Kleines Löwenfestival

King‘s Tonic lieferte im Löf Songs mit Ohrwurmqualität

„Schwarzgelb“ heißt ihr aktuelles, 2020 erschienenes (Mini-)Album: King’s Tonic, hier Sänger James Mean (links) mit Gastgeber Maximilian Süss, machen keinen Hehl aus ihrer fußballerischen Vorliebe. Foto: Roland Keusch
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„Schwarzgelb“ heißt ihr aktuelles, 2020 erschienenes (Mini-)Album: King’s Tonic, hier Sänger James Mean (links) mit Gastgeber Maximilian Süss, machen keinen Hehl aus ihrer fußballerischen Vorliebe.

Das Duo King’s Tonic spielte beim „kleinen Löwenfestival“ mit zwei Akustikgitarren Punk.

Von Peter Klohs

Remscheid. Ein Duo, das mit zwei Akustikgitarren Punk spielt? Die Neugier auf King’s Tonic und vor dem zweiten Konzert des „kleinen Löwenfestivals“ im Löf war auf jeden Fall geweckt. Es war erstaunlich, das am Donnerstagabend nicht viel mehr als eine Hand voll Besucher der Musik des aus Dortmund stammenden Duos live lauschen wollte. Zusätzlich wurde das zweistündige Konzert gestreamt. Maximilian Süss, Pächter des Löf und Initiator der Hauskonzerte, kennt James Mean und Swen O. Heiland seit beinahe 20 Jahren. „Ich bin ein Riesen-Fan von Anfang an“, gestand er. Das Duo begann um kurz nach 19 Uhr mit „Zwei Minuten dreißig Poesie“ aus ihrem neuesten Album „Tanz mit mir“.

Und tatsächlich: Bei aller Seriosität beim zweistimmigen Gesang, bei den gefälligen Harmonien bleibt ein Anflug von Punk in der Musik, angefangen von der Reibeisenstimme James’, die zwischen Bryan Adams und Roger Chapman gefangen ist und weitergeführt über eine leicht rotzige Attitüde, die jedoch immer sympathisch bleibt. Die beiden Musiker singen die ersten Lieder in deutscher Sprache und gehen im Laufe des Konzertes in Englisch über.

Zunächst fesselt „Lass das Leben rein“ die Zuhörer, gefolgt von „Jetzt oder nie“. Die Musik kann sich nicht entscheiden, ob sie von zwei fetzigen Songwritern oder von zwei Punkern gespielt wird. Bei „Laura“ wird sogar mit dem Pop geflirtet, das Stück hat Hitpotenzial. Das Duo besitzt Humor: Wenn Swen den Beginn der Stücke vorzählt, sagt er: „Zwei, drei, fünf.“ Oder James, der in seinem Solo-Spot eine brandneue Komposition so anpreist: „Wenn einer von euch einen Hit braucht, kauft das Stück einfach.“

Apropos Solospot: In den mehr als 20 Minuten, die jeder der beiden zur Verfügung hat, zeigen sich die Stärken der Musiker am deutlichsten: James hat eine beeindruckende Stimme, die nie schreit, sondern immer singt, Swen ist der bessere Gitarrist, so dass das Duo gemeinsam sehr vital und kraftvoll daherkommt.

In Kalifornien geht der deutsche Weltschmerz nicht an ihm vorbei

Nach einer Stunde punkig angehauchter Songwritermusik (James: „Auch wenn ich manchmal in Kalifornien lebe, geht der deutsche Weltschmerz nicht an mir vorbei“) entdeckt man auch andere Einflüsse bei King’s Tonic: Leichter Folk hier und da, in einem Stück scheint Kurt Cobain von Nirvana über James Schulter zu schauen, dann hört man gar Funk und – jawohl! – einen Rock ‘n’ Roll, den Swen „Boogie“ getauft hat und in dem Bienen (seine Vorliebe für den BVB muss sich zumindest einmal zeigen) eine Rolle spielen.

Der eine und andere Song hat Ohrwurmqualität. Obwohl der Großteil der Texte eher düster klingt, bleibt die Musik peppig, fetzig und fantasievoll. Und James kokettes „Seid ihr gut drauf oder muss ich euch weiter deprimieren?“ ist nur eben das: eine Koketterie. Denn das Publikum ist emotional dabei, klatscht mit, ohne aufgefordert zu sein, Füße wippen, bekannte Textzeilen werden mitgesungen. Auch das zweite Konzert im kleinen Löwenfestival war ein gelungenes.

Kommenden Donnerstag gibt es im Löf, Theodor-Körner-Straße 6, Bluesrock von der B-Connection.

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