Für Geflüchtete

Kinder erhalten kostenlosen Musikunterricht

Beim Welcome Day für ukrainische Familien lauschte Yana (20) aus Kiew dem Spiel ihrer Schwester Milana (17).
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Beim Welcome Day für ukrainische Familien lauschte Yana (20) aus Kiew dem Spiel ihrer Schwester Milana (17).

Schule für Musik, Tanz und Theater veranstaltete „Welcome Day“ für Geflüchtete aus der Ukraine.

Von Sabine Naber

Remscheid. „Herzlich willkommen in unserer Schule für Musik, Tanz und Theater“, begrüßte David Schmidt die Besucher, die die Einladung zum „Welcome Day“ für ukrainische Familien angenommen und nach Lennep gekommen waren.

Schmidt gab zunächst einen kurzen Einblick über die außerschulischen Angebote, erzählte, dass rund 450 Kinder und Jugendliche die Schule besuchen. „Manche Kurse können wir im Rahmen einer Förderung kostenlos für die Kinder und Jugendliche aus der Ukraine anbieten. Darüber haben wir im Vorfeld schon Programm-Flyer auch in ukrainischer Sprache drucken lassen und die Stadt und das Ukraine-Zentrum angesprochen“, sagt Schmidt.

Das war auf positive Resonanz gestoßen, einige Kinder und Jugendliche aus der Ukraine sind bereits dabei. Als Beispiel nennt der Geschäftsführer eine junge Studentin, die vor drei Wochen aus Kiew mit ihrer Schwester und Mutter nach Remscheid kam. „Sie bekommt jetzt Klavierunterricht. Wir bereiten sie auf ihr Musikhochschulstudium vor.“ Durch den Kontakt zum ehemaligen Hochschullehrer Dieter Kreidler, der in Lennep wohnt, sei jetzt eine Einstiegsklasse in diesem Bereich eingerichtet worden.

25 Kinder und Jugendliche melden sich zu einem Kurs an

Bei einem Rundgang durch die Schule – Anita Scheemann fungierte dabei als Übersetzerin – ging es zunächst zu Isabella Zlotnik, die seit 22 Jahren hier Klavier und Keyboard unterrichtet. Weil sie aus Russland stammt, kam sie gleich mit den Besuchern ins Gespräch und fragte die Kinder, welches Instrument sie am liebsten mögen. „Ich weiß, dass in den ukrainischen Schulen viel verlangt wird, es für die Kinder anstrengend ist“, sagt sie. Und das Fach Musik spiele dort eine große Rolle. Die Klaviere wurden von den Jüngsten direkt ausprobiert. Eine Mutter, die mit ihrem fünfjährigen Sohn Mark aus Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, nach Remscheid gekommen war, meldete ihren Sohn gleich an. Sie erzählte, dass er zu Hause Privatunterricht im Fach Klavier bekommen hatte und hier weitermachen möchte.

Rund 25 Kinder und Jugendliche profitierten ebenfalls davon, dass sie sich an diesem Tag zu einem Kurs anmelden konnten. Neben dem Instrumentalunterricht werden auch Tanz- und Zeichenkurse angeboten. David Schmidt ist wichtig, dass die Kinder nicht warten müssen, bis ein neuer Kurs beginnt, sondern in bereits bestehende einsteigen dürfen. „So bekommen sie gleich Kontakt zu anderen Kindern. Und die Gefahr, musikalisch den Anschluss zu verlieren, besteht nicht.“ „Eine junge Ukrainerin, die Klarinette spielt, erst kurz in Remscheid ist und in Kiew für ihr Staatsexamen an der Musikhochschule gelernt hat, möchte gerne unterrichten. Bis zur Sommerpause macht sie jetzt in der Lenneper Musikschule ein Praktikum. „Gleichzeitig studiere ich online bis zum Semesterende weiter. Dann hoffe ich, dass ich in Deutschland weitermachen kann“, erzählt Yana Mamétsk.

Die Welcome-Kurse werden vom Land, aber auch von Privatpersonen, die Stipendien übernehmen und laut Schmidt namentlich nicht genannt werden möchten, gefördert. „Zunächst ist die Förderung für ein Jahr sicher. Dann muss man weitersehen. Manchmal werden privat auch die Kosten für Einzelunterricht übernommen“, diese Erfahrung hat der Geschäftsführer gemacht. Auch, dass Eltern, die ihre Kinder anmelden, sich erst einmal ansehen wollen, wo unterrichtet wird. Und welche Dozentinnen und Dozenten hier arbeiten.

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Hintergrund

Die Lenneper Schule für Musik, Tanz und Theater fördert Kinder vom Vorschulalter bis hin zu Jugendlichen in den Fächern Musik (Früherziehung, Elementarunterricht, Instrumentalunterricht (verschiedenste Instrumente), Komposition, Akkordeon- und Balalaika-Orchester, Folkloregruppen, Bandarbeit Theater (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) und Tanz. Alle Unterrichtsformen sind für Menschen mit Behinderungen und Angehörige aller Nationen und Kulturen zugänglich.

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