JVA Lüttringhausen lockert Corona-Beschränkungen

Gefängnis: Besuch ist erlaubt - Basar fällt aus

9,6 Quadratmeter misst die Zelle. In der Pandemie war den Insassen nur der Umschluss mit anderen Häftlingen erlaubt. Foto: Roland Keusch
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9,6 Quadratmeter misst die Zelle. In der Pandemie war den Insassen nur der Umschluss mit anderen Häftlingen erlaubt.
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Im Sommer musste die Justizvollzugsanstalt knapp 100 „Flutopfer“ aus Euskirchen aufnehmen

Remscheid. Die rund 500 Häftlinge im geschlossenen Vollzug der Justizvollzugsanstalt (JVA) Remscheid dürfen wieder Besuch empfangen. Der traditionelle Basar in der Vorweihnachtszeit fällt dagegen ein weiteres Mal aus. Bislang ist es gelungen, das Coronavirus auszusperren. Damit das so bleibt, werden die Tore für Außenstehende auch in diesem Jahr geschlossen bleiben.

In den Jahren zuvor drängten sich jeweils viele Hundert Besucher gleichzeitig durch die Gänge und Ausstellungsräume. Auf ihrem Weihnachtsbasar hinter Gittern und dicken Mauern boten die Insassen Handwerkliches aus Holz, Metall und Stoff zum Kauf an. Auch im zweiten Jahr der Pandemie wird das nun nur im „Knastladen“ im Internet möglich sein.

Bei den Besuchen von Angehörigen gilt die 3-G-Regelung. Auch Langzeitbesuche sind wieder möglich. Lange hatten die Insassen auf jeden körperlichen Kontakt verzichten müssen. Auch den Männern im Offenen Vollzug war es verboten worden, ihre Familien zu besuchen. Ob sie sich jeweils daran gehalten haben, ließ sich am Ende nicht kontrollieren. Tatsächlich kam es vereinzelt zu Infektionen. Für die Betroffenen bedeutete das eine Unterbrechung der abzusitzenden Strafe. Die Männer wurden für zwei Wochen in häusliche Quarantäne in ihre Familien geschickt.

Im Sommer erfuhr der Offene Vollzug in Lüttringhausen dann unerwarteten Zuwachs. Am 16. Juli mussten Teile der JVA Euskirchen in Folge der Hochwasserkatastrophe evakuiert werden. Die Regenfälle hatten die Strom- und Wasserversorgung ausfallen lassen. Ein Großteil der 380 Häftlinge wurde daraufhin in andere Vollzugsanstalten verlegt. Knapp 100 von ihnen kamen nach Lüttringhausen. Die Zahl der Haftplätze im Offenen Vollzug wurde deshalb von 271 auf 323 nach oben korrigiert. Rund 300 Plätze sind aktuell belegt.

„Es ist lediglich in einzelnen Fällen zu einer Doppelbelegung der Hafträume gekommen“, erklärt Angelika Schraga-Bülow, Stellvertreterin von JVA-Leiterin Katja Grafweg. Die Männer seien darüber hinaus vergleichsweise geräuschlos zusammengerückt. „Es konnte sich so ziemlich jeder in die besondere Situation hineinversetzen.“

Bis Anfang nächsten Jahres sollen die „Flutopfer“ aus Euskirchen in Remscheid bleiben und danach wieder in ihre Haftanstalt zurückkehren, wenn nicht zwischenzeitlich ihre Entlassung ansteht.

JVA Lüttringhausen: Die Impfbereitschaft war hinter Gittern von Anfang an groß

In der Pandemie zeigten sich nicht alle Insassen gleichermaßen geduldig. Den RGA erreichten vereinzelte anonyme Klagen und Anschuldigungen, die sich insbesondere auf die Kontaktbeschränkungen bezogen. Gelockert wurden die nun, weil mittlerweile annähernd zwei Drittel der Insassen gegen Covid-19 geimpft sind. „Die Impfbereitschaft war von Anfang an groß“, berichtet Angelka Schrada-Bülow.

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