Jugendcafé Spurwechsel

In diesem Café wechseln Jugendliche die Spur

Der Kickertisch im Jugendcafé „Spurwechsel“ wird schon ordentlich beansprucht: Projektleiterin Melanie Ritter (Mitte) schaut den Teilnehmern und Kollegen beim Kicken zu. Im Hintergrund ist die Küche zu sehen. Alles ist modern eingerichtet und lichtdurchflutet. Foto: Roland Keusch
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Der Kickertisch im Jugendcafé „Spurwechsel“ wird schon ordentlich beansprucht: Projektleiterin Melanie Ritter (Mitte) schaut den Teilnehmern und Kollegen beim Kicken zu. Im Hintergrund ist die Küche zu sehen. Alles ist modern eingerichtet und lichtdurchflutet.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Träger GSM Training bietet neue Anlaufstelle in der Mandtstraße 3 – Das Team begleitet 16- bis 25-Jährige

Remscheid. Nach dem „FiveSeven“ in der Nordstraße 57 kommt das Jugendcafé „Spurwechsel“: In der Mandtstraße 3 in der Innenstadt hat der Träger GSM Training & Integration GmbH gestern die neue Anlaufstelle eröffnet. Die GSM Group, die bereits einen Standort an der Hindenburgstraße betreibt, löst damit den bisherigen Träger Arbeit Remscheid ab und bestreitet das dritte von drei Projektjahren. Das Jobcenter hatte dieses neu ausgeschrieben.

Für den Sozialdezernenten Thomas Neuhaus war es wichtig, dass das Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene bestehen bleibt. „Jugendlichen, die den Halt verloren haben, wird hier ein niederschwelliges Angebot gemacht. Das Projekt wird in unserer Stadt dringend benötigt“, hatte Neuhaus bereits vorab gesagt. Auch er war zur Eröffnung der neuen Räume gekommen, genauso Michael Ketterer, Fachdienst Jugend, und Karl-Richard Ponsar vom Kinderschutzbund. Er brachte Blumen mit. Wir erklären, was „Spurwechsel“ ausmacht.

Das Team

Standortkoordinatorin Antje Böcker wird unterstützt von Projektmanagerin Melanie Ritter, Coach und Psychologe Holger Nitsche, Coach und Sozialarbeiter Holger Buschhaus sowie Coach Martin Schumacher. Nicht zu vergessen Projekthund Hitch. „Wir sind voller Vorfreude, das Projekt zu starten und freuen uns über unseren zweiten Standort mit dieser wunderbaren Skyline“, sagte Antje Böcker gestern bei der Eröffnungsfeier.

Das Angebot

Das offene Jugendcafé „Spurwechsel“ hat montags bis freitags zwischen 11 und 17 Uhr in der Mandtstraße 3 geöffnet. Hier gibt es einen Kicker, Tischtennis, Spielekonsole und natürlich Getränke sowie Snacks in gemütlicher, einladender Atmosphäre. Die Wand über dem Kicker ziert ein Graffito, es gibt hübsche Palettenmöbel, eine Sofa-Ecke mit Fernseher und natürlich Wlan. Waschmaschine und Trockner sind für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kostenlos nutzbar.

„Die Laptops im Gruppenraum können für die Ausbildungsplatzsuche oder für Bewerbungen genutzt werden“, erklärte Melanie Ritter beim Rundgang. Neben 3-D-Druck-Projekten und einem Kräutergarten auf der Dachterrasse erhalten die Teilnehmer vor allem Einzelcoachings bei ihren festen Ansprechpartnern. Der Einstieg ist jederzeit möglich. „Mit dem Spurwechsel wollen wir bewirken, dass die jungen Leute von der Einbahnstraße in die richtige Spur kommen“, erklärte Ritter den Namen.

Die Klientel

Das Angebot richtet sich an 16- bis 25-jährige Remscheider, die in keiner Statistik des Jobcenters auftauchen. Schulabbruch, persönliche Krisen, psychische Probleme – oft tragen sie große Last auf ihren Schultern. Hier will das GSM-Team helfen. Aktuell hat es bereits Kontakt zu acht Remscheidern. Bei der Eröffnung waren auch Jenni und Nora dabei.

Sie waren die ersten Projektteilnehmerinnen, die die vom dm-Markt Hasten gesponserten „goodie bags“ mit Duschgel, Deo, Haarbürste & Co erhielten. Jenni hatte Daniel mitgebracht – über ihr Gartenprojekt hatte der RGA bereits berichtet. Gemeinsam lieferten sie sich eine Partie am Kicker gegen das GSM-Team. „Es ist sehr schön geworden, hier ist auch mehr Platz“, sagte Jenni, die früher ins „FiveSeven“ ging.

Das Ziel

Eine Perspektive mit den jungen Remscheidern entwickeln unter dem Motto „Finde deinen Weg“. „Wir möchten den Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen Raum geben“, erklärte Holger Nitsche. Die Coaches klären: Wo liegen die Probleme? Und wie können sie helfen? „Wir stellen zum Beispiel auch Kontakt zu Ausbildungsträgern her und begleiten die Teilnehmer dorthin.“

Holger Buschhaus suche die jungen Remscheider zudem in Kooperation mit den Streetworkern aktiv auf. Für Dirk Faust, Geschäftsführer des Jobcenters, hat der beratende Ansatz des Projekts einen Vorteil. „Wir erhoffen uns davon, dass Schwellenängste abgebaut werden und eine Vertrauensbasis geschaffen wird.“ Denn darüber könne man die 16- bis 25-Jährigen wieder in Ausbildung, Förderung oder in den Leistungsbezug bringen. „Denn was wir alle vermeiden wollen, ist, dass Jugendliche in Obdachlosigkeit kommen.“

Die Unterstützer

Neben dem dm in Hasten, der die „goodie bags“ sponsert, hat der dm-Markt im Allee-Center eine Patenschaft für „Spurwechsel“ übernommen. „Alle Gebrauchsgegenstände, die wir für das Café benötigen, stellt uns dm zur Verfügung. Dafür sind wir sehr dankbar“, sagte Melanie Ritter.

Hintergrund

Im Gesetzestext § 16 h SGB II, auf dem das Projekt fußt, heißt es: „Für Leistungsberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, kann die Agentur für Arbeit Leistungen erbringen mit dem Ziel, die aufgrund der individuellen Situation der Leistungsberechtigten bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden, eine schulische, ausbildungsbezogene oder berufliche Qualifikation abzuschließen oder anders ins Arbeitsleben einzumünden und Sozialleistungen zu beantragen oder anzunehmen.“

Kontakt: Tel. 4 62 46 44. Das Team ist montags bis donnerstags 10 bis 18 und freitags 10 bis 17 Uhr erreichbar. E-Mail: remscheid-spurwechsel@ gsm-group.de.

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