Helfer in der Not

THW ist bei Katastrophen jeglicher Art zur Stelle

Der Remscheider THW-Chef Christoph Rühl vor dem Schreitbagger, mit dem wegen Corona keine Übungsstunden möglich sind. Foto: Roland Keusch
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Der Remscheider THW-Chef Christoph Rühl vor dem Schreitbagger, mit dem wegen Corona keine Übungsstunden möglich sind.

Seit dem Jahr 2004 ist der Standort des Technischen Hilfswerks (THW) in Remscheid an der Straße Auf dem Knapp.

Von Peter Klohs

Remscheid. Wie der THW-Ortsbeauftragte, Christoph Rühl, erläutert, waren die Katastrophenschützer zuvor im Hasten ansässig. „Aber da war die Bausubstanz des Gebäudes derart schlecht, dass wir händeringend etwas Neues gesucht haben. Und wir waren glücklich, als wir hier unseren neuen Standort beziehen durften.“

Die offizielle Bezeichnung Bundesanstalt Technisches Hilfswerk gibt einen Hinweis darauf, wer der oberste Chef des THW ist: der Bundesinnenminister. Dementsprechend agiert das THW bundesweit nach einem gesetzlichen Auftrag, der technische Hilfe im Bevölkerungs- als auch im Katastrophenschutz vorsieht. Die Unterstützung der Feuerwehr, die Abwehr von Gefahren sowie Auslandseinsätze im humanitären Bereich runden das vielfältige Einsatzgebiet des THW ab.

Elias El Ghorchi, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des THW Remscheid, erzählt, dass über 98 Prozent der im THW tätigen Menschen Ehrenamtler sind. „Wir verbringen zum Teil unsere ganze Freizeit hier“, berichtet er. „Man muss schon ein Idealist sein, um diesen Zeitaufwand zu rechtfertigen. Und ohne das Wohlwollen der Familien geht es gar nicht. Und oft ist auch das Wohlwollen des jeweiligen Arbeitgebers erforderlich. Aber auch diese sind sehr oft verständnisvoll.“

Einsätze auch jenseits der Remscheider Grenzen

Durch Corona hat sich auch im THW Remscheid einiges geändert. „Bei einem Inzidenzwert von über 50 wird das THW geschlossen“, erklärt Christoph Rühl. „Wir bieten zur Zeit möglichst viel online an, da augenblicklich leider keine Übungsdienste möglich sind. Auch die Jugenddienste finden nicht statt. Im Moment können wir nur für die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit sorgen. Zu den Übungen treffen wir uns in normalen Zeiten donnerstags und einmal monatlich ganztags an einem Samstag. Wir haben in diesem Jahr schon einige spannende Einsätze erleben dürfen, zum Teil natürlich unter Corona-Bedingungen“.

Der Ortsbeauftragte berichtet von einem großen Einsatz in Wuppertal, von einem weiteren in Düsseldorf, in Solingen wurde von einer Lokomotive ein Bahnübergang beschädigt. In der JVA Lüttringhausen sorgte man erst Anfang der Woche für Beleuchtung wegen eines Stromausfalls. Außerdem war das Remscheider THW an einem großen Einsatz im rheinland-pfälzischen Ahrweiler, 20 Kilometer südlich von Bonn, beteiligt.

Das Technische Hilfswerk begrüßt das Konjunkturprogramm, das die Bundesregierung anlässlich der Coronakrise aufgelegt hat und das sich sehr positiv auf die Struktur des THW auswirken wird. „Und das werden wir auch hier in Remscheid merken“, ist Christoph Rühl sicher. „Wir werden unsere Ausstattung deutlich aufwerten können.“

In den beiden großen Hallen am Remscheider Standort befindet sich alles, was das THW bei seinen Einsätzen benötigt: von Sandsäcken bis zum großen Bagger mit den spinnenähnlichen Beinen, von den zusammengebaut eher unscheinbaren Lichtmasten bis hin zu den großen Lkw – und auch ein Einsatzstellensicherungssystem. „Das ist eine Entwicklung aus Remscheid“, sagt Christoph Rühl, „man kann mit Laserstrahlen ein einsturzgefährdetes Gebäude auf den Zehntelmillimeter genau vermessen und rechtzeitig vor einem Einsturz warnen.“ Seit 1952 ist das THW in Remscheid tätig.

Info-Abend

Für den 9. Dezember plant das THW einen digitalen Info-Abend, bei dem Helferinnen und Helfer geworben werden sollen. „Wir haben leider noch zu wenig weibliche THWler“, sagt Elias El Ghorchi. „Ich hoffe, das wird sich bald ändern.“ Interessierte können sich wenden an:

presse@thw-rs.de

In der Justizvollzugsanstalt blieben am Montagabend die Lichter aus: THW aus mehreren Städten kam zu Hilfe.

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