Kultur

Jai Larkan: Virtuoser Musiker, wenig Publikum

Jai Larkan trat im Eventlokal Löf auf. Der Singer-Songwriter aus Australien hätte allerdings ein größeres Publikum verdient gehabt. Foto: Roland Keusch
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Jai Larkan trat im Eventlokal Löf auf. Der Singer-Songwriter aus Australien hätte allerdings ein größeres Publikum verdient gehabt.

Singer-Songwriter Jai Larkan trat im Eventlokal Löf auf

Von Peter Klohs

Remscheid. Jai Larkan ist zunächst einmal ein klassischer Singer-Songwriter, zumal dann, wenn er nicht mit seiner Band Wishing Well unterwegs ist. Auf seiner aktuellen Tournee durch Deutschland machte der Multi-Instrumentalist am Dienstagabend im Eventlokal Löf Station und überzeugte das leider viel zu kleine Publikum von seinen musikalischen Fähigkeiten.

Larkan spielt akustische Gitarre, Keyboard, Percussion. Durch sein Live-Looping kann er Rhythmen, Akkorde oder Melodien aufnehmen und in Endlosschleife abspielen, so dass sich die Musik nach einer halben Minute anhört, als spiele nicht ein Musiker auf der Bühne, sondern mindestens vier. Schon beim ersten Stück „Another place, another time“ kommen alle Stärken Larkans zum Tragen: Zwei Fixpunkte, erzeugt durch kurzes Klopfen auf den Gitarrenkorpus, reichen für den Rhythmus, sphärische Keyboardsounds erzeugen die Illusion von Weite, gesampelter, mehrstimmiger Gesang sorgt für Staunen.

Jai Larkan verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme, die er nach Belieben für Balladen oder für groovige Kompositionen einsetzen kann, die dem Rock schon nahe kommen. Im knapp zweistündigen Konzert spielt Larkan ausschließlich eigene Werke, die manchmal nur zweieinhalb Minuten andauern, zuweilen aber auch knapp zehn.

Auf die Larkans Texte zu achten, lohnt sich

Es lohnt sich, neben der musikalischen Virtuosität des australischen Musikers auch auf seine Texte zu achten. In „Masquerade“ singt er: „Shadows moving in the subway of your soul“, einige bewegende Liebeslieder sind im Programm, in „The backpocket of my jeans“ offenbart Larkan einen feinen Sinn für Humor.

Sein umfangreiches Pedal-Board mit den gefühlt drei Dutzend Effekten setzt er musikdienlich ein, vermehrt seine Stimme durch Oktavverdopplung, bis sie klingt wie ein kleiner Chor, das funktioniert auch mit der Gitarre, und man hat den Eindruck, ein Bass spiele mit. Durch ein optimal getaktetes Echo meint man, Jai singe gerade in einer Höhle. Rhythmus kann auch durch simples gesampeltes Fingerschnippen erzeugt werden.

Als Höhepunkt im Programm des 46-jährigen Larkan erweist sich „Sunlight breaking“. In beinahe zehn Minuten beweist der Musiker, dass er die große Kunst beherrscht, aus drei eher simplen Gitarrenakkorden eine musikalische Kathedrale zu erbauen. Sein Umgang mit der Dynamik ist atemberaubend, die wenigen Zuhörenden sitzen zwar im Löf, sind im Kopf aber gewiss irgendwo anders, vielleicht in australischen Weiten, in denen gerade die Sonne untergeht und sich das Licht bricht.

Mit „Fire in the valley“ bekommt das Publikum am Ende von Larkans Show noch einmal die ganze Kunst des Live-Loopings geboten. 2022 will Jai noch einmal im Löf vorbeischauen. Man kann nur hoffen, dass ihn dann erheblich mehr Besucher hören wollen. Verdient hätte er es allemal.

Zur Person

Jai Larkan wurde vor 46 Jahren in Südafrika geboren und kam im Alter von zwei Jahren nach Australien. Mit 17 Jahren stieg er als Bassist in die Gruppe ESP seines Bruders ein. Auf seiner Deutschland-Tournee spielt er 45 Konzerte.

Bergische Bluesrocker lassen es im Löf richtig krachen.

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