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Kita-Bau der Sparkasse verzögert sich um ein Jahr

Hier soll die neue Kita an der Ecke Hackenberg / Hackenberger Straße 2021 entstehen. Foto: Doro Siewert
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Hier soll die neue Kita an der Ecke Hackenberg / Hackenberger Straße 2021 entstehen.

Die geplanten Einrichtungen an der Oststraße und in Hackenberg hinken hinter der ursprünglich geplanten Fertigstellung weit hinterher.

Von Andreas Weber

Remscheid. In seiner Zeit als städtischer Kita-Planer hat Werner Grimm seit September 2016 zweierlei gelernt: Dass es eigentlich schnell gehen sollte mit allen Vorhaben, damit der Fehlbedarf abgebaut werden kann, aber auch, dass er sich bei Bauvorhaben meist in großer Geduld üben muss. „Die Verzögerungen, die sich ergeben, sind unterschiedlicher Art“, stellt Grimm fest. So war es bei dem Neubau in der Sedanstraße (gegenüber der Walther-Hartmann-Grundschule) der Erschließungsvertrag für den Wendehammer, der das Projekt verkomplizierte und lange stocken ließ und bei der Arturstraße der Abbruch der alten Brotfabrik, der mehr Zeit als gedacht kostete.

Dabei ist die sechsgruppige Einrichtung (110 Plätze) in der Arturstraße ein Beispiel, wie der eigentliche Bau zügig vorankommt. Im Januar begannen die Arbeiten für die größte Kita Remscheids, im Dezember wird die Einrichtung fertig sein. Anfang Januar 2021 will der Träger, Stepke Kids an den Start gehen. In Hasten handelt es sich um Massivbau. In der Oststraße und in Hackenberg hat sich Investor Stadtsparkasse für die fixer zu realisierende Modulbauweise entschieden.

Beide Projekte haben sich jedoch erheblich verzögert. Im Sommer 2019 hatte das Geldinstitut bei einer Pressekonferenz optimistisch angekündigt, die neuen Standorte zum 1. Juli 2020 einweihen zu können. Heute räumt Sparkassen-Vorstand Michael Wellershaus ein: „Unsere Vorgabe ist damals zu ambitioniert gewesen.“ Man habe manche Hürden unterwegs vielleicht unterschätzt.

Die jeweils viergruppigen Einrichtungen mit insgesamt 160 Kindern werden nun nicht vor Mitte 2021 bezugsfertig sein, gibt Michael Wellershaus den Rahmen an, auf den man sich hausintern verständigt hat. Seit Juli bzw. August liegen die Baugenehmigungen vor. 30 Jahre übernimmt die Sparkasse die Areale auf Erbbaurecht. Vorbereitende Maßnahmen für den Kita-Bau wurden schon vor vielen Monaten getroffen.

An der Oststraße (zwischen Turnhalle und Dörpfeld-Grundschule) wurde die Hausmeisterwohnung abgerissen, in Hackenberg (neben der Grundschule Hackenberg) mussten auf dem 2000 Quadratmeter großen Wiesengelände Bäume weichen. Michael Wellershaus nennt die „Komplexität des Themas und die Corona-bedingte Situation“ als Grund, warum sich das Genehmigungsverfahren in die Länge zog. „Zurzeit sind wir mit der Auftragsvergabe und der zeitlichen Planung der Gewerke beschäftigt.“ Die erteilte Baugenehmigung wird noch einmal von dem Generalunternehmer für die Maßnahmen abgeglichen. Prinzipiell können Modulbauten binnen sechs Monaten bezugsfertig sein. Vorausgesetzt, die Modulteile müssen nicht noch mit einem längeren Vorlauf bestellt werden. Bereit stehen sowohl bei Ost wie Hackenberg die Träger, Die Verlässliche und Arbeiterwohlfahrt, um ihr Fachpersonal zu rekrutieren. Auch in den Bezirksvertretungen wurde schon nachgehakt, wie und wann es weiter gehe.

„Unsere Vorgabe ist damals zu ambitioniert gewesen.“
Michael Wellershaus, Sparkasse

Bewegung gibt es beim Objekt der ehemaligen Mannesmann-Villa an der Burger Straße. Nach dem Investoren-Wechsel will die E+P+B-Bauträger aus Dortmund, die auch für Arturstraße das Geld gibt, den Architekten für die fünfgruppige Einrichtung beauftragen. Ein paar Standorte hat die Stadt noch in Hinterhand, um neu zu bauen und das Delta bei den Kita-Plätzen auszugleichen.

In Lennep sind zwei Adressen ins Auge gefasst. Zum einen an der Lüttringhauser Straße hinter dem Grillgut-Anbieter Grillardor. Werner Grimm hofft nach Auskunft des Investors darauf, dass dort am Ende des Kita-Jahres 2021/22 der Betrieb aufgenommen werden könnte. Zum anderen soll eine weitere Kita bei der Barmag Oerlikon am Flurweg kommen. Nicht zu vergessen der existierende Standort Am Stadtpark, an dem das Provisorium verschwinden soll und eine dauerhafte Lösung angestrebt wird. Außerdem plant die Stiftung Tannenhof neben ihrer bereits bestehenden Kita eine weitere mit 100 Plätzen.

1123 Kita-Plätze

Seit 2016 hat die Stadt Remscheid den massiven Mangel sowohl an U3- wie Ü3-Plätzen in Kindertagesstätten im Blick. Wurde erst mit gut 702 Plätzen kalkuliert, später wurde diese Zahl noch einmal um weitere 421 Plätze erhöht, die bis 2023 zusätzlich entstehen müssen. Insgesamt werden in Remscheid rechnerische 1 123 Kita-Plätze benötigt, von denen 250 mittlerweile eingerichtet worden sind.

Die Infektionszahlen steigen – der Regelbetrieb in den Kitas geht aber weiter. Auch wenn es in diesem November wegen der Pandemie keine großen Umzüge geben wird, feiern die Kinder trotzdem ihren heiligen St. Martin.

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