50 Jahre Kinderschutzbund

Hier brummt es: Kleiderladen Rosenhügel ist ein Treffpunkt

Barbara Saure (l.) und Bärbel Förster sind zwei der 13 Teammitglieder im Kleiderladen Rosenhügeler Straße 22.
+
Barbara Saure (l.) und Bärbel Förster sind zwei der 13 Teammitglieder im Kleiderladen Rosenhügeler Straße 22.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
    schließen

Vor 16 Jahren öffnete der Kleiderladen des Kinderschutzbundes. Ehrenamtlerin Bärbel Förster (69) kennt viele Stammkunden beim Namen.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Während sie das Oberbett und zwei T-Shirts abrechnet, ruft Bärbel Förster (69) einer anderen Kundin noch schnell zu: „Daniela, denk dran, am Donnerstag ist Feiertag, da ist hier zu“, als die mit vollen Taschen und einem Lächeln den Kleiderladen verlässt. Und schon kommt die nächste Stammkundin: „Wenn ich nicht jeden Tag einmal reinkomme, fehlt mir was.“ Herzlich wird sie von Bärbel Förster umarmt, die die meisten ihrer Kunden beim Namen nennt. Schließlich kennt man sich am Rosenhügel. Förster lebt nicht nur dort, sondern 80 Prozent der Klientel sind „Wiederholungstäter“. „Ich liebe die Kunden“, sagt die Ehrenamtlerin, die seit elf Jahren eine der guten Seelen im Kleiderladen Rosenhügel ist.

2006 eröffnet, ist er nicht nur der jüngste der drei Kleiderläden des Kinderschutzbundes. „Er ist auch der kleinste. Aber der, der am stärksten brummt“, sagt Ortsvereinsvorsitzender Karl-Richard Ponsar. 13 Frauen arbeiten dort ehrenamtlich. Und führen das, was der Kinderschutzbund vor 50 Jahren in Remscheid begann, weiter. „So mancher Kunde ruft sogar an und entschuldigt sich, dass er heute nicht kommen kann“, berichtet Ponsar.

Ortsverband Remscheid des Kinderschutzbundes feiert 50-jähriges Bestehen

Der Kleiderladen ist zur Institution, zum Treffpunkt am Rosenhügel geworden. Nicht zuletzt auch durch Bärbel Förster. Als die gelernte Industriekauffrau und Pflegehelferin vor über elf Jahren nach Remscheid zog, kam sie am Kleiderladen vorbei. Die zwei einzigen Schaufenster, die die Häuserreihen unterbrachen, hatten es der Rentnerin angetan. „Ich dachte mir, in das Schaufenster könnte man etwas Pep reinbringen. Und wie es schön es wäre, hier zu arbeiten.“ Sofort wurde sie mit offenen Armen empfangen. Und ist seitdem total glücklich, sagt sie.

Viermal die Woche steht die Ehrenamtlerin im Laden, kassiert, ordnet neu und dekoriert fünfmal am Tag das Schaufenster um. „Denn ein Drittel des Umsatzes geht über das Schaufenster“, sagt sie. Dennoch müsse sie ihre Augen überall haben, sagt sie. „Die ehrenamtliche Tätigkeit ist eine sehr schöne, aber auch schwere Arbeit. Sie erfordert viel Engagement, Geduld, Kraft, Multitasking und Ausdauer.“ Diese Arbeit müsse man lieben, sagt die 69-Jährige.

Kleiderladen: Montagmorgens ist am meisten los

Den Höhepunkt erreicht das große Brummen übrigens montagmorgens. Dann bilde sich eine Schlange bis zur Bären-Apotheke. Aktuell darf das Team wegen Corona auch nur fünf Personen hereinlassen. Es gibt Damen-, Kinder- und Herrenbekleidung, Bücher, Geschirr, Haushaltswaren für kleines Geld, alles gut erhalten. Jeder darf hier einkaufen. Oder eine Spende abgeben − gelebte Nachhaltigkeit.

Im kleinen Lagerraum sortiert Barbara Saure gerade die Kleidung vor. „Hier wird nicht gehandelt“, prangt über der Kasse. Eine Ausnahme gibt es für Ukraine-Flüchtlinge: Sie werden gratis eingekleidet. „Und sie sind dabei so bescheiden. Manche bringen sogar Schokolade oder Kuchen mit. Das sind sehr rührende Momente“, sagt Bärbel Förster.

Geöffnet: montags, dienstags, donnerstags 9.30 bis 12 und 15 bis 17.30 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Schutz des Morsbachtals: Betonbecken an der Hägener Mühle sollen vor Flut schützen
Schutz des Morsbachtals: Betonbecken an der Hägener Mühle sollen vor Flut schützen
Schutz des Morsbachtals: Betonbecken an der Hägener Mühle sollen vor Flut schützen
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Wie sieht die Zukunft in Remscheid aus?
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten

Kommentare