Stadt will etwas tun

Kampf gegen hohe Strom- und Heizkosten

Damit der Blick auf den Stromzähler nicht zum Horror wird: Die Verbraucherzentrale rät angesichts der gestiegenen Strompreise dazu, frühzeitig zu handeln. Die Stadt unterstützt dabei vor allem Haushalte mit niedrigerem Einkommen. Symbolbild: Gerd Altmann
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Damit der Blick auf den Stromzähler nicht zum Horror wird: Die Verbraucherzentrale rät angesichts der gestiegenen Strompreise dazu, frühzeitig zu handeln. Die Stadt unterstützt dabei vor allem Haushalte mit niedrigerem Einkommen.

Gestiegene Energiepreise werden nicht nur für einkommensschwache Haushalte zum Problem.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise sorgen zunehmend für Probleme, nicht nur aber gerade auch für Haushalte mit geringem Einkommen. Die Fälle, von denen Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale, berichtet, klingen teils dramatisch. So wie der alleinstehende Empfänger von Arbeitslosengeld II, der von seinen 449 Euro monatlichem Regelsatz bisher schon 50 Euro Strom-Abschlag zahlen musste – inzwischen sind es 144 Euro pro Monat.

„Wir können nicht zulassen, dass gestiegene Heiz- und Stromkosten dazu führen, dass ärmere Menschen in unserer Stadt weiter abgehängt werden“, sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Wirklich zu lösen sei das Thema nur auf gesetzgeberischer Ebene, so Neuhaus, zum Beispiel über höhere Regelsätze. Doch auch vor Ort will die Stadt etwas tun.

Dabei verweist der Sozialdezernent unter anderem auf die Stromspar-Beratung der Caritas. Die sei für Menschen mit geringem Einkommen kostenfrei, betont er, Gutscheine dafür gebe es zum Beispiel beim Jobcenter und der Verbraucherzentrale. Die Beratung sei ein gutes Mittel, sehr kurzfristig Energie und damit Kosten einzusparen: „Die Profis haben Tipps, da kommt man allein vielleicht gar nicht drauf.“

Strom und Gas gar nicht erst zu verbrauchen, sei auch für Haushalte mit einem höheren Einkommen ein probates Mittel, sagt Lydia Schwertner. Denn das Problem der Energiekosten betreffe alle Menschen, auch wenn manche es bisher vor sich her schöben: „Die Leute hören davon, sie merken es aber zum Teil erst in einem Jahr, wenn die Abrechnung kommt.“ Deswegen sei es wichtig, jetzt zu handeln.

Remscheid: Verbraucherzentrale bietet Beratungen an

Auch die Verbraucherzentrale biete entsprechende Beratungen an, berichtet Schwertner: „Aber die sind derzeit absolut ausgebucht.“ Deswegen verweist sie in einem ersten Schritt auf das Internetangebot der Verbraucherzentrale NRW, wo es inzwischen einen eigenen Unterpunkt „Hohe Energiepreise“ gibt. Darunter finden sich Hinweise, was beispielsweise bei überhöhten Rechnungen oder Kündigungen zu tun ist, aber auch Energie-Spartipps von der Stand-by-Funktion bis zum richtigen Dusch-Verhalten.

In ihrer täglichen Arbeit nehme das Thema Energie eine beherrschende Stellung ein, sagt Lydia Schwertner: „70 Prozent meiner Beratungen drehen sich darum, das war früher nicht so.“ Dabei gehe es auch um erhöhte Abschlagszahlungen, Lieferstopps und unerlaubte Preiserhöhungen. Ihr Fazit: „Da gibt es einen regelrechten Wildwuchs.“

Sozialausschuss beschäftigt sich am 2. März mit dem Thema

Für Empfänger von Sozialleistungen gibt es aber auch gute Nachrichten. Gestiegene Heizkosten zum Beispiel werden bei Alg II- und Sozialhilfeempfängern in der Regel vom Amt übernommen. Einen Teil davon bezahlt die Stadt. Die hatte zwar im Haushalt nur mit einer Kostensteigerung von vier Prozent kalkuliert, weil es aber derzeit fast 600 Empfänger weniger gibt als erwartet, reißt das noch kein allzu großes Loch in die Stadtkasse. Und für Bezieher von Wohngeld, BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe und Ausbildungsgeld kommt im Juni voraussichtlich ein einmaliger Heizkostenzuschuss von mindestens 135 Euro.

Zudem haben die Energiekosten auch die Remscheider Politik erreicht. Der Sozialausschuss beschäftigt sich am 2. März mit einer umfangreichen Antwort der Verwaltung auf eine SPD-Anfrage zum Thema. Es sei gut, dass die Politik darüber diskutiert, sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Viele Möglichkeiten blieben der Stadt aber nicht: „Zusätzliche Belastungen für eine ohnehin schon verschuldete Stadt wie Remscheid sind kaum möglich.“

Beratung & Tipps

Die Verbraucherzentrale NRW stellt auf ihrer Internetseite Tipps, Hinweise und Musterbrief zu ganz unterschiedlichen Themen rund um Energiepreise und -verträge zusammen. verbraucherzentrale.nrw

Menschen mit geringem Einkommen finden Beratung beim Stromspar-Check der Caritas, der unter anderem von der Gewag, der GWG und den Stadtwerken unterstützt wird. Kontakt per Mail: t.schoenhals@caritasverbandremscheid.de

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