Urteil

Jugendliche gestehen Einbruchserie

Ein Bild der Verwüstung bot sich den Welle-Mitarbeitern Anfang Juli 2020, nachdem die jugendlichen Einbrecher die Einrichtung heimgesucht hatten. Foto: Welle
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Ein Bild der Verwüstung bot sich den Welle-Mitarbeitern Anfang Juli 2020, nachdem die jugendlichen Einbrecher die Einrichtung heimgesucht hatten.

Gericht verurteilt vier Angeklagte, die in Jugendzentren und Gemeindehäuser eingestiegen sind.

Von Michael Albrecht

Remscheid. Das Jugendschöffengericht Remscheid hat vier Jugendliche und Heranwachsende zu Jugendstrafen zwischen einem und zwei Jahren verurteilt. Die für schuldig befundenen Angeklagten sind danach verantwortlich für eine Einbruchsserie in Jugendzentren, Schulen und Gemeindehäusern sowie Privatwohnungen zwischen Juni und September 2020.

Wie Richter Dr. Peter Lässig, Sprecher des Remscheider Amtsgerichts, mitteilt, sind die Jugendlichen zur Tatzeit zwischen 14 und 18 Jahren alt gewesen. Die Jugendstrafen zwischen einem und zwei Jahren wurden zur Bewährung ausgesetzt. Das letzte dieser Urteile ist gestern rechtskräftig geworden.

Die Vierergruppe hatte sich in einer stationären Jugendhilfeeinrichtung in Remscheid kennengelernt. Zwischen Juni und September 2020 sind sie in wechselnder Besetzung zunächst in Schulen, Gemeindehäuser und Jugendzentren wie etwa die „Kraftstation“ und die „Welle“ eingebrochen, wo zum Teil Schäden in fünfstelliger Höhe entstanden. Im weiteren Verlauf stiegen sie in mehrere Privatwohnungen ein, in denen die Angeklagten unter anderem Autoschlüssel erbeuteten, mit den zugehörigen Fahrzeugen umherfuhren und diese dabei teilweise auch beschädigten.

Nach mehrmonatiger Untersuchungshaft geläutert

Obwohl die Angeklagten bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten seien, habe das Gericht in der Vielzahl der Taten schädliche Neigungen erkannt, die jeweils die Verhängung von Jugendstrafen erforderlich gemacht hätten, so Dr. Peter Lässig. Zugunsten der weitgehend geständigen Angeklagten habe das Gericht dabei auch berücksichtigt, dass sie zum Teil schon im Klein-kindalter aus ihren Familien genommen worden seien und mehrere Kinderheime durchlaufen hätten. Hinzu sei zur Tatzeit die Langeweile im Corona-Sommer 2020 gekommen.

„Nach teilweise mehreren Monaten in Untersuchungshaft zeigten die Angeklagten sich soweit geläutert, dass die erstmals verhängten Jugendstrafen zur Bewährung ausgesetzt werden konnten“, teilt der Gerichtssprecher weiter mit.

Flankiert würden die Bewährungen durch Auflagen und Weisungen zur weiteren erzieherischen Einwirkung, wie etwa Ableistung von Sozialstunden, Verbleib in Jugendhilfeeinrichtungen und Fortführung von Ausbildungsmaßnahmen sowie jeweils Unterstellung unter einem hauptamtlichen Bewährungshelfer.

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