Historisches Foto

Wer kennt dieses Wohngebiet?

Wer kennt diese Straße?
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Wer kennt diese Straße?
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Das Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte den Bismarckturm und die Großbaustelle am Stadtpark – 1968 wurde die Sternwarte eingeweiht.

Von Andreas Weber

Remscheid. Mit seinem Kettcar hat er so manche Runde durch den Stadtpark und am Schützenplatz gedreht. Thomas Groß ist am Stadtpark aufgewachsen und lebt auch heute nur unweit entfernt von dort. Das Rätselfoto bereitete ihm deshalb keine Schwierigkeiten. Das markante Bauwerk im Hintergrund ist der Bismarckturm, der heute eine Sternwarte beherbergt.

Nach dem Abriss der Stadtparkhalle wurde am Bismarckturm Anfang der 60er Jahre das Wasserreservoir gebaut.

„Für unseren Verein ist es der Treffpunkt, wenn es zu Spielen der Mannschaft geht“, schreibt Carmen Vogt. Das Foto vergangenen Samstag, aufgenommen vor 50 Jahren, zeigte weit mehr als den Turm. Zu der Großbaustelle davor kennt Roland Benscheid die Details: „Auf dem Stadtparkgelände entstand in den 1960er Jahren ein schmuckloser Trinkwasserspeicher, erbaut durch die Stadt Remscheid. Der Klotz hat die stattlichen Ausmaße von 65 Meter Länge, 38 Meter Breite und einer Höhe von sechs Metern. Die Aufgabe war, das von der Großen Dhünntalsperre gelieferte Wasser in das Netz bzw. in die wenigen verbliebenen Wassertürme weiterzuleiten.“

Heinz Jürgen Schmitz ergänzt: „Meiner Meinung nach wurde der von den Stadtwerken Remscheid erbaute Wasserbunker 1962 eingeweiht.“ Für den Speicher musste die im wilhelminischen Stil gehaltene und 1901 erbaute Stadtparkhalle weichen. „Diese diente als Mehrzweckhalle nicht nur der heimischen Kultur, sondern auch zahlreichen Messen des heimischen Handwerks als Veranstaltungsort“, berichtet Schmitz. Der Bombenangriff auf Remscheid im Jahr 1943 beschädigte die Halle stark.

Der Wasserspeicher am Stadtpark, der mit einem Inhalt von 10 000 m³ den größten Wasserspeicher in Remscheid darstellt.

Geregelter Veranstaltungsbetrieb war danach nicht mehr möglich. Kurz diente die Halle den Verkehrsbetrieben nach dem 2. Weltkrieg als Abstellplatz für die wenigen Busse. „Da die Hallendecke instabil wurde, durften keine Fahrzeuge mehr dort abgestellt werden“, weiß Heinz Jürgen Schmitz. Der Verfall besiegelte das Schicksal des Gebäudes, der Abriss wurde 1952 eingeleitet.

Manfred Armbrust geht auf den im Mai 1901 eingeweihten Bismarckturm ein. Der in der Bevölkerung beliebte Ort bot in 30 Meter Höhe am Eingang zum Stadtpark einen gigantischen Fernblick bis zum Rhein. Im 2. Weltkrieg diente er als Beobachtungsstation der Luftwaffe, danach blieb der Turm lange eine Ruine.

Wie Heinz Jürgen Schmitz verweist Manfred Armbrust darauf, dass die Sternwarte mit ihrem Linsenteleskop am 3. Oktober 1968 auf Betreiben von EMA-Physiklehrer und Studienrat Hans Schäfer zustande kam, der sich mit Gleichgesinnten für Astronomie interessierte. Zwischen 1963 und 1968 wurde der Turm umgebaut und das Dachfragment durch einen Aufbau mit Kuppel ersetzt.

Hans-Ulrich Budde war zwar noch nie oben, aber er weiß, dass der Bismarckturm unter Denkmalschutz steht. Helmut Schucht geht in seiner Zuschrift auch auf den Namensgeber des Turms ein: „Zum 80. Geburtstag nahm Otto von Bismarck die Ehrenbürgerschaft Remscheids an und dankte per Brief am 14. Februar 1898, dass man einen Turm errichten und diesen nach ihm nennen wolle.“ Als Bismarck am 30. Juli 1898 starb, lösten die Remscheider ihr Versprechen ein.

Auch Ulrich Hager und Ernst Erdmann übermittelten die richtigen Antworten.

Das neue Rätselbild

Heute geht es mit dem Rätselfoto in ein Wohngebiet, das seit dem Ende des 18. Jahrhunderts nicht als die betuchteste Gegend Remscheids galt, heute aber an Format gewonnen hat. Wer kennt diese Straße? Schicken Sie uns die Lösung bis zum 26. November per E-Mail oder Post, gerne mit Ihren persönlichen Anekdoten angereichert, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid; redaktion@rga-online.de

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