Protest

Intzestraße: Umweltschützer wenden sich erneut gegen Durchstich

Der rot umrandete Bereich wird nach der derzeitigen Planung für den Durchstich benötigt, dafür müssten zwei Häuser abgerissen und zahlreiche Bäume gefällt werden.
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Der rot umrandete Bereich wird nach der derzeitigen Planung für den Durchstich benötigt, dafür müssten zwei Häuser abgerissen und zahlreiche Bäume gefällt werden.

Der Verlängerung bis zur Lenneper Straße, derzeit eines der größten Projekte im Süd-Bezirk, müssten nicht nur zwei Häuser, sondern auch zahlreiche Bäume weichen.

Von Sven Schlickowey

Der geplante Durchstich Intzestraße ist Hubert Benzheim schon länger ein Dorn im Auge. Der Verlängerung bis zur Lenneper Straße, derzeit eines der größten Projekte im Süd-Bezirk, müssten nicht nur zwei Häuser, sondern auch zahlreiche Bäume weichen. Bereits vor einem halben Jahr hatten verschiedene Naturschutzverbände dagegen mobil gemacht, darunter auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, den Benzheim im Naturschutzbeirat vertritt. Nach dem Starkregenereignis vor knapp vier Wochen fordert der Naturschützer nun erneut, das Projekt zu überdenken.

„Irgendwann muss doch mal Ende sein mit dem Versiegeln“, sagt Benzheim. Das von ihm bereits „Intzeforst“ getaufte Waldstück, in Anlehnung an den Hambacher Forst, sei schließlich nicht nur ein wichtiger CO2-Speicher, sondern nehme bei Regen auch viel Wasser auf. In den derzeitigen Planungen für den Durchstich sei ein deutlich vergrößerter Kanal vorgesehen, um das Wasser von der zusätzlich versiegelten Fläche abzuführen, sagt Benzheim. Und dieser Kanal führe ins Eschbachtal, das beim Hochwasser Mitte Juli komplett überschwemmt wurde.

Aktuell ist vorgesehen, dass die Intzestraße an der Stelle, an der sie derzeit noch auf die Baisieper Straße trifft, geradeaus verlängert werden soll, so dass sie etwa gegenüber der Einfahrt zum Betriebsgelände der Technischen Betriebe (TBR) auf die Lenneper Straße trifft. Rund 4,5 Millionen Euro soll das kosten – und insbesondere die angespannte Verkehrssituation in dem unübersichtlichen Bereich entzerren sowie die rund 120 Jahre alte Brücke zum Intzeplatz entlasten. Die würde dann zukünftig nur noch als Fußgängerbrücke genutzt.

Doch dafür müsse eben der „Intzeforst“ geopfert werden, gibt Hubert Benzheim zu bedenken. Und schlägt stattdessen erneut vor, die Intzebrücke zu ersetzen – selbst wenn das etwas teurer sei. Wobei derzeit niemand sagen könne, was ein Neubau der Brücke koste, wie Benzheim betont. Eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung sei nämlich bis heute nicht beantwortet.

„Wir müssen an dem Thema dranbleiben“, kündigt der Naturschützer an. Auch und gerade unter dem Eindruck des Hochwassers vom 14. und 15. Juli. Eine Gelegenheit dazu bietet der Naturschutzbeirat. Derzeit wird der neue Bebauungsplan für das Gebiet erstellt. Und der Beirat wird im Rahmen dessen als beratendes Gremium gehört.

Darüber hinaus erhofft sich Hubert Benzheim aber auch Druck aus der Öffentlichkeit, wie er sagt. Denn das letzte Wort in der Frage hat der Stadtrat. Der entscheidet schlussendlich, ob der neue Bebauungsplan in Kraft tritt oder nicht.

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