CDU-Bundestagsabgeordneter

Jürgen Hardt hält erneute Trump-Kandidatur für vorstellbar

CDU-Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt ist Amerika-Experte. Archivfoto: Uli Preuss
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CDU-Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt ist Amerika-Experte.

Amerika-Experte hofft, dass sich die Beziehung zu den USA verbessert.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Tritt Donald Trump in vier Jahren erneut zur US-Präsidentschaftswahl an? Das kann sich Jürgen Hardt vorstellen. „Stand heute hat kein Republikaner eine solche Machtbasis in Partei und Volk“, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete für Remscheid, Solingen und Teile Wuppertals. Am Dienstagabend gab er auf Einladung der Jungen Union Remscheid seine Einschätzung ab, wie es in den USA nach der Wahl weitergeht.

Hardt ist ausgewiesener Amerika-Experte. Seit September 2015 ist er Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 2014 bis 2018 war der 54-Jährige Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt.

Hoffen auf das Ende von Strafzöllen

Die Wahl Joe Bidens wertet er als gutes Zeichen für die Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA. Sie könne jedoch über ein Gefühl vieler Amerikaner nicht hinwegtäuschen: dass ihre Nation der Welt mehr gegeben, als sie im Gegenzug zurückerhalten hat. Trump habe das erkannt – „America First“. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, seien Deutschland und Europa in der Verantwortung. „Wir müssen mit der Biden-Administration einen Dialog über die Kritik der Amerikaner führen“, sagte Hardt. Teile davon hält er für unberechtigt. Beispiel Handelspolitik: Bei diesem Thema kursierten in den USA „viele falsche Infos, die das Verhältnis belasten“. Um die Probleme aus der Welt zu schaffen, wünscht sich Hardt Handelsverhandlungen zwischen den Kontinenten. Zudem pocht er auf das Ende von Strafzöllen, die auch negative Auswirkungen auf die bergische Wirtschaft haben. Zugleich hofft Hardt, dass die USA unter Biden wie angekündigt dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten.

In manchen Punkten seien die Amerikaner Hardt zufolge durchaus im Recht. Beispielsweise mit Blick auf militärische Fragen. Deutschland nähert sich zwar dem Zwei-Prozent-Ziel der Nato an. Allerdings hat es die Bundesrepublik noch nicht geschafft, die jährlichen Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes zu erhöhen. „Da müssen wir liefern.“ Auch plädiert Hardt für einen Schulterschluss der EU mit den USA und Kanada, was eine gemeinsame China-Strategie angeht. Die sei nötig, um dem aufstrebenden Reich der Mitte etwas entgegensetzen zu können.

Läuft alles nach Plan, findet Joe Bidens Amtseinführung am 20. Januar 2021 statt. Mit 78 Jahren wäre er der älteste US-Präsident bei Amtsantritt in der Geschichte. Immer wieder kommt deshalb die Frage auf, ob er bis 2024 im Amt bleibt. „Biden hat es in der Hand, Kamala Harris zur Präsidentin zu machen“, stellte Hardt klar. Denn tritt der Präsident ab, rückt seine Vize nach. Ob es so kommt, vermag er nicht zu sagen. Stattdessen zog er einen scherzhaften Vergleich zu Deutschland: „Joe Biden ist jetzt so alt wie Konrad Adenauer bei seiner zweiten Wahl – und der wurde viermal gewählt.“ Der ehemalige Bundeskanzler habe allerdings auch mehr Zeit für Ruhepausen und seine Rosen gehabt.

„Schritte eines Diktators“: Warum Trump jetzt gefährlicher sein könnte als je zuvor

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