinde, den eigenen Arbeitsbereich in kleinen Schritten naturnäher, nachhaltiger, ökologischer zu gestalten.

Viele Aktionen, die auf das Thema aufmerksam machen, sind geplant. Wanderungen zur Ökologie der Pilze wird es ebenso geben wie den Aktionstag „Ökofairer Einkauf im Wermelskirchener Weltladen. Im Dezember wird unter der Überschrift „Myrrhe – Pflanze des Jahres“ zu einem Gottesdienst im Advent eingeladen und im kommenden Jahr steht ein Open-Air-Gottesdienst mit Begleitprogramm unter der Überschrift „Wasser“ an der Kräwi auf dem Programm.

„Das Themenjahr ist ein Auftakt. Und wir sind uns bewusst, dass der Weg zur Klimaneutralität kein Sprint, sondern ein Langlauf ist“, macht die Superintendentin Antje Menn deutlich.

Hintergrund

„Kirche für Klima – Schöpfung bewahren“ ist das Motto des Themenjahres im Evangelischen Kirchenkreis Lennep., zu dem außer den Remscheider evangelischen Gemeinden auch die Radevormwalder, Hückeswagener, Wermelskirchener Gemeinden sowie die Hilgen-Neuenhauser gehören. Es gibt Aktionstage mit zahlreichen Beteiligten. Auch verschiedene Partner sind mit im Boot. Mehr Infos: www.kirchenkreis-lennep.de.

Hasten: Loch in entweihter Kirche.

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