Urteil

Justizbeamte erwischen Häftling mit 65,43 Gramm Haschisch

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Weil er sich nach vier Jahren Gefängnis Therapie und Arbeit aufbauen könne, setzte die Richterin eine Strafe zur Bewährung aus.

Weil er sich nach vier Jahren Gefängnis Therapie und Arbeit aufbauen könne, setzte die Richterin eine Strafe zur Bewährung aus.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Wegen Körperverletzung mit Todesfolge saß ein inzwischen 25- jähriger Mann fast vier Jahre lang in der JVA Remscheid. Doch der Ort, der ihn läutern sollte, hielt ihn nicht davon ab, erneut straffällig zu werden. Unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln lautete der Vorwurf im Amtsgericht. Der Prozess endete für den Mann aus Waldbröl mit einer Haftstrafe von zehn Monaten. Allerdings gab ihm die Richterin eine Bewährungschance.

Am 15. Mai 2019 Jahres bekam der Angeklagte in der JVA Besuch von einem Bekannten. Bei einer Kontrolle im Anschluss entdeckten Justizvollzugsbeamte in der Unterhose 34 Bubbles mit 65,43 Gramm Haschisch. Eine Menge, die für 439 Konsumeinheiten reicht.

Im Gericht übernahm der Verteidiger des Mannes das Wort. „Er räumt natürlich den Besitz der Betäubungsmittel ein. Zur Herkunft möchte er nichts sagen“, sagte er. Ein Nachbohren der Staatsanwaltschaft brachte keine weiteren Angaben. „Er will nichts zur Haftzeit sagen. Er will das hinter sich lassen“, erklärte der Anwalt. Mit den 439 Einheiten lag der Angeklagte knapp unterhalb der gesetzlich geregelten nicht geringen Menge von 500 Konsumeinheiten. In dem Falle hätte dem Mann eine Mindeststrafe von einem Jahr gedroht.

Fünf Mal ist der Mann straffällig geworden. Darunter mehrfach Diebstahl, Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge, für die er im Gefängnis saß. Laut Verteidiger wolle sein Mandant sein Leben in den Griff bekommen.

Angeklagter räumt Drogenbesitz als dummen Fehler ein

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte zehn Monate Haft ohne Bewährung. Schließlich habe sich der Angeklagte in einer besonders gesicherten Einrichtung befunden. Und: Es handelte sich um recht viele Drogen. Dann meldete doch sich der Angeklagte zu Wort. Es täte ihm leid. „Es war ein dummer Fehler.“ Er wolle nicht wieder ins Gefängnis. Er habe seine Familie nach fast vier Jahren jetzt erst in Freiheit gesehen und er wolle nicht, dass seine Mutter ihn im Gefängnis besuchen müsse.

Die Richterin schloss sich zwar der Höhe nach der Forderung des Vertreters der Staatsanwaltschaft an, sie setzte die zehn Monate allerdings noch einmal zur Bewährung aus. Für die Bewährung spreche, dass der erst 25 Jahre alte Angeklagte fast vier Jahre gesessen habe und erst jetzt die Möglichkeit habe, ein gefestigtes Umfeld mit Therapie und Arbeit zu aufzubauen. Als Auflage muss der Mann mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

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