Konferenz

Remscheid ist für zwei Tage Metropole des Klimaschutzes

Diskussion zu nationalen Innovationssystemen im Teo Otto Theater mit Klimaforschern: Peter Schniering (Mitte) mit (v.l.) Eduardo Noboa (RISE), Dietram Oppelt (HEAT International), Martina Lyons (IRENA) und Ben Santhouse (Universität Oxford).
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Diskussion zu nationalen Innovationssystemen im Teo Otto Theater mit Klimaforschern: Peter Schniering (Mitte) mit (v.l.) Eduardo Noboa (RISE), Dietram Oppelt (HEAT International), Martina Lyons (IRENA) und Ben Santhouse (Universität Oxford).
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Internationale Konferenz in Remscheid eröffnet: 176 Experten setzen auf technische Innovationen.

Von Andreas Weber und Michelle Jünger

Remscheid. Weder Berlin noch Bonn, nein Remscheid ist mit „The Arc“ zwei Tage die Metropole des Klimaschutzes. Die Future Cleantech Architects (FCA) um ihren Remscheider Gründer Dr. Peter Schniering (Schumacher Precision Tools) haben nach dem „Global Call“ im Oktober 2021 wieder ein internationales Gipfeltreffen ins Bergische geholt. 176 Teilnehmer aus 25 Staaten treffen sich zwei Tage an fünf Standorten im Zentrum Remscheids.

Technische Erneuerungen sollen vorangetrieben werden, die Emissionen von klimaschädlichen Gasen drastisch reduzieren. Die Experten kommen aus Kanada, Südafrika, Nigeria, England oder Ägypten. Sie verfolgen ein Ziel: das Tempo beim Klimaschutz zu erhöhen. Die Messlatte liegt bei nur 1,5 Grad Celsius globaler Erderwärmung, festgezurrt auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015.

Der brillante Netzwerker Peter Schniering führt innovative Köpfe in seiner Heimat zusammen. Unternehmer, Manager, Repräsentanten internationaler Organisationen, Forscher, Uni-Wissenschaftler, Denkfabrikanten. Zumeist kommen sie von weit her, nicht so Oliver Knedlich, der ein paar Hundert Meter entfernt in der Nordstraße sitzt. Der Geschäftsführer von Schulten setzt für seine große Reinigungsfirma Schulten konsequent auf Klimaneutralität. Im Kleinen liefert er ein leuchtendes Beispiel, wie der vielzitierte Fußabdruck geringer werden kann. „Bis 2032 wollen wir unseren Output um 42 Prozent gesenkt haben, 2045 bei null angelangt sein“, nennt Knedlich für seine Firma und die 2800 Mitarbeiter eine ambitionierte Vorgabe.

Heute Morgen wird Knedlich seine Management-Idee im Rahmen von „The Arc“ vortragen. In der Stadtbibliothek wird Schultens Weg mit Frauke Herden und Till Stenzel (Beraterfirma Funkelfeuer, Hamburg) und Helen Tacke (Software-Entwickler Cozero, Berlin) nachgezeichnet. Das Ziel ist zwar ein großes Stück entfernt, gleichwohl steht die Remscheider Firma modellhaft für das, was der Wirtschaft in Bälde bevorsteht, wenn der Gesetzgeber CO2-Bilanzen verpflichtend macht.

Zur Sprache kommen wird dabei die Umstellung beim stattlichen Fuhrpark. Schulten hat 140 Fahrzeuge. 20 Prozent der Kfz-Flotte sollen bis Ende 2022 mit E-Mobilität ausgerüstet sein, in 2025 soll es keinen Verbrenner auf dem Firmengelände mehr geben. „Damit werden wir allein 31 Prozent in der Klimabilanz einsparen“, sagt Knedlich. Sukzessive werden auf allen Ebenen Hebel gezogen. Solaranlagen auf dem Firmendach werden kommen, die Abkehr von Plastikmülltüten zu Mehrwegsäcken, wo dies möglich ist. Auch die leeren 1,5-Liter-Pullen Sanitärreiniger, die heute allesamt weggeschmissen werden, soll es nicht mehr geben.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Gast der Eröffnungszeremonie im Teo Otto Theater, erfüllt der Initiativgeist mit großem Stolz. Bei der Weichenstellung für den Klimawandel als eine der letzten Industriestädte eine führende Rolle zu spielen, „sei genial“.

„Der Wandel ist ein Marathon, kein Sprint“, betont Till Stenzel. In den vielen Veranstaltungen von „The Arc“ werden Ideen diskutiert, die große internationale Unternehmen wie kleine, ortsansässige Firmen ergreifen könnten. In der Diskussion für Perspektiven der regionalen Industrie sind Kreislaufwirtschaft und Kräftebündelung die Stichworte. Aus dem Müll des einen Unternehmens Rohstoffe oder Produktbestandteile herzustellen ist eine der Ideen, die unter anderem von Unternehmensberaterin Nicole Hölzinger eingeworfen wurde. Der Schlüssel sei Kommunikation und Mut zum Wandel, der in kleinen Schritten erfolge und auf allen Ebenen eines Unternehmens möglich sei.

An fünf Orten

Die Veranstaltungen von „The Arc“ finden in der Stadtbibliothek, dem Teo Otto Theater, der Sparkasse sowie dem Ratsaal und Gründerquartier statt. Auf den Gehwegen führt das aufgesprühte Logo zu den jeweiligen Orten, die in einer Linie auf dem Stadtkopf liegen.

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