22 Mitarbeitende erhielten Kündigung

Insolvenz: Taxi Wiebel muss nach 71 Jahren aufgeben

71 Jahre nach den Anfängen des Unternehmens muss Taxi Wiebel auf der Weststraße aufgeben. 22 Mitarbeitende erhielten die Kündigung. Foto: Roland Keusch
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71 Jahre nach den Anfängen des Unternehmens muss Taxi Wiebel auf der Weststraße aufgeben. 22 Mitarbeitende erhielten die Kündigung.
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An der Weststraße endet die Geschichte eines Remscheider Traditionsbetriebs: Taxi Wiebel geht in die Insolvenz – 71 Jahre nach der Gründung des Unternehmens.

Remscheid. Am vergangenen Wochenende erhielten 22 Mitarbeiter ihre Kündigung, darunter sechs in Voll- und fünf in Teilzeit sowie elf Aushilfen. Der Betrieb wurde eingestellt. Der Remscheider Jurist Prof. Dr. Peter Neu, der seit August als vorläufiger Insolvenzverwalter wirkte, hatte Gespräche mit diversen Miet- und Taxiunternehmen in der bergischen Region geführt, um sie zu ermutigen, Taxi Wiebel zu übernehmen.

Am letzten Freitag sei der letzte Interessent ausgeschieden, die Verhandlungen hätten nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt. „Unsere Hauptaufgabe ist es grundsätzlich, möglichst viel für die Gläubiger zu erreichen. Es geht uns aber auch um den Erhalt der Arbeitsplätze“, heißt es vom Insolvenzverwalter. Dies sei in diesem Fall leider nicht geglückt. Prof. Dr. Neu zeigt sich aber optimistisch, dass die Mitarbeitenden, die einen Taxi-Schein besitzen, bei anderen Unternehmen eine Perspektive erhalten.

Insolvenz von Taxi Wiebel: Zu wenige Fahrer, Corona-Pandemie und steigende Benzin- und Dieselpreise

Denn: Es fehlen generell Fahrer, was auch bei Taxi Wiebel zu einem Problem wurde. „Nacht- und Wochenendschichten konnten nicht mehr vollständig bedient werden, weil das Personal nicht reichte.“

Hinzu kamen die steigenden Benzin- und Dieselpreise, die der Betrieb nicht an die Fahrgäste weitergeben konnte. „Das galt auch für die Kranken- und Schulfahrten, die im Unternehmen eine große Rolle spielten.“ Und nicht zuletzt litt das Mietwagenunternehmen unter den Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie. Die Lockdowns, das Ruhen des öffentlichen Lebens hätten zu den Verlusten beigetragen, die dazu führten, „dass wir nun gezwungen waren, die Reißleine zu ziehen“.

Zwei Mitarbeiter seien noch in der Zentrale damit beschäftigt, Akten zu sortieren und den Fuhrpark zu sichern. Es sind die letzten Arbeiten im Betrieb – 71 Jahre, nachdem Paul Wiebel mit einem Opel Olympia Typ 50 die ersten Fahrgäste auf Remscheids Straßen transportierte.

Als Shuttle zum Impfzentrum oder zu Silvester - die Fahrzeuge von Taxi Wiebel waren unterwegs.

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