Herausforderungen

Kirchenkreis Lennep will Kitas übernehmen

Superintendentin Antje Menn und und Kita-Fachberater Stefan Friedrich zogen Bilanz nach der Herbstsynode.
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Superintendentin Antje Menn und und Kita-Fachberater Stefan Friedrich zogen Bilanz nach der Herbstsynode.
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Superintendentin fasst Ergebnisse der Herbstsynode zusammen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Das Thema Frieden prägte die Herbstsynode, zu der sich der evangelische Kirchenkreis Lennep am Wochenende einfand. Im Haus der Kirchengemeinde Wermelskirchen stellten sich mit Nataliia Ustich und Marina Tkachuk zwei Mitarbeiterinnen vor, die sich im Hackenberger Begegnungszentrum um ihre geflüchteten Landsleute aus der Ukraine kümmern. Zudem erlebten die Teilnehmenden eine Live-Schaltung ins Kriegsgebiet.

Schriftsteller Christoph Brumme las dabei aus seinem Buch „Im Schatten des Krieges“ vor. „Seine Schilderungen waren sehr bewegend“, blickt Superintendentin Antje Menn zurück, die am Dienstag über „zukunftsweisende Beschlüsse“ der Synode sprach. Fazit: Der Kirchenkreis muss sich mit weniger Personal den Herausforderungen der Zeit stellen.

Kindergärten der evangelischen Gemeinden

28 Kitas zählen zum Kirchenkreis Lennep, 23 davon sind in seinen 16 Gemeinden verankert. Doch: Nicht jede schaffe es mehr aus eigener Kraft, die Kitas zu betreiben. Verwaltungsarbeiten, Personalangelegenheiten, Haushaltsplanungen oder Gebäudemanagement seien zeitintensiv und binden Mitarbeitende im Haupt- und Ehrenamt: „Deswegen wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, dass der Kirchenkreis vielfältige Aufgaben und die Trägerschaft übernimmt – wenn dies gewünscht ist“, berichtet Stefan Friedrich, Fachberater für die Kindergärten.

Passend dazu: Kitas in Remscheid: Ausbauziel für 2024 angestrebt

Ziel müsse es sein, die Kitas langfristig zu erhalten, und wenn es nötig ist, neue Einrichtungen zu schaffen. Die Anbindung an die jeweilige Gemeinde solle aber unbedingt erhalten bleiben. Diese können auch bei der Personalbesetzung von Führungskräften in den Kitas mitsprechen, nachdem der Kirchenkreis die Trägerschaft übernommen hat.

Regionalisierung der Gemeinden

Laut Prognosen geht die Zahl der Gemeindemitglieder im Kirchenkreis von aktuell 58.700 auf gut 50.000 im Jahr 2030 zurück. Nicht nur dies führt zu einem Abbau von Pfarrstellen. „Es gibt immer weniger Theologie-Studierende. Es fehlt der Nachwuchs“, erklärt Antje Menn. Dem Trend trägt der Kirchenkreis Lennep Rechnung, in dem er vier Regionen bildet, in denen die jeweiligen Gemeinden näher zusammenrücken und sich bei ihren Angeboten abstimmen: Wermelskirchen, Rade/Hückeswagen, Alt-Remscheid sowie Lennep-Lüttringhausen.

Pfarrerin Annette Cersovsky, Vertreterin der Superintendentin, verknüpft damit das Ziel, dass Vielfalt erhalten bleibt. „Die Gemeinden sollen weiterhin unterschiedliche Schwerpunkte setzen.“ Und sie sollen sich mit ihren unterschiedlichen Angeboten gegenseitig bereichern. Das könnte aber auch dazu führen, dass künftig nicht überall zeitgleich ein Gottesdienst stattfindet, sondern dass Termine zusammengelegt werden. „Außerdem können wir gute Vertretungsregelungen entwickeln“, fügt Annette Cersovsky hinzu.

Zwei Kirchenkreise – eine Verwaltung

Arbeitsplätze sollen beim Kirchenkreis nicht verloren gehen, der aktuell rund 50 Beschäftigte zählt. Aber: Wenn Mitarbeitende den Ruhestand erreichen, sollen die Verwaltungsjobs auf den Prüfstein kommen. Ermöglicht werden soll ein Stellenabbau durch eine Kooperation mit dem Kirchenkreis Leverkusen mit Sitz in Burscheid. Vertretungsregelungen in der Finanzbuchhaltung oder im Personalwesen sollen mittelfristig helfen, Kosten zu sparen. „Wir werden darüber nun Gespräche führen“, fasst Antje Menn ein weiteres Ergebnis der Synode zusammen.

Und auch um die „klimaneutralen Bewirtschaftung kirchlicher Gebäude bis 2035“ ging es, wobei sich anbahnt, dass angesichts des enormen Investitionsvolumens nicht jedes Gotteshaus eine nötige Frischzellenkur verordnet bekommen kann. Einzelne Kirchen könnten verloren gehen.

Weihnachten mit Ukrainern

Am Rande wurde auch das Thema Weihnachten angesprochen, wie Florian Schäfer, Geschäftsführer der Diakonie, berichtet. Eigentlich begehen die Menschen in der Ukraine am 6. und 7. Januar das große Fest. „Es wird bei den Geflüchteten darüber diskutiert, Weihnachten mit uns am 24. und 25. Dezember zu feiern“, erklärt Florian Schäfer über die Gespräche im Ukraine-Zentrum. Erste Überlegungen laufen, ein Treffen für Ukrainer und sonstige Interessierte zu organisieren.

Am 20. November findet ein Benefizkonzert für ukrainische Familien in Lennep statt

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