Coronavirus

Intensivstation: 26 der 30 Betten sind belegt

Auf der Intensivstation müssen immer mehr schwere Krankheitsverläufe behandelt werden. Foto: Tim Oelbermann
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Auf der Intensivstation müssen immer mehr schwere Krankheitsverläufe behandelt werden.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Corona: Sana-Klinikum verzeichnet steigende Patientenzahlen – Behörde setzt bei Ausgangssperre auf Kontrollen

Remscheid. Die Remscheider Ordnungsbehörde kündigt verstärkte Kontrollen an, ob die nächtliche Ausgangssperre beachtet wird. Diese gilt ab Dienstag und sieht täglich zwischen 21 Uhr am Abend und 5 Uhr am Morgen weitreichende Beschränkungen vor. Wer dann im Stadtgebiet angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen. „Wir verlängern für die Kontrollen den Schichtbetrieb unserer Mitarbeiter bis Mitternacht“, berichtet Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke. Zu den Ausnahmen zählt eine Berufsausübung zwischen 21 und 5 Uhr. Dazu müssen aber als Beleg ein Nachweis des Arbeitgebers und ein amtlicher Ausweis vorliegen. Auch das Gassigehen mit dem Hund bleibt erlaubt.

Das Ausgehverbot ist nicht die einzige Maßnahme, die Remscheid verordnet wird, um den weiter steigenden Corona-Infektionszahlen zu begegnen. Ab Dienstag müssen Passagiere im Auto eine medizinische Maske tragen, wenn sie mit einem Fahrer unterwegs sind, der nicht im gleichen Haushalt lebt. Ausgenommen sind Kinder bis sechs Jahre: „Auch das wird kontrolliert. Wir befinden uns in Absprache mit der Polizei,“ berichtet Barbara Reul-Nocke. Wenn im Pkw die Maskenpflicht nicht beachtet wird, droht ebenfalls ein Bußgeld von 250 Euro.

Remscheid: 25 Personen dürfen an Beerdigungen teilnehmen

Wie berichtet, werden Stadt- und Hardtpark sowie die Grünfläche Kuckuck abgeriegelt. Das Betreten ist dort generell verboten. „Je nach Örtlichkeit werden wir mit Flatterbändern oder Schildern darauf aufmerksam machen“, erklärt die Rechtsdezernentin. Tabuzonen sind auch Sportanlagen der Stadt und der Vereine. Und noch etwas ist neu: „Bei Beerdigungen und Trauerfeiern sind nun nur noch maximal 25 Personen zugelassen“, fügt Barbara Reul-Nocke hinzu.

All das soll dazu führen, die Kontakte weiter zu beschränken, heißt es von der Rathausspitze: „Wir werden durch die Situation auf den Intensivstationen dazu gezwungen. Es gibt zunehmend schwere Verläufe. Dies führt dazu, dass die Patienten länger behandelt werden müssen“, sagt die Dezernentin. Das heißt: Die Betten werden knapp.

Den Ernst der Lage verdeutlicht auch Professor Dr. Ulrich Sliwka, Ärztlicher Direktor des Sana-Klinikums. Von 30 Intensiv-Behandlungsplätzen seien derzeit 26 belegt, elf davon durch positiv auf Covid-19 getestete Menschen. Zum Vergleich: Vor drei Wochen mussten nur zwei Corona-Patienten auf der Intensivstation versorgt werden. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Covid-19-Patienten auf der Isolationsstation von elf auf 19.

Wir erleben eine durchaus besorgniserregende Entwicklung.

Prof. Ulrich Sliwka, Ärztlicher Direktor

„Wir erleben eine durchaus besorgniserregende Entwicklung der stationären Behandlungszahlen“, sagt Professor Sliwka. Nach Einschätzung von ihm und Sana-Geschäftsführerin Svenja Ehlers ist auch angesichts der Sieben-Tage-Inzidenzzahl von aktuell 255,1 mit einem weiteren Anstieg der stationären Patientenzahlen zu rechnen. Trotz der angespannten Lage würden aber Patienten nicht abgewiesen, versichert Svenja Ehlers. „Wir haben einen Versorgungsauftrag und den erfüllen wir nicht nur, wir gehen sogar darüber hinaus.“ Der hohe Aufwand in der Behandlung und Pflege der Corona-Patienten fordere dem Personal viel ab, so Ehlers: „Wir erleben aber jeden Tag trotz der hohen Belastung motivierte und in höchstem Maße engagierte Mitarbeiter.“

Hintergrund

Der Wach- und Schwerpunktdienst der Polizei werde sich an den Kontrollaktionen beteiligen, kündigt Pressesprecher Alexander Kreska an. Dies schließe punktuell auch Verkehrsüberwachungen mit ein. Mit dem Ordnungsamt befinde sich die Polizei dazu im Austausch.

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