Kunstausstellung

José-Luis Ortega fängt die Spuren der Zeit mit Acryl und Spachtel ein

José-Luis Ortega zwischen „Tierra quemada“ (l.) und „Aufatmen“. Er verwendet für seine Werke Spachtelmasse, die Dreidimensionalität erzeugt. Foto: Doro Siewert
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José-Luis Ortega zwischen „Tierra quemada“ (l.) und „Aufatmen“. Er verwendet für seine Werke Spachtelmasse, die Dreidimensionalität erzeugt.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Ausstellung bei der SPD ist bis März 2022 zu sehen.

Remscheid. Der Himmel scheint zu glühen. Rot, gelb, fast violett. Wolken ranken sich davor und führen geradewegs zum Horizont. Darunter das Meer. Feuer zu Wasser, heiß zu kalt, Energie zu Stille. „Dem Himmel ganz nah“ – einen besseren Titel für dieses emotionale, dynamische Zusammenspiel der Naturgewalten hätte José-Luis Ortega seinem Werk kaum geben können. 50 beeindruckende und farbintensive Bilder zeigt der Remscheider Künstler mit spanischen Wurzeln unter dem Titel „Zeitspuren“ aktuell in der SPD-Geschäftsstelle. Zu sehen ist die Ausstellung bis März 2022. Alle Werke sind käuflich erwerbbar. „Wichtig ist mir, dass endlich wieder Kunst gezeigt wird“, sagt er.

Der Künstler bedient sich dabei vornehmlich der Mischtechnik auf Leinwand. „Ich arbeite mit selbst hergestellten Spachtelmassen, die ich auf die Leinwand aufbringe. Das Interessante daran ist, dass die Spachtelmasse nicht immer das macht, was man erwartet“, erklärt der 74-Jährige. Und damit wird jedes einzelne Bild zum Unikat – „Zeitspuren“ ist deshalb auch doppeldeutig zu verstehen. Nicht nur die Zeit hinterlässt ihre Spuren, sondern auch die Spachtelmasse selbst ergibt mit der Zeit Spuren und Risse. Mit der Dreidimensionalität, die dadurch entsteht, spielt José-Luis Ortega. Und lässt sich bei seinem Schaffensprozess gern selbst überraschen. „Manchmal ist nur die Zerstörung des Werks der einzige Ausweg.“

Die kräftigen Farben sind übrigens das Ergebnis unzähliger Schichten. „Tanz auf dem Vulkan“, „Glühende Erde“, „Klang des Wassers“ oder „Rising Sun“ heißen die Bilder. Die Natur steht im Vordergrund, vieles erinnert an Landschaften, ein Spiel aus Spannung, Dynamik, Ruhe, Licht und Schatten.

Das ist für mich Leben.

José-Luis Ortega über das Malen

Auch die Flutkatastrophe hat der Remscheider verarbeitet: „Reflexion des 17. Juli 2021“ weist Dreck, Steine und Wasser in einer tosenden Mischung auf. „Etwa 80 Prozent des Werks ist meine Idee vorab, der Rest passiert unplanbar durch die Spachtelmasse“, erklärt Ortega.

In der SPD-Bibliothek zeigt er zudem seine Serie „Aus besseren Zeiten“, Aquarelle auf Bütten, die überwiegend mallorquinische Türen zeigen. Auf Mallorca hat er ebenfalls schon ausgestellt, wie auch quer durchs Bergische seit 2000.

José-Luis Ortega wurde in Granada, Spanien, geboren und wanderte mit seiner Familie 1962 nach Remscheid aus. Der gelernte Informatiker malt seit seiner Kindheit. Der spanische Maler und Bildhauer Prof. Nicolás Prados wurde sein Mentor. In Malkursen bei Heinrich Neumann oder Gustav Kramer vertiefte er sein künstlerisches Schaffen. Ortega war Mitglied der Künstlergruppe „Werkhaus Remscheid“ und „L.O.S.“. Heute malt er täglich. „Das ist für mich Leidenschaft, das ist für mich Leben.“ Und gibt dies auch an Schüler bei der VHS weiter: Dort unterrichtet er Aquarell- und Acrylmalerei.

„Zeitspuren“, zu sehen bis 31. März 2022 in der SPD-Geschäftsstelle, Elberfelder Straße 39, mittwochs zwischen 10 und 15 Uhr, nach Voranmeldung unter Tel. 4 60 06 22, nach Vereinbarung auch an anderen Tagen unter Tel. (01 73) 2 83 53 07 (Ortega). Es gilt 2G.

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