Ferienkiste

Kinderstadt erwacht wieder zum Leben

In der Kinderstadt können sich die Berufsgruppen gegenseitig gegen Bezahlung in Fichtentalern Aufträge erteilen. Von der Kirche wurden Urkunden bestellt, die Anna (7 Jahre, links) gebastelt hat. Lias (8 Jahre, rechts) bastelt für den kommenden Markt.
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In der Kinderstadt können sich die Berufsgruppen gegenseitig gegen Bezahlung in Fichtentalern Aufträge erteilen. Von der Kirche wurden Urkunden bestellt, die Anna (7 Jahre, links) gebastelt hat. Lias (8 Jahre, rechts) bastelt für den kommenden Markt.

Das Programm ist kleiner als in den Vorjahren – Viele Kinder nehmen zum ersten Mal teil.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Seit Montag beherbergt die Albert-Einstein-Gesamtschule in seinen Räumen wieder für zwei Wochen die Kinderstadt des Sommerferienprogramms. Zwei Jahre lang war diese beinahe vollständig ausgefallen. 2021 konnte nur eine Mini-Version des beliebten Angebotes stattfinden.

Doch in diesem Jahr ist sie wieder da, wenn auch noch etwas kleiner. 110 Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren seien an Bord, sagt Daniela Kann von der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Remscheid. Ein wenig sei es wie ein Neustart. Viele Kinder seien zum ersten Mal da. „Es gibt einen Generationswandel in der Kinderstadt“, fügt Kann hinzu. Die Begeisterung und Neugier sei bei allen Beteiligten spürbar. Und dass manche Bereiche nicht dabei seien, fiele so gar nicht auf, fügt Daniela Kann hinzu.

In der Vormittagsschicht wird auch schon fleißig gearbeitet, während die Nachmittagsschicht noch Freizeit hat und viele Angebote für die hart verdienten Fichtentaler erkaufen kann. Besonders emsig ist es in der Küche. Denn der stadteigene Kiosk muss bestückt werden. An mehreren Arbeitsstationen wird geschnippelt, gerührt oder über Rezepte beraten. Amelia (10) und Anbra (8) wollen Zitronen-Cakepops backen. „Zu Hause will ich jetzt auch mehr backen“, sagt Amelia, bevor sie sich wieder ans Werk macht. Gewissenhaft soll Butter abgewogen werden. „Oh, das ist aber zu viel!“, ruft Anbra nur kurz später.

„Es gibt einen Generationswandel in der Kinderstadt.“

Daniela Kann, Kinder- und Jugendförderung

Der Verkauf am Kiosk wird heute unter anderem von Josefine (11) betreut. Die Küche hat sie schon mit Rosinenbrötchen und etwas Kuchen versorgt, die sollten aber gut weg gehen, denkt sie. „Und wenn welche übrig bleiben, stehe ich gerne zur Verfügung“, sagt das Mädchen mit einem Grinsen.

Auch in anderen Abteilungen ist viel los. Im Medienzentrum, das durch die Kraftstation geleitet wird, werden Stop-Motion-Videos gedreht und Videospiele entworfen. Zwei Journalistinnen sind auch schon mit der Kamera unterwegs gewesen. Das entstandene Video flimmert auf einem Bildschirm vor dem Medienzentrum.

Die Kreativwerkstatt arbeitet an Aufträgen anderer Stationen wie Plakaten und Deko. Ansonsten wird für den Markt gebastelt. Umgeben von vielen Bastelmaterialien, werkelt Lias (8) an einem Hund aus Pfeifenreinigern. „Ich habe schon Geschenkkarten gemacht. Die werden auch verkauft“, sagt er. Nebenan designt Anna (7) Urkunden für das später stattfindende Schachturnier der Kirche.

Steuersenkung und Umweltschutz sind im Wahlprogramm

Wie in der echten Welt gibt es aber auch Kinder, die sich für die Selbstständigkeit entscheiden. Neben Spielen oder Dienstleistungen wie Massagen können dort die Ausflüge des Programms gebucht werden.

Nicht fehlen darf in der Kinderstadt die Politik. Die Wahlen für den „Feki-Rat“ sind gerade in vollem Gange. Kandidat Colin (11) möchte unter anderem den Lohn verdoppeln und die Steuern abschaffen. Franziska (8) will aber lieber die Kinderstadt sauber und umweltfreundlich halten. „Dann müssen die Putzfrauen nicht so viel sauber machen“, vertritt sie ihren Standpunkt.

Amelie (11) war früher schon in der Kinderstadt. Gemeinsam mit Freundin Novalie (10) möchte sie gerne das Reisebüro wieder einführen, um die Organisation zu verbessern. Über das Reisebüro wurde in den Vorjahren die Buchung der Ausflüge organisiert. „Das fehlt genauso wie die Polizei, die für Ordnung sorgt“, sagt Amelie.

Die Ferienkiste

Neben den genannten Bereichen gibt es in der Kinderstadt auch ein Krankenhaus, eine Bibliothek oder eine Bank. Dazu kommen zahlreiche Spiel- und Sportangebote im Freizeitbereich. Sogar ein eigenes Kino hat die Kinderstadt. Die Kinder leben dort zwei Wochen lang „wie die Großen“ mit eigener Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Der Spaß kommt dabei aber auch nicht zu kurz. Die Ferienkiste-Kinderstadt läuft noch bis zum 8. Juli.

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