Nach Trump-Post

Journalist Horst Kläuser wird von Rechten bedroht

Am Freitag steht Horst Kläuser wieder auf der Theaterbühne.Foto: Roland Keusch
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Am Freitag steht Horst Kläuser wieder auf der Theaterbühne.

„Nicht besonders klug“: Journalist bedauert Bemerkung.

Von Axel Richter

Remscheid. Vielleicht hätte er sich einfach mal zurückhalten sollen. Denkt er heute. Nach der jüngsten Gewalt auf US-Straßen sah sich der Remscheider Journalist und Moderator Horst Kläuser jedoch zu einer Meinungsäußerung in dem so genannten sozialen Netzwerk Facebook veranlasst, die es in sich hatte.

Er schrieb: „Nachdem Trump offizielle Warnungen vor seinem Besuch in Kenosha zurückweist, weil er Liebe und Respekt vermitteln wolle, denke ich so langsam, dass es Zeit wäre, wenn jemand eine Aktentasche unter seinen Schreibtisch stellte.“

Die Folge: Beschimpfungen, falsche Fakten, Morddrohungen

Die Anspielung auf das Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 brachte Kläuser Kritik ein. Es sei nicht angemessen, den amtierenden US-Präsidenten mit Hitler zu vergleichen. Zudem komme sein Beitrag dem Aufruf zu einem Anschlag gleich und habe deshalb auch strafrechtliche Relevanz.

„Ich erkenne an, dass mein Posting nicht besonders klug war“, sagt Kläuser im Gespräch mit dem RGA: „Ich würde das heute nicht mehr so verfassen und bedauere, dass der Eindruck entstehen konnte, ich riefe zu einem Attentat auf.“ Die Begriffe „Aktentasche“ und „Schreibtisch“ habe er als Metaphern verstanden wissen wollen. Als eine sarkastische Anmerkung. „Zu unterstellen, ich befürwortete Gewalt ist völlig abwegig. Es sei denn, man will mir einen Strick daraus drehen.“

Tatsächlich entwickelte sich ein formidabler Shitstorm gegen Kläuser. Die allermeisten Verfasser verortet er in der rechtsradikalen bis rechtsextremen Szene, die es auch in Remscheid gibt. Die Schreiber hinterließen: Beschimpfungen, falsche Fakten, Morddrohungen. Ein Aufsatz in einem rechten Blog lege zudem nahe, „dass der anonyme Autor aus Remscheid kommt und besondere Kenntnisse aus unserer Stadt hat“, sagt Kläuser.

Für andere lässt sich alles nicht mehr nachlesen. Nach seinem Trump-Post löschte Facebook den Eintrag und sperrte Kläuser für 24 Stunden. Eine der zahlreichen Schriften hat er bei der Polizei zur Anzeige gebracht. „Die nimmt das auch ernst“, sagt er. Am Freitag moderiert Kläuser die nächste Ausgabe von Kallnit-Talk´ mit Stargast Sky du Mont.

Wer diesen Mann sieht, hat sofort seine markante Stimme im Ohr: Kein Geringerer als der Schauspieler und Synchronsprecher Sky du Mont stellt sich am 11. September im Teo Otto Theater den Fragen von Talkmaster Horst Kläuser.

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