Viele Meldungen werden vorsichtshalber abgegeben

Kindeswohl: Jugendamt sieht keinen alarmierenden Anstieg

557 Fälle von Kindeswohlgefährdung wurden dem Jugendamt 2020 gemeldet.
+
557 Fälle von Kindeswohlgefährdung wurden dem Jugendamt 2020 gemeldet.

557 Fälle von Kindeswohlgefährdung wurden dem Jugendamt 2020 gemeldet. Verglichen mit 400 in 2018 und 455 in 2019 eine deutliche Zunahme.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die CDU erkannte einen „alarmierenden Anstieg“ und fragte im Jugendhilfeausschuss (JHA) nach, wie die Verwaltung die Zahlen bewerte. Die Stadtverwaltung teilt die Befürchtung nicht. Nach hiesiger Datenlage läge keine steigende Tendenz vor. „Alarmierend kann ich nicht bestätigen, gleichwohl ist es ein wichtiges Thema“, antwortete Thomas Küchler, Leiter der Allgemeinen Sozialen Dienste. Das Jugendamt verweist darauf, dass es in der Bevölkerung und auch bei den Kooperationspartnern wie Kitas, Schulen und Polizei eine größere Sensibilität für mögliche Vergehen gäbe. Von den drei genannten Institutionen seien im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Meldungen beim Sozialdienst eingegangen. Gerade was über Polizei, Gerichte und Staatsanwaltschaft reinkam, lag 2018 bei 97 Fällen, im Vorjahr bei 181.

Zugleich seien die Meldungen ohne Feststellung einer Kindeswohlgefährdung von 134 auf 172 gestiegen. „Dies weist daraufhin, dass mehr Meldungen ‘vorsichtshalber’ gemacht werden.“ Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung. Gleichwohl würden alle Eingänge gleich behandelt und nach dem bestehenden Kinderschutzverfahren bearbeitet.

Remscheid. Unter den 557 Fällen im vergangenen Jahr waren 76 akut

Unter den 557 Fällen im vergangenen Jahr waren insgesamt 76, bei denen akute Kindeswohlgefährdung vorlagen. Für 2021 geht die Stadt von einem Rückgang in diesem Bereich aus. Bis zum 20. August sind 131 Meldungen bearbeitet worden. Personellen Bedarf gibt es nicht. Mit seinem Mitarbeiterstab ist der Allgemeine Sozialdienst korrekt aufgestellt. Gemäß der Empfehlung der Gemeindeprüfungsanstalt liegt die Zahl bei 1:30 Fällen pro Vollzeitstelle. „Dieses Verhältnis halten wir peinlich genau ein“, betonte Sozialdezernent Thomas Neuhaus im Jugendhilfeausschuss.

Im Rahmen eines Qualitätszirkels, der drei bis vier Mal im Jahr tage, werde das Vorgehen regelmäßig überprüft und den aktuellen Fachempfehlungen oder Gesetzesänderungen angepasst.

Um besonders schwere Fälle kümmern sich Institutionen wie die ärztliche Kinderschutzambulanz - sie stockte jüngst erst ihr Personal auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
E-Busse: Stadtwerke ziehen positive Halbzeitbilanz
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5
Corona: Impfstelle erhöht Terminkontingent - Inzidenz steigt auf 334,5

Kommentare