Halle West

Impfzentrum: SPD erhebt Vorwurf gegen Sportbund

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Wird zum Impfzentrum: die Halle West in Reinshagen.
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Den Brandbrief des Sportbundes nimmt die SPD mit Verwunderung zur Kenntnis.

Remscheid. Den Brandbrief des Sportbundes an die Stadtverwaltung zur Suche eines Standortes für das Impfzentrum nimmt die SPD mit Verwunderung zur Kenntnis. „Bei der Lektüre hat sich bei uns der Eindruck festgesetzt, dass es dem Sportbund weniger um eine legitime Interessenvertretung des Remscheider Sports und seiner Vereine als darum ging, eine für sich reklamierte Einflussdomäne abzustecken.“ 

Man könne trefflich streiten, welcher Standort der geeignetere und wie eine Entscheidung zu kommunizieren ist. „Dass ein solches Zentrum aber eingerichtet werden muss, um nicht zuletzt die Schwächsten unserer Gesellschaft, die eine Infektion wahrscheinlich nicht überleben werden, so schnell wie möglich mit Impfstoff zu versorgen, sollte in aller Interesse liegen.“ 

Dem Sportbund wirft die SPD angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen vor, mit seiner Kritik „verantwortungslos“ zu handeln. -AWe-

Artikel vom 8.12.2020

Sportbund attackiert die Stadtverwaltung

Der Sportbund wirft der Verwaltung „miserables Krisenmanagement“ bei der Standortsuche für das Impfzentrum vor.

Remscheid. Die jüngsten Entscheidungen seien ohne Einbeziehung des Sportbundes zustandegekommen, sowohl bei der Halle Hackenberg als auch später bei der Halle West. Ständig würden Entscheidungen über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen, ärgert sich der Vorstand des Sportbundes in einer Pressemitteilung. „Und das, obwohl es einen ,Pakt für den Sport’ zwischen Stadt und Sportbund gibt, der eine Garantie für eine enge Zusammenarbeit beinhaltet.“ 

Er erwartet nun Folgendes von der Stadt: dass zum einen regelmäßig coronabedingte Krisengespräche unter Einbeziehung des Sportbundes stattfinden; dass für die Zeit, ab der Vereinssport in Hallen betrieben werden kann, Stadt und Sportbund gemeinsam Lösungen finden; und dass Lösungen für Schulsportgruppen gefunden werden, die die Halle West nicht mehr nutzen können. 

Verlängerte Transportwege zu anderen Hallen in überfüllten Bussen seien nicht zielführend. Auch solle die Stadt 2021 vollständig auf die Nutzungsgebühr für Sportstätten verzichten. -AWe- 

Artikel vom 3.12.2020

Reinshagener Turnerbund muss eine bittere Pille schlucken

Impfzentrum in der Sporthalle West: Turnerbund muss raus und mahnt Trainingsalternativen an.

Von Andreas Weber

Remscheid. Es ist eine bittere Pille, die der Reinshagener Turnerbund (RTB) schlucken muss.

Die Hockeyspieler des RTB bei einem Meisterschaftsspiel in der Sporthalle West. Momentan ruht der Spielbetrieb. Foto: Florian Zwanzig

In den kommenden Monaten wird der Sportverein auf seine Trainingsstätte verzichten. Das Corona-Impfzentrum wird nach langen Überlegungen in der Sporthalle West aufgebaut werden. Bis zum 15. Dezember muss es stehen. Der RTB benötigt deshalb Ausweichstätten. Stephan Schürmann ist darüber restlos enttäuscht. „Man fühlt sich von der Stadt vorgeführt“, ärgert sich das RTB-Beiratsmitglied.

Schürmann weiß, dass sich alle Diskussionen über einen geeigneten Ort für die Massenimpfungen auf einem dünnen Eis bewegen, weil es für jeden Vorschlag ein berechtigtes Für und Wider gibt. Seinen knapp 600 Mitglieder starken Verein sieht er aber doppelt gestraft. Denn die Reinshagener mussten die Halle bereits seit dem 13. August für Sitzungen der politischen Gremien abtreten. „Damals wurde uns klipp und klar erklärt, dass es für den Rat keinen anderen Standort gäbe als die Halle West. Jetzt, wo das Impfzentrum dort reinkommt, gibt es diese Alternative urplötzlich.“

Die Ratssitzungen werden nun in der modernisierten Aula der Albert-Einstein-Schule abgehalten. Dort kann der Veranstaltungsbereich vom Rest der Schule abgetrennt werden, Barrierefreiheit ist gewährleistet. Für den Abteilungsleiter Behindertensport im RTB ist dieses Hin und Her ebenso schwer verdaulich wie nachvollziehbar. Für Stephan Schürmann gäbe es andere nicht oder kaum genutzte Hallen als Alternative.

Das ehemalige Mitglied im Vorstand des Sportbundes denkt an die Sporthallen Bökerhöhe oder Hölterfeld, aber auch an Industriebrachen. RTB-Vorsitzender Florian Zwanzig teilt diese Kritik. Zwar hat er Verständnis für die Entscheidung, nicht aber für die Begleitumstände. An der rechtzeitigen Kommunikation durch die Stadt habe es gemangelt.

Florian Zwanzig mahnt deshalb: „Die Aufgabe muss es jetzt sein, dass für unseren Verein mit so wenig Reibungsverlust wie möglich andere Trainingsstätten für die große Halle und den Spiegelsaal gesucht werden.“ Eine Forderung, die im Übrigen auch für RTV, RSV und HG-Handball gilt, die Zeiten in der Halle West haben. Es sei absehbar, dass bei den Ersatzstandorten ein Mobilitätsproblem entstehe. „Denn zwei Drittel unserer Mitglieder sind Kinder und Jugendliche“, meint Schürmann.

„Reibungsverluste bei der Suche vermeiden.“
Florian Zwanzig, RTB-Vorsitzender

Ein Teil des Trainingsbetriebs ist eh ausgelagert in die benachbarte Halle der Grundschule am Schimmelbuschweg. Durch die Nutzung politischer Gremien wurde dem RTB auch ein Raum unter der Tribüne im Stadion Reinshagen angeboten, der aber nicht angenommen wurde, weil schlecht geheizt, nicht richtig sauber und abends beim Heimweg schlecht beleuchtet, meint Zwanzig.

Sowohl Nachwuchs wie ältere Herrschaften kommen oft zu Fuß zum Training. „Wenn wir wieder Sport treiben dürfen, muss sichergestellt sein, dass Kurse nicht daran scheitern“, betont Florian Zwanzig. Dies ist ihnen von OB Burkhard Mast-Weisz und Sportdezernent Thomas Neuhaus versprochen worden. „Wie werden Anfang des nächsten Jahres mit dem Sportamt und dem RTB in die Alternativplanung gehen. Dazu zählt die Transportfrage“, betont Neuhaus.

Hintergrund

Bislang fehlte die Bauabnahme für die renovierte Aula der AES, die auch, wie in alten Zeiten, als kultureller Veranstaltungsort dienen soll. In den letzten Wochen wurde der Rechtsstreit mit dem Fassadenbauer beigelegt, Versäumnisse an der Unterkonstruktion (Dämmung) zur Hauptfassade an der Brüderstraße ausgebessert. Deshalb kann die Stadt grünes Licht für die Abnahme geben, damit dort auch politische Gremien tagen können.

Der Standort für das Remscheider Corona-Impfzentrum war nach mehrtägigem Hin und Her gefunden: Es wird die Halle West in Reinshagen. Das hat der Krisenstab der Stadt am Mittwoch entschieden, der damit von dem ursprünglichen Plan, das Zentrum im Lenneper Sportzentrum Hackenberg einzurichten, abrückte.

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