Kreisjägerschaft

Jäger erhalten wieder mehr Mitspracherecht

Die Kreisjägerschaft drängt auf eine Neugründung des Jagdbeirats. Symbolfoto: Michael Sieber
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Die Kreisjägerschaft drängt auf eine Neugründung des Jagdbeirats.

Zwei Jahre lang gab es keinen Jagdbeirat – das soll sich bald ändern.

Von Manuel Böhnke

Eigentlich ist die Rechtslage klar. „Bei jeder Unteren Jagdbehörde wird ein Jagdbeirat gebildet“, heißt es im NRW-Landesjagdgesetzes. Doch in Remscheid sucht man einen solchen Beirat seit 2018 vergeblich. Die SPD-Fraktion hat das Thema im Umweltausschuss auf die Agenda gesetzt und eine Neugründung angeregt. Wie es zu der Vakanz kommen konnte, ist unklar.

Die Aufgabe des Jagdbeirats ist es, die zuständige Behörde zu beraten. Er setzt sich zusammen aus Jägern, Vertretern von Land- und Forstwirtschaft, der Jagdgenossenschaften, des Natur- und Tierschutzes, der Forstbehörde sowie einem Vertreter der Stadt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

„Am Thema Jagdbeirat sind wir seit zwei Jahren dran.“
Stephan Hertel, Vorsitzender der Kreisjägerschaft

Die des bislang letzten Remscheider Jagdbeirats endete 2018. Danach sei das Gremium „eingeschlafen“, erklärte Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann dem Ausschuss. Dem widersprach Stephan Hertel auf RGA-Nachfrage. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft betonte, die Untere Jagdbehörde mehrfach auf das Fehlen hingewiesen zu haben. Auch die neuen Mitglieder aus den Reihen der Jäger standen 2018 bereits fest. Als Vertreterin des Naturschutzes war Gabriele Lipka vorgesehen. Das berichtete die Vorsitzende des Naturschutzbeirates im Ausschuss. Zu einer konstituierenden Sitzung ist es jedoch nie gekommen. Zu den Bemühungen der Jäger sagte Beckmann gestern: „Das kann ich nicht ausschließen – mir ist das so aber nicht bekannt.“ Die zuständige Sachbearbeiterin arbeite nicht mehr für die Behörde.

„Am Thema Jagdbeirat sind wir seit zwei Jahren dran“, bekräftigte Hertel. Dass die Kreisjägerschaft das Problem nun an die Sozialdemokraten herangetragen hat, ist kein Zufall. Ein Anlass ist die Verkürzung der Schonzeit um einen Monat. Der Erlass dazu kam im Frühjahr von der Landesregierung. Das städtische Forstamt hatte sich – letztlich erfolgreich – für eine Verkürzung ausgesprochen. Die Kreisjägerschaft war strikt dagegen. Diese „zweifelhafte Umsetzung eines Beschlusses“ ist laut der SPD-Fraktion durch „das Fehlen des Jagdbeirats im Entscheidungsprozess“ erfolgt.

Doch darum geht es dem Juristen Stephan Hertel nicht allein. Denn zum Einen muss der Jagdbeirat an bestimmten Verwaltungsverfahren beteiligt werden. Zum anderen wählen die Mitglieder aus ihrer Mitte einen Jagdberater. Der steht der Jagdbehörde einerseits ebenfalls bei Fragen zur Verfügung. Andererseits ist er als Vertreter im Prüfungsausschuss bei der Jägerprüfung gesetzlich vorgeschrieben. In den vergangenen zwei Jahren habe in Remscheid ohne Jagdberater geprüft werden müssen. Denn es gab keinen Beirat, der ihn hätte wählen können. Darauf habe er die Stadt hingewiesen, versicherte Hertel.

„Am 24. August findet unsere nächste Jägerprüfung statt. Spätestens bis dahin brauchen wir einen Jagdberater“, betonte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft. Das Thema wird in den kommenden Wochen in der Verwaltung Fahrt aufnehmen. Ab 1. Juli wird eine vakante Stelle in der Jagdbehörde neu besetzt. „Wir werden uns dann kurzfristig mit der Neugründung befassen“, kündigte Beckmann an. Gabriele Lipka freut sich, dass Bewegung in die Sache kommt: „Es ist wichtig, dass alle Beteiligten im Gespräch bleiben.“

Kreisjägerschaft

Die Kreisjägerschaft vertritt laut eigenen Angaben in erster Linie die Interessen der Jagdausübung. Einmal im Jahr bietet sie einen Kurs für Jagdscheinanwärter an. Für Mitglieder gibt es Informationsveranstaltungen.

www.t1p.de/ly8f

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