Lennep

1. Kidical Mass: 250 Remscheider demonstrieren auf dem Fahrrad

Rollender Tross durch Lennep: Bei der 1. „Kidical Mass“ ging es vor allem darum, auf die Gefahren von Kindern im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.
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Rollender Tross durch Lennep: Bei der 1. „Kidical Mass“ ging es vor allem darum, auf die Gefahren von Kindern im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

„1. Kidical Mass“ am Samstag in Lennep war ein Erfolg. Kritik und Vorschläge gehen jetzt an den Stadtchef.

Von Monika Meurs

Remscheid. Die „1. Kidical Mass Remscheid“, die erste Fahrrad-Demo mit Fokus auf Kinder im Straßenverkehr in Anlehnung an die Erwachsenen-Ausgabe „Critical Mass“, war ein voller Erfolg. 250 Teilnehmer wurden gezählt, die sich gemeinsam und unter Polizeischutz auf den Weg über die Lenneper Hauptverkehrsstraßen vom Bahnhof durch die Altstadt bis zum Hardtpark machten, wo noch gefeiert wurde. Kinder auf Rädern oder in Anhänger, gezogen von ihren Eltern auf Rädern − viele fuhren mit und machten damit auf die Gefahren von Kindern im Straßenverkehr aufmerksam. „Das war eine wirklich runde Sache. Mit so viel Resonanz haben wir nicht gerechnet“, sagte Jan Küpper vom Radsportverein Adler Lüttringhausen 1952, der die Demo gemeinsam mit engagierten Eltern organisiert hatte.

Das ist hier wie bei Star Wars.

Jonas (9)

So viel Zuspruch könne nur eines bedeuten, meinte Küpper: „Es ist ein Zeichen dafür, dass Probleme, Anliegen und Wünsche auch der jungen Radfahrer in Remscheid gehört und gesehen werden wollen.“ Denn auch die Anzahl der Radfahrer in Remscheid steige. Deren Erfahrungen zu sammeln und kundzutun, könne nur gut sein und sollte angenommen werden. „Für mehr und bessere Radwege, für mehr gegenseitige Rück- und Nachsicht aller im Straßenverkehr – dafür gehen wir auf die Straße.“ Es werde bestimmt ein langwieriger Prozess, auch in entscheidenden Gremien hierfür ein offenes Ohr zu finden, sagte Küpper. „Aber das ist es uns wert.“ Die Hoffnung sei, dass dies auch die Politik zur Kenntnis nehme und entsprechend reagiere, fügte Jens Landwehr, 2. Vorsitzender des RV Adler Lüttringhausen, hinzu.

Die Radfahr-Demo will einen Anstoß geben, die Sichtweise aller Verkehrsteilnehmer zu ändern, sensibel mit sich und anderen umzugehen. „Deswegen machen wir uns auf den Weg. Die Gefahren von Kindern auf unseren Straßen sind nicht zu verleugnen. Wir werben mit dieser Aktion für gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer“, sagte Line Jungbluth. Sie hatte mit anderen engagierten Eltern die Initiative ergriffen, mit dem Radsportverein gemeinsame Sache gemacht und die „Kidical Mass“ ins Rollen gebracht.

Line Jungbluth ging dafür beim Start der Rad-Demo beherzt ans Mikrofon. „Auch Kinder wollen gesehen werden. Wenn man den Straßenverkehr mal aus ihrer Perspektive sieht, dann ist jede Querung, jede so schmale, uneinsichtige Straße ein Hindernis, eine Gefahr. Wir brauchen eine Infrastruktur, die es ermöglicht, dass Radfahrer und Autofahrer friedlich und gemeinsam diese Stadt nutzen können.“

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In diesem Sinne eroberten kleine und große Radfahrerinnen und Radfahrer die Straßen Remscheids. Nicht ungehört blieben Line Jungbluths nachdrücklichen Worte: „Auf der Ringstraße muss sich etwas ändern. Nicht nur wir schwitzen täglich Blut und Wasser, wenn unsere Kinder hier unterwegs sind. Diese Straße ist unüberschaubar, zumal für Kinder, denen der Überblick fehlt. Man sieht einfach nicht, woher die Autos kommen. Das ist gefährlich.“ Ein weiteres Beispiel von vielen: „Auf der Hackenberger Straße haben Lenneper Schüler, die mit dem Rad zur GHS fahren, ungute Bedingungen. Der Straßenrand ist Parkraum von Lkw, Anhängern, Wohnwagen. Das nimmt den Kindern die Sicht. Viel zu hohe Bordsteine erschweren den Weg, die Ampelphasen zum Queren sind zu kurz.“ Jonas (9) fand einen Vergleich: „Das ist hier auf den Straßen manchmal wie bei Star Wars: Die Autos sind das Imperium, wir die Rebellen-Allianz.“

Anregungen

Die Fahrrad-Demo „Critical Mass“ findet weltweit statt, seit 2017 auch in Deutschland. In Anlehnung daran gab es jetzt die „1. Kidical Mass Remscheid“, bei der Kinder im Fokus standen. Verbesserungsvorschläge und Ideen, aber auch Lob werden nun per Mail gesammelt und dem Oberbürgermeister übergeben.

info@kidicalmass-remscheid.de

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