Wohnmobilisten gelten als wirtschaftlich attraktiv

Keine adäquaten Stellplätze: Remscheid ist kein Ziel für Camper

Die Nachbarn sind beim Thema Wohnmobil teilweise schon weiter: Drei Stellplätze mit Stromanschluss gibt es zum Beispiel direkt in der Hückeswagener Innenstadt, die, wie man sieht, gut angenommen werden. Foto: wey
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Die Nachbarn sind beim Thema Wohnmobil teilweise schon weiter: Drei Stellplätze mit Stromanschluss gibt es zum Beispiel direkt in der Hückeswagener Innenstadt, die, wie man sieht, gut angenommen werden.

RGA-Leser regt ein besseres Angebot für Camper an.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid verpasst einen Trend, fürchtet Harald Strobel. Und deswegen hat sich der RGA-Leser, selbst begeisterter Wohnmobilist, bei unserer Anruf-Aktion „Dranbleiben“ gemeldet. Spätestens seit Corona boome das Geschäft mit Wohnmobilen, sagt Strobel. Doch in Remscheid fehle es an attraktiven Stellplätzen, um Gäste von außerhalb anzulocken.

Andere Städte seien da viel weiter, ist Strobel überzeugt, nachdem er gerade aus Rothenburg ob der Tauber zurückgekehrt ist. Dort gebe es schön gestaltete Plätze mit Stromanschluss sowie Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Remscheid habe zwar auch drei ausgewiesene Plätze für Wohnmobile, dabei handele es sich aber um Parkplätze ohne weitere Infrastruktur. Deswegen fällt Strobels Urteil eindeutig aus: „Das ist ein Witz.“

Und da mag ihm Tourismusexperte Holger Piwowar, Geschäftsführer von Bergisches Land Tourismus Marketing, gar nicht widersprechen. In Remscheid gebe es „keine adäquaten Stellplätze, die man mit gutem Gewissen anbieten könnte“, sagt Piwowar. Und das gelte – mit Ausnahme der Wohnmobil-Oase in Wuppertal-Barmen – fürs ganze Städtedreieck. Auch den von Harald Strobel ausgemachten Boom kann Piwowar nur bestätigen: „Das war schon länger ein Trend“, sagt er: „Durch Corona hat das noch zusätzlichen Schwung bekommen.“

Wohnmobilisten lassen Geld in der Region

Dabei gelten Wohnmobilisten als wirtschaftlich attraktiv, sie geben an ihrem Urlaubsort vergleichsweise viel Geld aus. Wer bis zu 250.000 Euro für einen Camper zur Verfügung habe, habe auch die Mittel, die Küche kalt zu lassen, sagt Holger Piwowar: „Die gehen abends essen und lassen viel Geld in der Region.“ Entsprechend werbe er schon seit Jahren für ein Ausbau des Angebots, sagt der Touristiker: „Das habe ich damals schon mit Hans Gerd Sonnenschein besprochen.“ Der ehemalige Remscheider Stadtplaner ging Ende 2013 in den Ruhestand.

Auch mit Christina Kutschaty habe er das Thema inzwischen erläutert, so Piwowar. Und die Leiterin des Fachbereich Stadtentwicklung, selbst Camperin, steht dem Thema durchaus aufgeschlossen gegenüber. Remscheid, vor allem Lennep, habe viel touristisches Potenzial, sagt Kutschaty, die sich Stellplätze zum Beispiel im Umfeld des H2O oder des Kräwi-Freizeitparks vorstellen könnte. Allerdings eher in privatwirtschaftlicher als in städtischer Trägerschaft.

Vielleicht eine Aufgabe für die Lebenshilfe, die bereits das Haus Müngsten im Brückenpark betreibt, sagt Holger Piwowar. Oder auch für die Arbeit Remscheid, die an der Kräwi aktiv ist. Helfen könne es zudem, wenn sich die Politik des Themas annimmt. Derzeit lägen die Prioritäten aber wohl noch woanders. Dabei würde ein besseres Angebot an Stellplätzen für eine Zielgruppe des bergischen Tourismus-Marketings ganz besonders gut passen. „Einer unserer wichtigsten Quellmärkte sind die Niederlande“, sagt Holger Piwowar. Und die Holländer haben bekanntlich ein besonderes Verhältnis zum Camping.

In Wermelskirchen Dhünn gibt es schon einen schönen Wohnmobilstellplatz - mit Stromsäule.

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