THW kamen zu Hilfe

JVA: Der Stromausfall war so nicht geplant

Nach einem Stromausfall liegt die Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen im Dunkeln.
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Nach einem Stromausfall lag die Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen im Dunkeln.

In der Justizvollzugsanstalt blieben am Montagabend die Lichter aus: THW aus mehreren Städten kam zu Hilfe.

Von Axel Richter

Remscheid. Dass die Justizvollzugsanstalt in Lüttringhausen vorübergehend ohne Strom und damit ohne Licht sein würde, war so geplant. Nicht aber, dass das ausgerechnet in den Abendstunden der Fall sein würde. Wie am Montag berichtet, kam es am Montagabend jedoch genau dazu. Und die Justizvollzugsbeamten beschlich in der hereinbrechenden Dunkelheit langsam aber sicher ein mulmiges Gefühl.

Was war geschehen?

Planmäßig hatten am Montagmorgen Elektriker ihre Arbeit am Stromnetz der Haftanstalt aufgenommen. Am Vormittag und in den Mittagsstunden sollte für sie vorübergehend die Versorgung abgestellt werden. „Leider ist es bei den Arbeiten dann zu Verzögerungen gekommen“, berichtet Anstaltsleiterin Katja Grafweg. Gegen 15.30 Uhr legten die Elektriker dennoch den Schalter um. In eineinhalb Stunden sollte der Strom zurückkehren. Tat er aber nicht.

Was waren die Folgen?

Noch zwei Stunden später lagen große Teile des Gebäudes im Dunkeln, einschließlich der Gefängnismauern und des Innenhofes. Zwischenzeitlich war auch das Hafthaus betroffen. Auch telefonisch war die Justizvollzugsanstalt nicht zu erreichen.

Wie reagierte die Gefängnisleitung?

Um 17.40 Uhr zog Katja Grafweg die Reißleine, verstärkte alle Posten und ließ weitere Justizvollzugsbeamte in die Haftanstalt einrücken. Die Mitarbeiter brachten ihre Autos in Stellung, um mit den Scheinwerfern für Licht zu sorgen. Ein Mitarbeiter, der sich privat im Technischen Hilfswerk (THW) engagiert, bat die Ehrenamtler um Unterstützung.

Was unternahm das THW?

Beim THW in Remscheid hat unter anderem die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung ihren Sitz. Sie ist unter anderem auf Beleuchtungsaufgaben spezialisiert. Mit den Einsatzkräften aus Remscheid rückten weitere Ehrenamtler aus Wuppertal, Hattingen und Witten zur Haftanstalt in Lüttringhausen aus. Die insgesamt 19 Helfer bauten dort vier mobile Lichtmasten sowie acht Scheinwerfer auf Stativen auf. „Mit den Hochleistungsstrahlern konnte das komplette Anstaltsgelände binnen kürzester Zeit ausgeleuchtet werden“, berichtet Christoph Rühl, Ortsbeauftragter des THW in Remscheid.

Was geschah außerhalb der JVA?

Die Polizei, die von den Arbeiten an der elektrischen Versorgung im Vorfeld informiert war, fuhr bereits ab dem Vormittag rund um die Haftanstalt verstärkt Streife. Das galt nun erst recht bei hereinbrechender Dunkelheit. Kein Insasse sollte sich die Ausnahmesituation zunutze machen können.

Wie reagierten die Häftlinge?

Zur Zeit sitzen 430 Männer in der JVA Remscheid ab. Sie waren aus Sicherheitsgründen erst am Montag per Lautsprecherdurchsage über den eigentlich für die Vormittags- und Mittagsstunden geplanten Stromausfall informiert worden. Auch sie waren deshalb überrascht, als das Licht am Abend nicht zurückgekehrt war. Die Männer befanden sich jedoch den ganzen Tag über in ihren Hafträumen. Weder gab es den sonst üblichen Umschluss mit anderen Häftlingen noch konnten sie zur Arbeit in den Werkstätten gehen.

Wann kehrte der Strom zurück?

Gegen 19.15 Uhr gelang es den Elektrikern, auch die Beleuchtung der Gefängnismauern wieder einzuschalten. Gegen 19.35 Uhr erreichte die Polizei die Nachricht, dass die Ausnahmesituation behoben sei. „Wir haben die JVA dennoch weiterhin angefahren“, erklärt Sprecher Stefan Weiand.

Wie geht es der JVA am Tag danach?

Katja Grafweg zeigt sich erleichtert und beeindruckt von der Arbeit des THW. Hinter ihr und ihren Mitarbeitern liegen bange Stunden. Zwar habe sie keine Angst vor den Inhaftierten. „Wenn wir aber nicht sehen können, was auf unserem Gelände geschieht, dann versetzt uns das natürlich in Unruhe.“

JVA und THW

Die JVA Remscheid ist mehr als 100 Jahre alt. Sie zählt gegenwärtig 430 Häftlinge im geschlossenen Vollzug. Es handelt sich um Männer, darunter viele Langzeitinhaftierte. Im offenen Vollzug gibt es weitere 275 Haftplätze.

Das THW Remscheid zählt rund 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung ist spezialisiert auf alles, was mit Beleuchtung, Transport, Pumpen und Notversorgung zu tun hat.

Seit dem Jahr 2004 ist der Standort des Technischen Hilfswerks (THW) in Remscheid an der Straße Auf dem Knapp.

Standpunkt: Vorgang wirft Fragen auf

Von Axel Richter

Die Justizvollzugsanstalt Remscheid legt aus nachvollziehbaren Gründen größten Wert auf Sicherheit. Dass ausgerechnet sie es schafft, sich selbst den Strom abzudrehen, entbehrt deshalb nicht einer gewissen Komik. Einerseits.

axel.richter@rga-online.de

Andererseits wirft ein solcher Vorgang auch Fragen auf. Zum Beispiel, wie es sein kann, dass die Elektriker ihre Arbeiten an der Stromversorgung trotz vorgerückter Stunde nicht unterbrochen haben, anstatt die Haftanstalt für zwei Stunden in Dunkelheit zu tauchen. 

Wo langzeitinhaftierte Straftäter einsitzen, und das ist in Lüttringhausen der Fall, bleibt das Licht besser eingeschaltet. Das weiß auch Anstaltsleiterin Katja Grafweg, die sich deshalb eingestehen muss, dass sie den Fortschritt der Arbeiten ebenfalls als zu optimistisch betrachtet hat. Zu Recht ist sie denen dankbar, die mit ihren technischen Möglichkeiten den Innenhof und die Gefängnismauern binnen kürzester Zeit ausleuchteten. Das Technische Hilfswerk Remscheid hat am Montagabend ganze Arbeit geleistet und die Sicherheit in der JVA wieder hergestellt.

Artikel vom 16.11.2020

JVA wird nach Stromausfall ausgeleuchtet

Nach einem Stromausfall liegt die Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen im Dunkeln.

Remscheid. Das Technische Hilfswerk ist mit Kräften aus Remscheid, Wuppertal, Hattingen und Witten im Einsatz, um die Haftanstalt auszuleuchten. Dazu werden Hochleistungsmasten aufgebaut, berichtet der Remscheider Ortsbeauftragte Christoph Rühl. Die Polizei fährt vor Ort verstärkt Streife, um einen möglichen Ausbruch von Häftlingen zu vereiteln. 

Die Ursache des Stromausfalles ist bislang unbekannt. Laut den Remscheider Stadtwerken handelt es sich um ein internes Problem. Ein Kabelbruch im Netz des Versorgers liege nicht vor. Am Montagabend war das Gefängnis auch telefonisch nicht zu erreichen. Am Tag hatten Bauarbeiten auf dem Gelände stattgefunden. ric

Bei einem Wohnungsbrand in der Nordstraße ist am Donnerstagabend ein 55-Jähriger ums Leben gekommen.

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