Tradition

Kirmes und Schützenfest sind fest eingeplant

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Alexander Kreicker (links,) und Christoph Lange sind optimistisch, dass der Schützenverein in diesem Jahr seine Traditionsveranstaltungen durchführen kann. Nur der Altweiberball fällt aus.

Der Remscheider Schützenverein von 1816 hält an seinen Sport- und Traditionsveranstaltungen trotz Pandemie fest. Auch der Tanz in den Mai wäre möglich.

Von Peter Klohs

Remscheid. Bereits seit 2009 ist Christoph Lange 1. Vorsitzender des Remscheider Schützenvereins von 1816 Korporation. Er kennt den Verein, seine Mitglieder und die Schützenlandschaft im Bergischen sehr gut. Aber an so etwas wie die Coronakrise und die damit verbundenen Einschränkungen für den Verein bis hin zur befristeten Schließung hatte er nie gedacht.

„Die letzte Veranstaltung, die wir vom Verein ordnungsgemäß durchführen konnten, war der Altweiberball im Februar 2020“, erinnert er sich. „Das ist eine richtig große Veranstaltung, bei der wir so um die 1000 Menschen durch das Schützenhaus schleusen.“ Mitte März 2020 war dann nichts mehr möglich. „Keine Vereinsabende mehr, keine Bälle, keine Kirmes.“ Letzteres ist ihm und dem Verein am schwersten gefallen, daraus macht Lange keinen Hehl.

„Auch bei den befreundeten Schützenvereinen im bergischen Umland ging nichts mehr. Wir haben also den Sportbetrieb ab März 2020 geschlossen. Im Mai konnten wir, wenn auch unter strengen Auflagen wie Anmeldepflicht und Zeitbegrenzung, wieder trainieren. Der weitere Betrieb des Schützenvereins richtete sich nach den Pandemiezahlen: Waren die hoch, hatten wir geschlossen, waren die niedrig, konnten wir öffnen. Wir haben uns strikt immer an die geltenden Regeln gehalten.“

Zur Zeit können die Mitglieder trainieren, wenn auch unter verschärften Regeln, die sich der Verein selbst verordnet hat. „Egal wer zum Training kommt“, sagt der 2. Vorsitzende des Vereins, Alexander Kreicker, „er oder sie muss getestet sein. Auch die, die bereits eine Booster-Impfung haben. Da haben wir die Latte bewusst sehr hoch gelegt. Da weiß jeder, woran er ist, und wir müssen nicht alle 14 Tage die Regeln ändern. Unsere aktiven Mitglieder sind zu 100 Prozent geimpft. Und überhaupt ist die Impfbereitschaft innerhalb des Vereins extrem hoch.“

Remscheid: Tanz in den Mai ist eine realistische Option

Jetzt steht die Planung für 2022 an. Kann der Vorstand planen und wenn ja, was? „Die Planungen für 2022 für unseren Sportbetrieb, die gesellschaftlichen Ereignisse und die Kirmes sind bereits angelaufen“, berichtet Lange. „Das ist auch ein Signal an die Mitglieder: Wir planen, als läge ein ganz normales Jahr vor uns. Wir möchten einen Schritt in Richtung Normalität gehen. Davon ausgenommen ist nur der diesjährige Altweiberball, den wir bereits abgesagt haben, weil die Planungen extrem langfristig erfolgen müssen. Aber die Kirmes vom 29. April bis zum 8. Mai und auch die Kirmes mit Schützenfest, das vom 1. bis zum 5. Juli gefeiert wird, soll stattfinden. Wenn unser Bundesgesundheitsminister und alle anderen Experten nicht falsch liegen, dann ist auch der Tanz in den Mai eine realistische Option. Wir sind vorsichtig optimistisch.“

Wie Alexander Kreicker erzählt, hat der Verein sich umfangreich modernisiert. „Im vergangenen Jahr haben wir einige nötige Umbauten durchgeführt. Wir verfügen jetzt über elektronische Schießanlagen auf dem großen Schießstand und auf dem Luftdruckstand.

Der große Schießstand, den die beiden Vorsitzenden zeigen, beeindruckt durch Kälte und Größe. In 50 Meter Entfernung kann man eine Zielscheibe ahnen. Neben jedem der fünf nebeneinander angeordneten Schießplätze steht ein Monitor. „Natürlich gibt es auch noch Schützenvereine, die übertrieben an den Traditionen festhalten“, weiß Christoph Lange. „Aber wie unsere seit Jahren stabilen Mitgliederzahlen zeigen, – wir sind fast 200 Mitglieder – ist das bei unserem Verein nicht so. Wir sind da etwas lockerer. Sonst hätten wir gewiss über Nachwuchssorgen zu klagen. Der Sport steht bei uns im Vordergrund, und da bieten wir viel: das Schießen mit Gewehr, Pistole und Bogen. Und dazu noch die ganzen gesellschaftlichen Anlässe. Und eins ist uns besonders wichtig: Das Wort ‚Verein’ ist Programm. Wir machen alles vereint.“

Hintergrund

Christoph Lange, 1978 in Remscheid geboren, ist durch eine Schießbude auf der Kirmes beim Schützenverein gelandet. „Das hat mir immer Spaß gemacht“, gibt er zu. „Also bin ich zum Verein und habe es einfach mal ausprobiert. Dann bin ich geblieben.“ Mit 30 Jahren übernahm er den Vorsitz. Rivalitäten zwischen den unterschiedlichen Schützenvereinen gibt es nicht, sagt er. „Wir sind doch schließlich nicht Schalke oder Dortmund.“

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