Gremium

Jugendrat: Mehr als ein „politischer Sandkasten“

Im März wird der 10. Jugendrat gewählt. Aktuelle Mitglieder werben für das Gremium.

Von Timo Lemmer

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Remscheid. Er würde gerne noch mal, darf aber nicht. Sie darf noch mal – und will auch. Die Jugendratsmitglieder Cayan Yildiz und Aurora Piperato berichteten zum Auftakt der Werbemaßnahmen rund um die Neuwahl des Gremiums im März 2022 (siehe unten) von ihren Erfahrungen aus nunmehr bald zwei Jahren politischer Arbeit.

„Mir ist aufgefallen, dass die Politiker gar nicht so politisch sprechen, sondern einen total nett empfangen“, stellte Piperato fest. Dass man als Jugendliche echt etwas erreichen könne, reize sie daran, sich erneut zur Wahl zu stellen.

Während sie das mit 16 Jahren darf – vor zwei Jahren wurde die Alexander-von-Humboldt-Schülerin als 14-Jährige gar in den Vorstand gewählt –, ist der 18-jährige Yildiz dem Jugendrat nach Beendigung der Legislaturperiode im März indes entwachsen. Zwischen 14 und 17 Jahren müssen die Bewerber zum Zeitpunkt der Wahl sein.

Der Jugendrat, der schließlich auch in der Hauptsatzung verankert sei, habe in Remscheid einen echten Stellenwert, heißt es immer wieder aus der Politik. Das unterstrich dann auch Burkhard Mast-Weisz (SPD): Der Oberbürgermeister ließ es sich nicht nehmen, selbst die Werbetrommel zu rühren.

„Die jungen Leute diskutieren aus dem Herzen.“

OB Burkhard Mast-Weiz über sein „Lieblingsgremium“ Jugendrat

„Der Rat und das Rathaus sollen die Zukunft der Stadt gestalten. Das ist eine Zukunft für viele, ganz besonders aber eben auch für die jungen Menschen.“ Es sei daher essenziell, den Nachwuchs frühzeitig in die politische Arbeit einzubinden. „Es macht Spaß mit den jungen Leuten. Sie diskutieren aus dem Herzen.“

Leere Worthülsen des Oberbürgermeisters? Nein, wie die beiden Jugendratsmitglieder bekräftigten: Ihre Anliegen seien stets auf offene Ohren getroffen. Yildiz, der die 13. Klasse der Albert-Einstein-Gesamtschule besucht, hat aber auch Unterschiede zum Stadtrat festgestellt: „Im Jugendrat zieht man gemeinsam an einem Strang.“

Derweil lobte nicht nur Mast-Weisz die in einigen Monaten scheidenden Mitglieder. Auch Jugenddezernent Thomas Neuhaus, Fachdienstleiter Jugend Egbert Willecke sowie Jugendhilfeplaner Til Rebelsky zeigten sich beeindruckt, wie sehr die Jugendlichen im Amt gereift seien. Neuhaus: „Es ist begeisternd zu sehen, wie sehr sich junge Menschen in die Stadtgestaltung einbringen. In Remscheid wird das ernstgenommen. Der Jugendrat ist mehr als ein politischer Sandkasten.“

Die Jugendlichen gehen nun auf Werbetour in Freundeskreis und Schule, um die Mitarbeit im 10. Jugendrat anzupreisen. Hierzu hat Maria Münstermann – die Geschäftsführerin des Jugendrats wird von den Mitgliedern „Marie“ gerufen – neue Info-Broschüren ausgeteilt. „Die gehen jetzt an die Schulen“, sagte Münstermann, die mit Sandra Wiesiollek die Wahlleitung innehat. Entstanden ist das modernisierte Material in einer der vielen Projektgruppen des jetzigen Jugendrats, die sich auf die Öffentlichkeitsarbeit konzentriert hatte.

Während Piperato nun auf ihre Wiederwahl hofft, will sich auch ihr Jugendratskollege Yildiz nicht gänzlich aus der Politik verabschieden. Er habe Blut geleckt, sich weiter lokal zu engagieren: „Am liebsten in Remscheid.“ Die Kontakte seien schließlich gelegt.

Die Details zur Wahl gibt es auch online – ebenso ein professionelles Kampagnenvideo zur kommenden Wahl.

www.jugendrat-remscheid.de

Zeitplan zur Wahl des 10. Jugendrates 2022

31. Januar: Bis zu diesem Datum können in der Geschäftsstelle des Jugendrates in der Haddenbacher Straße 38-42 Bewerbungen eingereicht werden. Bis zum 24. Januar ist das auch in den Schulsekretariaten möglich.

9. Februar: Foto-Shooting für das Wahlplakat.

19. Februar: Coaching für alle zugelassenen Kandidaten – beides in der Kraftstation in der Honsberger Straße 2.

14. März: Bis Freitag, 18. März, wird an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen gewählt.

16. März: Ein öffentliches Wahllokal steht im Allee-Center – für Remscheider Jugendliche, die in einer anderen Stadt zur Schule gehen.

18. März: Die Ergebnisse werden in der Gelben Villa bekanntgegeben.

1. April: Ein dreitägiges Einführungsseminar für die gewählten Mitglieder steht in Münster auf dem Programm.

26. April: Der Jugendrat konstituiert sich, die Vorgänger werden verabschiedet.

Rubriklistenbild: © -

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