Abschied

Jobcenter: Geschäftsführer Dirk Faust geht in den Ruhestand

Nach rund 17 Jahren – mit Unterbrechung – ist Schluss: Dirk Faust, der Geschäftsführer des Remscheider Jobcenters, geht in Ruhestand.
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Nach rund 17 Jahren – mit Unterbrechung – ist Schluss: Dirk Faust, der Geschäftsführer des Remscheider Jobcenters, geht in Ruhestand.
  • VonSven Schlickowey
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Dirk Faust leitete das heutige Jobcenter mit einer kurzen Unterbrechung seit der Gründung 2005. Welche Post ihn und sein Team zu Weihnachten erreichte und wie er auf die Zeit zurückschaut.

Remscheid. Wenn am 11. Januar das politische Leben in Remscheid mit einer Sitzung des Sozialausschusses wieder Fahrt aufnimmt, ist einer voraussichtlich zum letzten Mal dabei: Dirk Faust, langjähriger Geschäftsführer des Remscheider Jobcenters, tritt Ende März in die arbeitsfreie Phase seiner Altersteilzeit, tatsächlich ist dank Resturlaub sogar schon einige Wochen vorher Schluss. Für die gemeinsame Einrichtung von Stadt und Arbeitsagentur sicherlich eine Art Zäsur, Faust leitete das heutige Jobcenter mit einer kurzen Unterbrechung seit der Gründung 2005.

„Ich glaube, wir haben ein gutes Jobcenter für Remscheid hinbekommen“, sagt Dirk Faust heute. „Ich wollte immer, dass man vernünftig miteinander umgeht.“

Dass das im Großen und Ganzen gelungen sei, zeige ein ganzer Schwung von Dankes- und Grußkarten, die das Jobcenter-Team zu Weihnachten erreicht habe. „Natürlich bekommen wir auch Beschwerden, aber wir bekommen eben auch so etwas“, sagt Faust – und zeigt auf die selbstgemalten Kinderbilder und Briefe, in denen vom „Lieblingsjobcenter“ und „Danke für die tolle Unterstützung“ zu lesen ist.

Um Weihnachten herum erreichten das Jobcenter zahlreiche Karten, Briefe und selbstgemalte Bilder.

Wie die meisten der rund 400 Jobcenter in Deutschland ging auch das Remscheider 2005 als Arbeitsgemeinschaft SGB II, kurz: Arge, an den Start, um die Hartz-Reformen umzusetzen. Faust, damals Abteilungsleiter im Sozialamt der Stadt Remscheid, wurde als Geschäftsführer auserkoren, wohl auch aufgrund seiner Vorgeschichte, wie er selber sagt. Denn der gebürtige Solinger bringt schon in seinem Lebenslauf die beiden Träger zusammen. Nach seiner Ausbildung an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Mannheim arbeitete er zunächst beim damaligen Arbeitsamt, wechselte 1988 zur Remscheider Stadtverwaltung.

Krisenstab will durch den Winter helfen

Dorthin ging es eigentlich auch nach fünf Jahren an der Spitze der Arge zurück, Dirk Faust wurde Referent beim damaligen Sozialdezernenten Burkhard Mast-Weisz, dem heutigen OB. Doch weil sein Nachfolger längerfristig krank wurde, sprang er erneut bei der zwischenzeitlich in Jobcenter umbenannten Einrichtung ein.

An wen Faust die nun mit seinen rund 150 Mitarbeitern, davon 64 von der Stadt, der Rest von der Agentur für Arbeit, übergibt, steht noch nicht fest. Er sieht es aber gut aufgestellt, wie er sagt. Und das trotz der „nicht enden wollenden Kette von Herausforderungen“, die das Jobcenter im Prinzip seit der Finanzkrise 2008 begleitet, mit steigenden Arbeitslosenzahlen, Flüchtlingen, Corona und nun dem Krieg in der Ukraine. „Am Ende haben wir alles untergekriegt.“

Diesen Job könne man nicht machen, ohne die Menschen zu mögen, sagt der scheidende Geschäftsführer. Dass sich die öffentliche Wahrnehmung der Jobcenter in erster Linie um Themen wie die Höhe der Leistungen und Sanktionen drehe, sei nicht immer gerechtfertigt. Schließlich unterstütze man die Kunden auch: „Wir haben einen großen Strauß an Möglichkeiten, berufliche Bildung zu finanzieren.“ Die Jugendberufsagentur, die das Jobcenter zusammen mit der Stadt und der Arbeitsagentur betreibe, sei da nur ein Beispiel,

Viele wollen ja Influencer werden, da nehme ich aber lieber den Maler und Lackierer.

Dirk Faust über Berufswünsche

Vor dem Ruhestand ist dem 59-Jährigen nicht bange. „Ich komm schon klar“, sagt er. Am Haus gebe es einiges zu tun, zudem fotografiere er gern. „Und ich möchte meine Tochter in Rom besuchen.“ Dort arbeitet sie an der Deutschen Schule als Grundschullehrerin. Ein Beruf, den Dirk Faust sich früher auch hätte vorstellen können.

Nicht nur deswegen sagt er bis heute: „Bildung ist der Schlüssel.“ Das gelte auch und vor allem für die jüngeren Kunden des Jobcenters. Die unterstütze man gerne bei ihrem Weg in den Beruf, versichert Faust. Solange der Berufswunsch realistisch sei. „Viele wollen ja Influencer werden, da nehme ich aber lieber den Maler und Lackierer.“

Hintergrund

Im Schnitt etwa immer 11.000 Kunden gleichzeitig betreut das Remscheider Jobcenter, durch Zu- und Abgänge rund 15.000 Menschen übers Jahr. Untergebracht ist das Jobcenter direkt neben der Agentur für Arbeit in der Bismarckstraße.

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