Einkaufsmeile

Kleine Lichtblicke für die Alleestraße

Mercan Temizyurek und Ehemann Ahmet eröffnen heute auf der Alleestraße. Sie wollten mit ihrem Geschäft trotz aller Schwierigkeiten bewusst auf die Haupteinkaufsstraße ziehen. Foto: Roland Keusch
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Mercan Temizyurek und Ehemann Ahmet eröffnen heute auf der Alleestraße. Sie wollten mit ihrem Geschäft trotz aller Schwierigkeiten bewusst auf die Haupteinkaufsstraße ziehen.

Neueröffnung auf der unteren, erteilte Baugenehmigung auf der oberen Allee.

Von Axel Richter und Sven Schlickowey

Remscheid. Dass Mercan Temizyurek aufgeregt ist, kann und will sie nicht verbergen. „Ich freue mich tierisch“, sagt die 38-Jährige, die am Samstag ihr neues Geschäft auf der Alleestraße eröffnet. In der Hausnummer 35-37 gibt es nun auf 400 Quadratmetern die MB Boutique. Im Angebot hat sie Taschen und Accessoires, vor allem aber Kleider, allesamt lang und hoch geschlossen. Ein Sortiment, das sich vor allem aber nicht nur an muslimische Frauen richtet, wie die Geschäftsfrau sagt.

Und das einen Leerstand auf der Allee beseitigt. Nicht der einzige kleine Lichtblick mitten in der Krise für Remscheids Haupteinkaufsstraße, die zugleich auch eines der Hauptsorgenkinder der Stadt ist. Im Haus Nummer 59, in dem zuletzt ein Spielwarengeschäft zu finden war, wird offensichtlich renoviert. Das Bingo-Kaufhaus wird angenommen und hat inzwischen „Zuwachs“ von einem Kiosk bekommen.

Und auch das ehemalige Ladenlokal von Juwelier Roetzel hat eine neue Verwendung gefunden: Goldschmied und Juwelier Marc Hähner, bisher in Nummer 48 untergebracht, ist dort eingezogen. „Wir haben uns unten sehr wohl gefühlt“, berichtet Hähner. Doch der neue Standort in Hausnummer 89 sei noch besser: „Die Lage ist natürlich attraktiver.“

Die wichtigste Veränderung steht aber direkt nebenan an. Hier soll im Frühjahr ein Lebensmittel-Discounter der Kette Penny eröffnen, die Baugenehmigung ist inzwischen erteilt. „Wir freuen uns, dass ein neuer Nahversorger in die Stadt kommt und so schnell wie möglich eröffnen möchte“, sagt Baudezernent Peter Heinze. Denn die Lebensmittelversorgung in der City dürfte schwierig werden, wenn der Real im Allee-Center Ende des Monats seine Tore schließt.

Viele kleine Schritte, von denen sich Neu-Anliegerin Mercan Temizyurek noch mehr wünschen würde. Bisher betrieb sie ein kleines Ladenlokal an der Schützenstraße, lockte mit ihrem Angebot dort auch Kundinnen aus Hagen, Neuss und Dortmund an, wie sie berichtet. Doch sie habe sich bewusst einen Laden auf der Alleestraße gesucht. Auch weil sie sich davon positive Effekte verspricht: „Ich würde mich freuen, wenn ich hier mehr Nachbarschaft hätte, am besten andere Läden für Damenbekleidung.“ So könnte man voneinander profitieren.

Doch der Weg zum eigenen Geschäft sei oft steinig, sagt sie. Banken hätten ihr die Tür vor der Nase zugeschlagen, einige Vermieter sie gar ausgelacht. „Keiner hat mir das zugetraut.“ Deswegen investierte die Familie ihre gesamten Ersparnisse in das neue Geschäft. Ein Risiko, das sie gerne in Kauf nehme, sagt sie: „Wenn ich scheitere, habe ich es zumindest versucht.“

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