Jubiläum

In 50 Jahren hat sich beim Lika-Grill kaum etwas verändert

Ranko Dragas steht vor seinem Lika-Grill. Seit 2008 gehört ihm das Restaurant, deutlich länger arbeitet er schon dort. Foto: Roland Keusch
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Ranko Dragas steht vor seinem Lika-Grill. Seit 2008 gehört ihm das Restaurant, deutlich länger arbeitet er schon dort.

Der Lika-Grill an der Bismarckstraße wurde am 15. Februar 1972 eröffnet. Damit ist es eines der ältesten Restaurants in Remscheid.

Von Peter Klohs

Remscheid. Zwischen dem Hauptbahnhof und dem Zentralpunkt befindet sich an der Bismarckstraße das Restaurant Lika-Grill – am heutigen Dienstag seit genau 50 Jahren. Das rustikale Restaurant gehört somit zu den ältesten in Remscheid. Gerne hätten die zwölf Mitarbeiter das Jubiläum größer gefeiert, sagt Inhaber Ranko Dragas. „Aber so, wie es aussieht, wird es wohl ein recht normaler Arbeitstag. Wir verschieben die große Feier auf die Zeit, wenn es wieder gefahrlos möglich ist.“

„Unsere Stammgäste sind schon was ganz Besonderes.“

Ranko Dragas, Inhaber

Dragas, 1967 in Montenegro geboren, kam mit 19 Jahren nach Deutschland. Hier lernte er Frane Balen und dessen Lika-Grill kennen, arbeitete auch im Restaurant, bis er es schließlich 2008 übernahm. Balens Tochter Manda ist „seit unzähligen Jahren“ im Restaurant beschäftigt und gilt als gute Seele der Institution.

Nach zahlreichen Umbauten ist der Lika-Grill seit 1989 nahezu unverändert: Backstein-Rundbögen, Fischteich, Terrasse, Platz für 110 Besucher. „Wir waren einmal größer“, sagt Dragas. „1978, nach einem Durchbruch zu den benachbarten Räumlichkeiten, gab es den größten Lika-Grill aller Zeiten. Wir hatten Plätze für 188 Gäste. Durch die Umbauten ist es etwas kleiner, aber gemütlicher geworden.“

Die Arbeit im Restaurant, so Dragas, habe sich in den Jahren nicht groß verändert. „Und die Speisekarte schon einmal gar nicht.“ Früher, erinnert er sich, gab es bis 1 Uhr warme Küche. „Jetzt schließen wir um 23 Uhr.“ Seit noch nicht langer Zeit ist der Dienstag offizieller Ruhetag. „Vor der Pandemie hatten wir jeden Tag geöffnet: an Silvester, an Neujahr, an Heiligabend. Aber wir werden nicht jünger.“ An weniger Gästebesuchen liegt es jedenfalls nicht. „Wir haben das große Glück, von mindestens 95 Prozent Stammgästen besucht zu werden. Die kennt man schon lange. Und auch in schwierigen Zeiten, zum Beispiel als das Brücken-Center direkt nebenan gebaut wurde und man nirgendwo parken konnte, haben uns die Stammgäste nicht hängen lassen. Die sind schon etwas ganz Besonderes.“

Früher gab es 15 jugoslawische Restaurants in der Stadt

Hajro Zahiragic besucht jeden zweiten Tag den Lika-Grill. Was hat sich für ihn geändert? Er schmunzelt und sagt: „Meine Knochen.“ Er erinnert sich, dass es vor Jahren noch 15 Restaurants in Remscheid gab, die von Männern aus dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien betrieben wurden. „Aber nur den Lika-Grill gibt es immer noch.“ 50 Jahre, sagt er, was für eine lange Zeit.

Gäste kommen herein und bestellen sechs verschiedene Getränke. Manda Balen schreibt nichts auf und gibt die Bestellung fehlerfrei weiter. „Ach ja“, ist Hajro Zahiragic wenig überrascht, „das kann man, wenn man so lange in der Gastronomie arbeitet.“ Seine Frau Cana ist hinzugekommen. „Das hat sich auch geändert“, weiß Zahiragic. „Früher hat sie nur Kaffee getrunken. Heute Averna.“

„Wir können uns nicht beklagen“, sagt Ranko Dragas abschließend. „Wir sind ordentlich durch die Corona-Krise gekommen und haben sie, bis auf die Zeit, in der alle Restaurants schließen mussten, kaum bemerkt. Wir sind dankbar. Und nie die Hoffnung verlieren: Corona geht auch vorbei.“

Hintergrund

Das Restaurant Lika-Grill wurde am 15. Februar 1972, heute vor 50 Jahren, eröffnet. Aktuell beschäftigt Inhaber Ranko Dragas zwölf Mitarbeiter. Kontakt: Tel. (0 21 91) 34 42 69.

lika-grill-rs.de

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