Aktionstag

Kinder entdecken das Werkzeugmuseum

Zeigte Leo (v. l.), Milia, Emilia und Fabian, wie sie eine Seite eines Musterkatalogs drucken Können: Pädagoge Markus Heip. Foto: Michael Schütz
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Zeigte Leo (v. l.), Milia, Emilia und Fabian, wie sie eine Seite eines Musterkatalogs drucken Können: Pädagoge Markus Heip.

Am Sonntag gab es im Werkzeugmuseum einen Aktionstag zum Themenjahr „Alles in Bewegung“. Der stand ganz im Zeichen der jungen Forscher.

Von Peter Klohs

Remscheid. Dieser Aktionstag stand ganz im Zeichen der jungen Forscher: Am Sonntag blickten Kinder hinter die Kulissen nicht nur von Museen aus dem Bergischen, sondern ebenso Unternehmen, Forschungslabore, Feuerwehren, Vereine und Werkstätten. Auch das Deutsche Werkzeugmuseum beteiligte sich an der Veranstaltungsreihe, die Teil des Themenjahrs „Alles in Bewegung“ war.

Der Pädagoge der Einrichtung in Hasten, Markus Heip, brachte es am Sonntagmittag mit Blick auf das trübe bergische Herbstwetter trefflich auf den Punkt: „Das ist doch eigentlich Museumswetter.“ Auch die Anmeldezahlen für den Aktionstag des Museums, der wie in jedem Jahr seit 2015 am 3. Oktober stattfand, waren in Ordnung. Aber nicht alle Angemeldeten kamen. „Das ist richtiggehend eingerissen“, weiß Heip. „Seit wir unsere neue Homepage haben, auf der man sich mit einem Klick anmelden kann. Ich glaube, viele Leute nehmen das nicht ernst.“

„Das ist doch eigentlich Museumswetter.“

Museumspädagoge Markus Heip über Regen am Sonntag

Zwei Aktionen konnten die Kinder beim Aktionstag am Sonntag ausprobieren. Markus Heip leitete beispielsweise Amelie und Florian an, wie sie eine Seite eines Musterkatalogs erstellen können. „Noch vor 200 Jahren war das die gängige Art, wie Fabriken ihre Waren an den Mann gebracht haben“, weiß der Pädagoge und zeigt einen Musterkatalog, der überaus aufwendig im Steindruckverfahren hergestellt und anschließend per Hand koloriert wurde. Klischees liegen bereit, geätzte Kupferplatten, deren eingeritzte Formen unter Zuhilfenahme von Tinte auf Papier gedruckt werden können. Dazu gibt es Stifte und Buchstaben in diversen Formen und Größen. Amelie, die in die erste Klasse geht und noch nicht die nötige Kraft aufweist, die Klischees druckvoll auf das Papier zu bringen, ist mit Eifer dabei. Ihr Bruder, fünf Jahre älter, geht behutsamer vor. Die Namen ihrer fiktionalen Betriebe sind gefunden, nun werden die Waren auf das Papier gedruckt und behutsam ausgemalt. „Mach‘ bitte die Buchstaben alle in die gleiche Höhe“, will Markus Heip Amelie dazu zu bewegen, ein Lineal zu benutzen. „Kann ich auch so“, antwortet die Sechsjährige. Der nächste Buchstabe, ein kleines e, geht ziemlich daneben. „Siehste“, sagt Heip, der empathisch mit den Kindern umgeht, Widersprüche provoziert, kleine Gags einwirft und viel Freude und Spaß vermittelt.

Dr. Andreas Wallbrecht, Leiter des Werkzeugmuseums, kümmert sich um die zweite Aktion, die das Museum mit den jungen Besuchern durchführt: Es gilt, ein riesiges Puzzle zu vervollständigen. Das Puzzle ist zwei mal eineinhalb Meter groß und besteht aus ungefähr 300 Teilen. Es zeigt zwei Märklin-Eisenbahnen in voller Fahrt. Vielleicht 70 Puzzle-Stücke hängen schon, der Rest wird in einer Kiste aufbewahrt.

Amelie und Florian suchen sich Puzzlestücke heraus, die markante Punkte zu zeigen scheinen, vergleichen Farbtöne, Übergänge im Antriebsgestänge der Lokomotiven, Gleisverläufe. Ein passendes Teil zu finden, ist weitaus schwieriger, als man vermuten könnte. Aber nach fünf Minuten stellt sich der erste Erfolg ein. „Wir haben hier schon Stunden lang gestanden, um ein einziges Stück in das große Ganze einzufügen“, berichtet Dr. Wallbrecht. „Wir sind bald wahnsinnig geworden und haben am Ende aufgegeben: keine Chance.“ Mindestens ein Drittel der noch einzufügenden Puzzle-Teile haben auch keine Anhaltspunkte aufzuweisen und sind selbst für Erwachsene mit guten Augen nicht leicht einzufügen.

Termine

Am kommenden Donnerstag, 7. Oktober, wird im Deutschen Werkzeugmuseum eine Ausstellung über Beitel eröffnet, die bis zum 15. Mai 2022 zu sehen sein wird. Anschließend, gedacht ist an den Juni, wird es eine Ausstellung von historischen und ultramodernen Fahrrädern geben. Am 12. und 13. Oktober schnitzt Markus Heip mit seinen jungen Gästen Smaugs Auge unter dem Titel „Das Auge des Drachen“.

werkzeugmuseum.org

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