Ort der Begegnungen sollte entstehen

Die Pläne für die Leffers-Ruine sind vorläufig geplatzt

Anstelle der Sinn-Leffers-Ruine möchte die Stadt einen „Dritten Ort“ entstehen lassen. Doch das ist mehr als ungewiss.
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Anstelle der Sinn-Leffers-Ruine möchte die Stadt einen „Dritten Ort“ entstehen lassen. Doch das ist mehr als ungewiss.
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Frist verstrichen: Die Stadt kann den Leerstand nicht wie geplant kaufen. Der neue Eigentümer will ein Altenpflegeheim errichten.

Remscheid. Der geplante Kauf der Sinn-Leffers-Ruine auf der Alleestraße durch die Stadt Remscheid ist gescheitert. Das berichtete Baudezernent Peter Heinze am Donnerstagabend den Politikern im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität. „Wir können von unserem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machen“, erklärte Heinze: „Das ist eine schlechte Nachricht für die Innenstadt.“

Tatsächlich ist die von der Stadt verfolgte Idee eines neuen Angebotes im Bereich Kultur und Freizeit damit erst einmal hinfällig, denn Fakt ist: Der größte Leerstand in der Remscheider Innenstadt hat bereits einen neuen, privaten Eigentümer. Er will das Gebäude abreißen und eine Altenpflegeeinrichtung darauf errichten. Die Stadt lehnt das ab, kann ihre Pläne für einen so genannten „Dritten Ort“ mit Umzug der Stadtbibliothek aber nicht realisieren.

„Die Außenwirkung ist mit dem Wort peinlich leicht umschrieben.“

David Schichel (Grüne)

Laut Heinze scheiterte der Kauf der Immobilie an einer Fristüberschreitung. Bislang gehörte das Grundstück mit der seit zwölf Jahren leerstehenden Kaufhausruine einem Immobilienfonds mit Sitz in Luxemburg. Der schickte sich nun an, den Leerstand zu veräußern, wodurch die Stadt Remscheid mit ins Geschäft kam. Sie hat ein Vorkaufsrecht. Das erlaubt es ihr, die Ruine zum gleichen Preis selbst zu erwerben. Kauf und Abriss hätte die Stadt danach vergleichsweise günstige 1,5 Millionen Euro gekostet.

Daraus wird nun nichts. Der Grund laut Peter Heinze: Die Stadt meldete ihr Vorkaufsrecht mit einem Schreiben bei dem Immobilienfonds an, allerdings erreichte das Schreiben die Verkäufer in Luxemburg zu spät. Beziehungsweise wurde das Schreiben laut Heinze dort zu spät entgegengenommen.

„Die Außenwirkung ist mit dem Wort peinlich leicht umschrieben“, hielt Ausschussvorsitzender David Schichel (Grüne) fest. Schließlich hatte sich die Stadt Remscheid angesichts des sicher geglaubten Geschäfts weit vorgewagt. „Ich will, dass das Ärgernis verschwindet. Ich kann die Ruine nicht mehr sehen“, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) im Gespräch mit dem RGA gesagt und angekündigt, das Grundstück nach dem Abriss des Gebäudes zunächst begrünen zu wollen.

Mittel- bis langfristig sollte darauf dann die „Bibliothek der Zukunft“ entstehen. Wie im holländischen Gouda, im finnischen Helsinki oder auch in Duisburg - eine Stadt, die ebenso arm ist wie Remscheid - sollte mit Fördergeldern von Bund und Land auf der Alleestraße ein neuer Treffpunkt für die Bürger entstehen: mit Cafés, Räumen zur Mediennutzung, für Seminare und Kulturveranstaltungen.

Das Designer Outlet Center in Lennep ist zur Hängepartie geworden. Löst sich der „Dritte Ort“ zur Innenstadtentwicklung nun in Luft auf? Baudezernent Peter Heinze will mit dem neuen Eigentümer in Kontakt treten, um seine Absichten in Erfahrung zu bringen. Fest stehe: Das von ihm geplante Altenpflegeheim sei auf der Alleestraße nicht gewollt „und auch nicht umsetzbar“.

Sollte der neue Eigentümer sich davon überzeugen lassen und deshalb selbst verkaufen wollen? Dann könnte die Stadt mit ihm verhandeln. So viel wäre dann allerdings sicher: So günstig wie im Vorkaufsverfahren dürfte die Stadt nicht mehr an das Grundstück herankommen. Die Politiker wollen deshalb jetzt im Detail wissen, wie es dazu kommen konnte, dass die Stadt Remscheid das Nachsehen hat.

Unsere Erstmeldung:

Kauf der Sinn-Leffers-Ruine ist geplatzt

Der geplante Kauf der Sinn-Leffers-Immobilie auf der Alleestraße ist vorläufig geplatzt.

Remscheid. Die Stadt kann von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machen. Das berichtete Baudezernent Peter Heinze soeben den Politikern im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität. Danach hat das Grundstück bereits einen neuen Besitzer. Er will das Gebäude abreißen und eine Altenpflegeinrichtung darauf bauen. Die Stadt lehnt das ab, kann ihrerseits aber nicht über das Grundstück verfügen, um darauf ihre Pläne zu realisieren.

Remscheid: Grundstück hat bereits einen neuen Besitzer

Wie berichtet, sollte die Stadtbücherei auf die untere Allee umziehen. Darüber hinaus sollten Cafés entstehen und die neue Bücherei damit zu einem so genannten „Dritten Ort“ werden. Laut Heinze scheiterte der Kauf an einer Fristüberschreitung. Der Verkäufer der Immobilie, ein Immobilienfonds, hat seinen Sitz in Luxemburg. Die Unterlagen der Stadt sollen zu spät bei ihm eingegangen sein. Beziehungsweise wurden sie laut Heinze zu spät entgegengenommen. Er will nun mit dem neuen Eigentümer in Kontakt treten, um seine Absichten abzufragen. Möglicherweise ist auch er zum Verkauf bereit sein. So günstig wie im Vorkaufsverfahren dürfte die Stadt jedoch nicht mehr an das Grundstück herankommen. Annähernd 1,5 Millionen Euro sollten Kauf und Abriss kosten. 

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