Begegnung

Kaffeepause bringt Honsberger zusammen

Im Neuen Lindenhof kamen Groß und Klein aus unterschiedlichen Kulturen beim Kaffee und Tee Trinken zusammen. Fotos: Valeria Schulte-Niermann
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Im Neuen Lindenhof kamen Groß und Klein aus unterschiedlichen Kulturen beim Kaffee und Tee Trinken zusammen.
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Interkulturelle Woche: Caritasverband lud zum Austausch ein.

Von Valeria Schulte-Niermann

Remscheid. Offen sein für Neues und Anderes – das ist das Motto der diesjährigen interkulturellen Woche. am Montag startete das bundesweit ausgetragene ökumenische soziokulturelle Festival in Remscheid. In Honsberg veranstaltete der Caritasverband Remscheid zusammen mit dem Ökumenischen Vorbereitungsausschusses (ÖVA) eine interkulturelle Kaffeepause im Neuen Lindenhof.

„Über das Essen ins Gespräch zu kommen funktioniert immer sehr gut.“

Ute Friedrich-Zielas, Verein Stadtteil

„In Honsberg leben viele Kulturen Tür an Tür“, weiß Andrea Schara vom Caritasverband. Durch die Veranstaltung konnten sich die Anwohner besser kennenlernen. Die Kaffeepause bot dafür den passenden Anlass. An sieben Tischen wurde allerlei Leckeres aus acht Gebieten kredenzt: Deftiges aus der Türkei, Syrien und dem Balkan, Süßes aus Russland, Indien, Schweden und Italien. Die Bergische Kaffeeplatte mit Waffeln und Kirschen durfte auch nicht fehlen. Einige Rezepte waren auf Kärtchen abgedruckt, die die Gäste mitnehmen durften, um die länderspezifischen Gerichte zu Hause nachzukochen. „Man isst etwas Neues, was man noch nie gegessen hat. Ich bin überwältigt, was es alles gibt“, sagte Andrea Schara.

Daniela Balducchi, Andrea Schara, Ute Friedrich-Zielas und Emel Ferik organisierten den Nachmittag mit Kaffeepause und lebender Bibliothek.

Neben einigen Caritasmitarbeitern haben auch einige Frauen aus der Frauengruppe des Vereins Stadtteil gekocht. „Essen ist in den Kulturen der Frauen Thema Nummer eins, darum waren sie begeistert, als sie von der Veranstaltung hörten“, berichtet Flüchtlingsberaterin Hatice Ekinci.

„Vieles läuft über den Magen. Über das Essen ins Gespräch zu kommen funktioniert immer sehr gut“, weiß Ute Friedrich-Zielas, Sozialarbeiterin beim Verein Stadtteil. So sollen die Hürden, aufeinander zuzugehen, überwunden werden – auch wenn an einem Tisch arabisch gesprochen wurde. „Wir reden oft darüber, dass Geflüchtete sich anpassen müssen, aber es können doch auch alle friedlich zusammenleben“, sagte Ute Friedrich-Zielas.

Lebendige Geschichten in der Bibliothek

Doch nicht nur beim Essen konnten sich die Gäste austauschen. In drei Lebensgeschichten durften sie bei der lebenden Bibliothek eintauchen. In einem Nebenraum zur Kaffeetafel liehen sie sozusagen drei Bücher für 20 Minuten aus. Hinter der Metapher standen drei Menschen mit Migrationsgeschichten. Im Zwiegespräch öffneten sich die lebenden Bücher für Fragen der Besucher. „Auch für Fragen, sie sich sonst keiner traut zu stellen“, sagte Daniela Balducchi vom Caritasverband, „sobald sie sich öffnen, kann man ganz viel Neues erfahren, wie in Büchern.“

Bei Franco Xavier Cheriyapattaparambil-Grönebaum erzählt schon der Name einen Teil der Lebensgeschichte des gebürtigen Inders. Er promovierte in den 80ern in Italien, heiratete eine deutsche Frau und arbeitete als Systemadministrator und Künstler. Aus dem Togo kam Pierre Claude Brandenburg 1973 nach Remscheid. Er wurde Krankenpfleger und war trotz Rassismus und anderer Hürden bis zu seiner Rente in einer psychiatrischen Klinik angestellt.

Die gebürtige Türkin Edibe Colak folgte 1971 ihrem Mann nach Deutschland. Sie musste ihre Tochter in ihrem Heimatland zurücklassen, um als Gastarbeiterfrau ihren Mann zu unterstützen.

Wenn das Angebot gut ankommt, kann sich Organisatorin Daniela Balducchi vom Caritasverband gut vorstellen, die lebende Bibliothek auch größer und mit mehr Beteiligten zu veranstalten.

Nächster Termin

Während der Interkulturellen Woche finden viele verschiedene Veranstaltungen im bergischen Städtedreieck statt. Heute um 18 Uhr gibt es zum Beispiel eine Online-Lesung zum Buch „Kinder der Ungleichheit“ vom Kölner Ungleichheitsforscher Christoph Butterwegge und seiner Frau Carolin.

https://t1p.de/me6l

interkulturellewoche.de

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