Kirmes

Karussells kehren auf Schützenplatz zurück

Frank Schmidt und seine Tochter Jaqueline hoffen auf einen Erfolg der Herbstkirmes, die ab dem 17. September auf dem Schützenplatz über die Bühne gehen wird. Foto: Roland Keusch
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Frank Schmidt und seine Tochter Jaqueline hoffen auf einen Erfolg der Herbstkirmes, die ab dem 17. September auf dem Schützenplatz über die Bühne gehen wird.
  • Frank Michalczak
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Corona-Einschränkungen sollen den Spaß nicht trüben – Kirmes-Organisator verspricht breites Angebot.

Remscheid. Nach über zwei Jahren drehen sich die Karussells wieder – bei einer Kirmes in Remscheid. Dafür sorgt Unternehmer Frank Schmidt, der mit seinen Schausteller-Kollegen vom 17. bis 26. September für Trubel auf dem Schützenplatz sorgen will – und dies unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Denn auch hierbei gilt: Wer dabei sein will, muss genesen, geimpft oder getestet sein. „Es wird keine Dauerkontrollen beim Eintritt geben“, erklärt der Organisator. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes seien jedoch damit beauftragt worden, nach dem Zufallsprinzip einzelne Besucher um einen entsprechenden Nachweis zu bitten. „In der Nähe befindet sich ja das Testzentrum“, fügt Schmidt hinzu. Wer also nicht geimpft oder genesen ist, könne dort ganz bequem vorbeischauen, um sich vor dem Kirmesbesuch einem Test zu unterziehen.

Die Einhaltung der Corona-Schutzvorgaben werde auch die Ordnungsbehörde im Blick behalten, kündigt deren Leiter Jürgen Beckmann an. „Vor allem werden wir überprüfen, wie die Kontrollen aussehen.“ Unter anderem müsse sichergestellt sein, dass die Stichproben dokumentiert werden. „Das ist eine Vorgabe bei der aktuellen Schutzverordnung, die zu befolgen ist“, führt Beckmann aus.

„Wie hatten durch Corona ja quasi Berufsverbot.“

Frank Schmidt im Rückblick auf die Pandemie

Zu den Maßgaben zählt auch die räumliche Beschränkung auf dem Schützenplatz. Die Veranstaltungsfläche muss eingezäunt werden. 1500 Besucher können sich zeitgleich dort aufhalten, berichtet Frank Schmidt, der die Maximalzahl im Auge behalten muss. Doch trotz all dieser Einschränkungen ist der Remscheider Unternehmer froh, dass er mit seinem Autoscooter und den übrigen Geschäften wieder loslegen kann. „Wir hatten durch Corona ja quasi Berufsverbot. Wir durften kein Geld verdienen“, blickt er auf schwere Monate zurück, die er dank Soforthilfen finanziell überbrücken konnte. Die Antragsstellung sei zwar kompliziert gewesen. Als „lobenswert“ bezeichnet es Schmidt aber, dass das Geld danach reibungslos überwiesen worden sei.

Für Hilfestellung beim Neustart sei ihm die Stadt Remscheid bei den Nutzungsgebühren für den Schützenplatz sehr entgegengekommen. Etwas ärgerlich sei hingegen, dass er für die Platzierung der Bauzäune einen Architekten habe einschalten müssen, der entsprechende Pläne, auch mit den Notausgängen, erstellte. Das hätte auch unkomplizierter und für ihn günstiger sein können, erklärt er.

Remscheid: Kirmes-Organisator kündigt breites Spektrum an

Aber Mühe und Aufwand sollen sich lohnen: Das Publikum erwarte ein breites Spektrum an Fahrgeschäften, wobei Frank Schmidt noch nicht alle verraten möchte. „Unter anderem wird aber der Breakdancer aufgebaut“, kündigt er an. Und natürlich können die Besucher nach langer Abstinenz auch wieder ihren Hunger auf „eine gute Currywurst“ oder auf Berliner Ballen stillen.

Obwohl es die erste Herbstkirmes unter seiner Regie auf dem Remscheider Schützenplatz sein wird, bringt Frank Schmidt vielfältige Erfahrungen in der Organisation von Brauchtumsveranstaltungen mit – vom Ostermarkt auf der Alleestraße bis zur traditionellen Pflaumenkirmes in Radevormwald. „Diese fällt in diesem Jahr ja leider aus“, bedauert er. Umso erfreulicher sei es, dass sich die Karussells auf dem Schützenplatz wieder drehen.

Hintergrund

Die Herbstkirmes beginnt am Freitag, 17. September, und endet am Sonntag, 26. September. Öffnungszeiten: montags bis samstags 14 bis 22 Uhr, sonntags 11 bis 22 Uhr. Auf Facebook kündigten die Organisatoren zuletzt unter anderem als Teilnehmer Darmanns Schlemmer Ecke, Fuhrmanns Zum Braukessel und Andersens Waffelbäckerei an. Zudem seien drei Remscheid-Premieren zu erwarten.

Standpunkt: Ziemlich gute Vorsätze

sven.schlickowey@rga.de

Kommentar von Sven Schlickowey

Was Corona für Schausteller-Familien bedeutet hat und es zum Teil immer noch tut, kann wohl nur erahnen, wer Vergleichbares selbst erlebt hat. Und das ist ausdrücklich nicht nur wirtschaftlich gemeint. Schließlich leben die Schmidts ihr Geschäft. Dass es nun wieder losgeht, ist deswegen weit mehr als der Re-Start einer Firma. Es ist auch eine gute Gelegenheit, die eigenen Vorsätze der zurückliegenden eineinhalb Jahre in der Praxis anzugehen. Geld verantwortungsvoll ausgeben und in der Region lassen? Alles etwas bewusster erleben und genießen? Dankbar sein für Dinge, die bis vor kurzem noch absolut selbstverständlich schienen? Hier kommt eine Gelegenheit dazu. Nicht die erste und nicht die letzte, schließlich warten weitere gleich um die Ecke beim Gastronomen und im regionalen Einzelhandel, aber eine sehr gute. Denn wo sonst gibt es schon die Gelegenheit, sich nach einem süßen Liebesapfel auf dem Breakdancer durchschütteln zu lassen – und gleichzeitig den eigenen guten Vorsätzen nachzukommen?

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