Baufällig

Kiosk am Bismarckplatz steht vor Abriss

Der Kiosk am Bismarckplatz soll abgerissen und neu gebaut werden.
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Der Kiosk am Bismarckplatz soll abgerissen und neu gebaut werden.
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Die Stadt will die Fläche für einen Neubau verkaufen. Es gibt Interessenten.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Über Jahrzehnte hinweg deckten sich Passanten im Kiosk am Lenneper Bismarckplatz mit Zeitungen, Zigaretten oder Getränken ein. Diese Zeiten sind vorbei – jedenfalls vorerst. Das Gebäude, das der Stadt Remscheid gehört, wird zum Fall für ein Abrissunternehmen. Frank Schulz, Abteilungsleiter im Liegenschaftsamt, nennt die Hintergründe. Seine Kernaussage: Der Kiosk ist so baufällig, dass eine Sanierung nicht mehr infrage kommt: „Die Metallrahmen an den Fenstern sind verrostet, der Sockel hat einen Riss.“ Elektroleitungen und Sanitäranlagen entsprächen zudem keineswegs mehr zeitgemäßen Ansprüchen. „Momentan würden wir von der Lebensmittelkontrolle ganz sicher keinen positiven Bescheid erhalten“, stellt Frank Schulz heraus. „Der Kiosk hat es hinter sich.“

„Momentan würden wir von der Lebensmittelkontrolle ganz sicher keinen positiven Bescheid erhalten.“

Frank Schulz, Liegenschaftsamt

Wie sehr der Zahn der Zeit an dem Gebäude genagt hat, habe sich im Juni herausgestellt, als es einen Pächterwechsel geben sollte. „Da waren die Regale verschwunden, so dass wir uns ein genaueres Bild machen konnten, was sich dahinter verbirgt,“ blickt er zurück. Seither sei der Kiosk geschlossen.

Frank Schulz hofft, dass nun am Standort der Ruine etwas Neues entsteht. Der Interessent, der sich am Bismarckplatz als Pächter niederlassen wollte, sei dabei, einen Entwurf für einen Neubau entwickeln zu lassen. „Er hat unterschiedliche Berater an seiner Seite – unter anderem Fachleute, die sich auf die Hilfe für Start-up-Unternehmer spezialisiert haben“, berichtet der Verwaltungsmitarbeiter. Sollte das Vorhaben scheitern, gebe es eine weitere Bewerberin, die sich für den Standort interessiere. Aber auch sie müsste das Areal von der Stadt kaufen und den Kiosk errichten. Ein Neubau unter Regie der Kommune, der so wie bisher verpachtet wird, sei „finanziell schlecht“.

Es müssen aus Sicht des Liegenschaftsamts also private Investoren gefunden werden, die auf dem städtischen Grund und Boden ein Geschäftsmodell sehen – und auch ein WC anbieten. In der Nachbarschaft zum Kiosk gab es über viele Jahre eine öffentliche Toilette, die über eine Treppe erreichbar war, aber schon seit langem stillgelegt ist.

Fläche ist Kiosk undöffentlichem WC vorbehalten

Laut Bebauungsplan ist die Fläche einem Kiosk und dem WC vorbehalten. Mit dem Kauf des Grundstücks werde der Interessent letztlich vertraglich dazu verpflichtet, „das alte Gebäude niederzulegen und durch einen baurechtlich entsprechenden Neubau einschließlich einer öffentlichen Toilettenanlage zu ersetzen“, wie es in einer Mitteilung an die zuständige Bezirksvertretung Lennep heißt.

In jedem Fall müsse sich auch die Untere Denkmalbehörde mit Entwürfen für einen Kioskbau beschäftigen, der sich in exponierter Lage am Übergang zum historischen Stadtkern befindet. Dass er sich in das Umfeld einfügen muss, sei aber kein unüberwindbares Hindernis, erklärt Frank Schulz.

Ein längerer Leerstand sei jedenfalls nach Einschätzung der Verwaltung weder im Sinne der Stadt Remscheid noch im Interesse eines neuen Betreibers, wie aus der Mitteilungslage für die Lenneper Ortspolitiker hervorgeht.

Haltestellen

Für Laufkundschaft ist im Kiosk gesorgt. In der Nähe befinden sich die Bushaltestellen Bismarckplatz, an der diverse Linien halten - unter anderem die 671 von und nach Radevormwald oder die 664 von und nach Remscheid/Innenstadt.

Passend zum Thema: 180 Jahre alte Blutbuche in Lennep soll fallen

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